Nachdem IMSA und ACO am gestrigen Freitag eine nahezu historische Pressekonferenz abhielten und die gemeinsame neue Spitzenklasse LMDh ankündigten, äußern mehr und mehr Hersteller ihre Begeisterung über die Zusammenkunft. Geschlossen ist man aber auch der Meinung, dass man das Reglement abwarten will.

Bereits gestern haben ORECAs Hugues de Chaunac und David Floury bekanntgegeben, dass sie ihr Hypercar-Engagement mit Peugeot auf Eis legen werden und sich stattdessen auf die (vermutlich) günstigere LMDh-Klasse konzentrieren wollten. ORECA ist einer der vier Hersteller, neben Dallara, Ligier Automotive und Multimatic, die als Produzenten der LMDh-Chassis in Frage kommen.

Die Kollegen von sportscar365.com haben sich in den Stunden nach der Veröffentlichung bei den Herstellern und Fabrikanten umgehört und Stimmen der Verantwortlichen zusammengetragen.

„Am Ende ist es ein historischer Moment für Sportwagenrennen“, sagte Porsche-Direktor für GT-Werksmotorsport, Pascal Zurlinden zu Sportscar365.

„Wir haben noch keine Einzelheiten zu den Vorschriften, da diese noch nicht veröffentlicht wurden. Sie haben immer noch viel Arbeit und wir sind nicht daran beteiligt. Aber wir müssen uns darum kümmern, diese Vorschrift anszuehen.“

„[…] Ich denke, dass es für alle OEMs und für den Sport eine großartige Plattform ist. Mal sehen, wohin uns die Zukunft führt.“, sagt Zurlinden weiter.

Mark Kent, Cadillac, sieht der neuen Klasse ebenfalls optimistisch entgegen: „Cadillac gratuliert IMSA und dem ACO zur Ankündigung einer Zusammenkunft in der Spitzenklasse des Prototyp-Rennsports.“

„Seit der Einführung des Cadillac DPi-VR im Jahr 2017 haben wir in Nordamerika enorme Erfolge in der IMSA-Serie erzielt und sind erfreut über die Aussicht auf ein internationales Format für die Zukunft des Prototypenrennsports.“

„Sobald wir weitere Details erhalten haben, werden wir sehen, ob unsere Teilnahme mit der Zukunftsvision unseres Unternehmens übereinstimmt.“

Bei Cadillacs Konkurrent Mazda sieht man die neue Klasse ähnlich: „Es ist aufregend“, sagte Mazda-Motorsportdirektor Nelson Cosgrove zu Sportscar365.

„Für Leute wie mich, die ungefähr in meinem Alter sind, ist es eine überwältigende Sache, endlich zu sehen, dass dies zusammenkommt. […] Ich denke, es wird eine wirklich aufregende Zeit in den nächsten 60 bis 90 Tagen. Wir werden immer mehr sehen, wie die technischen Vorschriften aussehen werden.“

Auch BMWs Motorsportchef Jens Marquardt äußerte sich bereits zu der Zusammenkunft und lobte die Fähigkeit von ACO und IMSA, einen Stand der regulatorischen Zusammenarbeit zu erreichen. Zuvor hatte man sich bei BMW bereits gegen die Hypercar-Klasse ausgesprochen, da man keinen Gegenwert für Straßenfahrzeuge erkennen konnte. „Ich denke, heute ist ein großartiger Tag für die Fans. Durch diese Zusammenarbeit und Konvergenz werden die Fans meiner Meinung nach häufiger großartige Autos auf großartigen Rennstrecken sehen.“ erklärt Marquardt.

Sowohl Toyota als auch Aston Martin haben die Nachricht vom Freitag bestätigt, warten jedoch auf weitere Details zur Entwicklung zwischen den verschiedenen Plattformen.

„Aston Martin Racing ist erfreut festzustellen, dass die Zukunft der Spitzenklasse des Sportwagenrennsports gesichert ist und dass FIA, ACO und IMSA zusammenarbeiten, um einen gemeinsamen Weg zu finden“, heißt es in einem Statement des britischen Herstellers.

„Wir warten mit Interesse auf weitere Details der neuen Hypercar / LMDh-Klasse und freuen uns darauf, eng mit allen Parteien zusammenzuarbeiten und sicherzustellen, dass die Hypercar-Vision ihre ordnungsgemäße Position im globalen Sportwagenwettbewerb beibehält.“

Unterdessen hat Toyota den Wunsch geäußert, mit der maßgeschneiderten Hybridtechnologie fortzufahren, die LMDh bei einem geplanten Hybridantrieb nicht bieten wird.

„Wir wollen die Möglichkeit haben, unsere straßenrelevante Hybridtechnologie in WEC zu verbessern, und wir begrüßen die Möglichkeit, unsere Technologie gegen noch mehr Hersteller zu testen.“, heißt es in einem offiziellen Statement der Japaner.

„Wir sind sicher, dass dies in der neuen Le Mans Hypercar-Ära noch mehr Spannung für Langstreckenfans schaffen wird.“

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner
Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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