Die Crew von Grasser Racing erlebte am Sonntag ein bittersüßes Finale einer dramatischen Debütsaison in der DTM. Das österreichische Lamborghini-Team warf beim letzten Rennen des Jahres auf dem Hockenheimring noch einmal alles in die Waagschale. Am Ende sorgte Alessio Deleddas Rennen für den Lichtblick an einem Tag, an dem noch viel mehr möglich war. Der Italiener eroberte als Zehnter seinen ersten Meisterschaftspunkt in der DTM. Zuvor war Clemens Schmid auf Platz drei liegend durch einen Reifenschaden gestoppt worden. Mirko Bortolotti wurde am Morgen im Qualifying um seine Pole-Chance gebracht, als eine Unterbrechung ihn auf Bestzeitkurs stoppte. Der vierte Lamborghini Huracán GT3 EVO von Rolf Ineichen war nach einem Zwischenfall am Samstag beim 16. und letzten Saisonrennen nicht am Start.

Foto: Mario Herzog

Auch der letzte Renntag der Saison begann für GRT mit einem Wechselbad der Gefühle. Im zweiten Zeittraining auf dem 4,574 Kilometer langen Hockenheimring fuhr Clemens Schmid sensationell in die erste Startreihe. Der Tiroler wurde für sein bis dato stärkstes Qualifyingresultat in der DTM mit zwei weiteren Meisterschaftspunkten belohnt. Alessio Deledda freute sich ebenfalls über sein bestes Qualifying in der prestigeträchtigen Rennserie. Der 27-Jährige stellte seinen Lamborghini Huracán GT3 EVO in die siebte Startreihe. Mirko Bortolotti hingegen war erneut vom Pech verfolgt. Er war mit der absoluten Bestzeit nach den ersten beiden Sektoren auf Pole-Kurs, als die Session wegen eines Unfalls gestoppt wurde. Die Rennleitung entschied sich trotz zweieinhalb Minuten Restzeit gegen einen Restart, weshalb der Lamborghini-Werksfahrer am Ende ohne verwertbare Rundenzeit dastand.

Foto: Mario Herzog

Das Rennen über die Distanz von 55 Minuten plus eine Runde begann für die GRT-Piloten vielversprechend. Clemens Schmid enteilte von der ersten Runde als Teil des Führungstrios dem Feld, während Mirko Bortolotti seine Aufholjagd startete. Innerhalb von vier Runden machte der 32-jährige Italiener sechs Positionen gut, bis ein Reifenschaden ihn zur frühzeitigen Aufgabe zwang. Dasselbe Schicksal ereilte in der 16. Runde auch Clemens Schmid. Der 32-Jährige war nach seinem Boxenstopp auf dem dritten Platz unterwegs und übte Druck auf das Führungsduo aus. Mit zuweilen über sieben Sekunden Vorsprung auf seinen ersten Verfolger war er ungefährdet auf dem Weg zu seinem ersten Edelmetall in der DTM. Nach dem unplanmäßigen Boxenstopp musste er sein Auto in Runde 23 endgültig abstellen.

Foto: Mario Herzog

Als letztes Eisen im Feuer zeigte Alessio Deledda im zweiten Stint sein bestes Rennen der Saison. Der GT3-Rookie hatte sich an den acht Rennwochenenden hinter dem Lenkrad des Lamborghini Huracán GT3 EVO kontinuierlich gesteigert und lieferte im entscheidenden Moment für sein Team ab. In der Schlussphase fuhr er zeitweise die schnellsten Runden im Feld und arbeitete sich damit an die Top-10 heran. Im Ziel wurde er als Zehnter mit dem ersten Punkt in seiner jungen DTM-Karriere belohnt.

Foto: Mario Herzog

Durch diese starke Leistung rundete er die Teamleistung von GRT in der DTM 2022 ab. Dank seines Erfolgs schafften es alle vier Lamborghini Huracán GT3 EVO des Teams in der Premierensaison des Rennstalls in die Punkte. Mirko Bortolotti beendete die Meisterschaft als bestplatzierter Pilot der Truppe von Teamchef Gottfried Grasser. Mit fünf Podien und einer Pole Position landete er auf Platz vier der Gesamtwertung. Für seine vier schnellsten Rennrunden wurde er zum Saisonabschluss außerdem als erfolgreichster Fahrer in dieser Disziplin mit dem Autohero Fastest Lap Award ausgezeichnet.

Alessio Deledda (ITA)
#6 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P14 – Rennen: P10

Alessio Deledda: „Endlich haben wir es geschafft! Es war für mich das beste Rennen der Saison und ich bin super happy. Ein großes Dankeschön an das gesamte Team und an Lamborghini, und vor allem an meinen Renningenieur. Er hat mir gestern die perfekte Strategie gegeben und wir haben unsere ersten Punkte durch großes Pech verpasst. Es fühlt sich fantastisch an, es heute geschafft zu haben. Die Pace war gut und das Auto einfach perfekt. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und war das gesamte Rennen über voll darauf fokussiert, diesen Punkt zu holen. Ich wollte ihn unbedingt für mich und meine Crew. Wir alle haben ihn für die harte Arbeit in dieser Saison verdient.“

Foto: Mario Herzog

Clemens Schmid (AUT)
#85 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P2 – Rennen: DNF

Foto: Mario Herzog

Clemens Schmid: „Im Zeittraining hatten wir eine super Pace und dazu das richtige Timing. Startplatz zwei war für uns alle ein richtiger Boost und wir sind mit einem guten Gefühl ins Rennen gegangen. Im ersten Stint lief es super. Ich war schneller als die beiden Fahrer vor mir und wir haben dann auf den Boxenstopp gewartet. Auf dem zweiten Reifensatz war die Pace ebenfalls super, aber vor mir sind sie sich mehrfach gegenseitig ins Auto gefahren. Ich war direkt dahinter und konnte den Wrackteilen nicht ausweichen. Der Reifenschaden war nicht zu verhindern und dieser Ausgang ist sehr bitter. Auf der anderen Seite bin ich unheimlich stolz auf meine Crew. Wir haben über das Jahr extrem hart gearbeitet und uns immer weiter gesteigert. In der zweiten Saisonhälfte waren wir in den Qualifyings vier Mal bestplatzierter Lamborghini und im letzten Rennen um das Podium zu fahren, war ein super Gefühl.“

Foto: Mario Herzog

Mirko Bortolotti (ITA)
#63 Lamborghini Huracán GT3 EVO
Qualifying: P18 – Rennen: DNF

Foto: Mario Herzog

Mirko Bortolotti: „Im Qualifying war heute großes Pech im Spiel. Ich war auf einer super Runde unterwegs und wir hatten die Chance auf Pole, doch dann wurde abgebrochen. Leider verzichtete die Rennleitung auf einen Restart der Session. Die Entscheidung war für uns nicht nachvollziehbar, aber wir mussten sie akzeptieren. Letztendlich hat uns das fürs Rennen in eine schwierige Ausgangslage gebracht und ich musste nach wenigen Runden mit einem Reifenschaden hinten links abstellen. Wir hatten uns den Saisonabschluss anders vorgestellt, doch wir ziehen trotz der Enttäuschung ein positives Fazit. Ich bin stolz auf mein Team und auf Lamborghini, für die Leistung, die wir in unserer ersten Saison in der DTM gezeigt haben. Wir haben die Großmächte geärgert und sind bis zum Schluss um den Titel mitgefahren.“

Foto: Gruppe C Photography

Gottfried Grasser, Teamchef von GRT: „Alessio hat heute einen mega Job gemacht. Er hat seinen ersten Punkt absolut verdient und hat mit diesem Erfolg dafür gesorgt, dass Lamborghini der bestplatzierte italienische Hersteller in der Meisterschaft geworden ist. Für Clemens tut es mir unheimlich leid. Er hat alles richtig gemacht und das Podium war zum Greifen nahe. Er hatte die Pace und ist ein super Rennen gefahren. Leider haben ihm Wrackteile auf der Strecke den Reifen zerstört. Auch Mirko hätte heute mehr verdient. Er war super fokussiert und war im Qualifying auf einer mega Runde. Es ist sehr schade, dass die beiden nicht das bekommen haben, was sie und ihre Crews verdient hatten. Unter dem Strich war es dennoch ein tolles erstes Jahr für uns in der DTM. Mein Dank gilt unserer gesamten Mannschaft und dem fantastischen Support von Lamborghini Squadra Corse.“

Quelle: Pressemitteilung GRT Grasser Racing Team

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