BMW-Werksfahrer Jens Klingmann hat beim kürzesten 24h-Rennen der Geschichte den sechsten Gesamtrang erzielt. Gemeinsam mit Jesse Krohn, Stef Dusseldorp und Alexander Sims pilotierte der gebürtige Heidelberger einen von Schubert Motorsport eingesetzten BMW M6 GT3. Für das Fahrzeug war es nach einer langen und erfolgreichen Epoche der letzte Auftritt beim Langstreckenklassiker in der Eifel. Als neue Waffe steht der BMW M4 GT3 bereits in den Startlöchern, bei dem Klingmann seit dem ersten Moment in die Entwicklung eingebunden ist.

„Unser Ziel war es im letzten Jahr der alten Lady, unserem BMW M6 GT3, noch einmal das Maximum bei den 24h Nürburgring herauszuholen. Auch wenn es am Ende nicht ganz zum Gesamtsieg gereicht hat, denke ich, dass sich die Bilanz mit dem zweiten Gesamtrang von ROWE Racing und unserem sechsten Platz beim GT3-Comeback von Schubert Motorsport auf der Nordschleife durchaus sehen lassen kann. Sicherlich ist trotz der guten Leistung jedoch auch ein weinendes Auge dabei, weil wir lange auf Podiumskurs unterwegs waren und es letztlich um gerade einmal fünf Sekunden verpasst haben“, bilanziert Klingmann.

Das BMW-Quartett von Schubert Motorsport zeigte ein äußerst solides Rennen. Vom vierten Startplatz aus spielte Klingmann bei schwierig wechselhaftem Eifelwetter zu Beginn des Rennens seine ganze Nordschleifenroutine aus. Genauso wie seine Teamgefährten im Anschluss spulte er Runde um Runde ohne jegliche Zwischenfälle in der „Grünen Hölle“ ab.

Als die Rennleitung aufgrund von dichten Nebelbänken aus Sicherheitsgründen das Rennen um 21.30 Uhr am Samstagabend nach sechsstündiger Fahrzeit mit der roten Flagge unterbrach, fand sich Klingmann mit seinen Teamkollegen dank einer guten Strategie auf dem dritten Gesamtrang wieder. Doch die rote Flagge spielte ihnen nicht unbedingt in die Karten. Für den Restart, der erst nach 14,5 stündiger Pause am Sonntagmittag erfolgen konnte, wurden die bis dahin herausgefahrenen Abstände neutralisiert. Dadurch war der zuvor hart erarbeitete Vorsprung auf die Verfolger auf einen Schlag weg. Hinzu kam, dass das Team rund um Jens Klingmann nach dem Restart aufgrund des neuen Regelwerks im Zusammenhang mit der Unterbrechung eine längere Standzeit an der Box absolvieren musste.

Jens Klingmann Schubert Motorsport N24h 2021
Foto: Racepix.eu

„Die neue Regelung unter roter Flagge ist meiner Meinung nach nicht wirklich gut gelungen und vor allem extrem undurchsichtig, speziell für die Zuschauer. Ich bin ehrlich gesagt kein Fan davon, dass bei einer Neutralisierung ohne Parc Fermé Bestimmungen, wie hier am Nürburgring der Fall, 20 Liter nachgetankt werden dürfen und sich die Boxenstandzeit erhöht, je nachdem wie viele Runden man vorher absolviert hat. Uns hat es zwar nicht ganz so hart getroffen wie den #1 ROWE BMW M6 GT3, trotzdem haben wir 30 Sekunden länger stehen müssen als die direkte Konkurrenz um uns herum. Ich würde mir wünschen, dass diese Regelung noch einmal im Sinne des Sports überdacht wird.“

Dank der unheimlich starken Performance auf der Strecke konnte der BMW M6 GT3 trotz der längeren Standzeit bis zum Schluss um das Gesamtpodium mitkämpfen. Aufgrund einer unterschiedlichen Boxenstoppstrategie gegenüber den Konkurrenten verlor man jedoch während einer Code-60-Phase wertvolle Sekunden, die am Ende in der Endabrechnung fehlten.

Schubert Motorsport BMW M6 GT3 N24h 2021
Foto: L. Rodrigues

„Es wäre sicherlich mehr möglich gewesen als der sechste Platz. Dennoch ist es ein tolles GT3-Comeback mit Schubert Motorsport, die vier Jahre nicht mehr mit dem BMW M6 GT3 auf der Nordschleife unterwegs waren. Man darf nicht vergessen, dass sich seither viele Dinge verändert haben. Es gibt neue Ingenieure und Mechaniker im Team, zudem haben sich einige Teilbereiche, wie z.B. die Reifen deutlich weiterentwickelt. Es war daher eine große Aufgabe in kürzester Zeit auf ein ähnliches Level zu kommen wie unsere BMW-Markenkollegen von ROWE Racing. Das Team kann sehr stolz auf die gezeigte Leistung sein. Für die Zuschauer tut es mir natürlich sehr leid, dass die Fahrzeit aufgrund des Nebels mit neuneinhalb Stunden so gering war. Hoffentlich erleben wir 2022 wieder ein Rennen ohne Unterbrechung und vor vollem Haus.“

Maisach (GER), 2nd June 2021. BMW M4 GT3, photoshoot, livery, BMW M Motorsport design, presentation, launch.
Foto: BMW Group / Martin Hangen / hangenfoto

Dann wird Jens Klingmann allerdings ins Steuer des Nachfolgemodells, den BMW M4 GT3, greifen. „Die Vorfreude auf das neue Fahrzeug ist riesig. Ich hatte die Ehre von Beginn an Teil des Entwicklungsteams zu sein, weshalb eine ganz besondere Bindung von mir zu diesem neuen Projekt vorherrscht. Wir dürfen uns alle auf ein schnelles Auto freuen, was einfach und selbsterklärend zu fahren ist. Gleichzeitig ist der Wagen wesentlich konstanter als der BMW M6 GT3 und nicht mehr so spitz zu fahren. Ich freue mich sehr auf die Weltpremiere beim vierten Lauf zur Nürburgring Langstrecken-Serie Ende des Monats und darauf, das erste Kapitel in diesem neuen Buch schreiben zu dürfen.“

Gleichzeitig blickt Klingmann jedoch auch sehr gerne auf die Zeit mit dem BMW M6 GT3 zurück. „Es gab viele schöne Momente mit dem Fahrzeug. Meine persönlichen Highlights waren vor allem der erste GTD-Sieg in Nordamerika 2016 beim Auftritt der IMSA WeatherTech SportsCar Championship (IWSC) im „Canadian Tire Motorsport Park“ nahe Bowmanville, aber auch der zweite Gesamtrang beim 24h-Rennen von Spa-Francorchamps 2018 sowie der dritte Gesamtrang beim 24h-Rennen Nürburgring 2020 mit Schnitzer Motorsport. Letzteres war für mich sehr speziell, weil es gleichzeitig auch das offiziell letzte Rennen des BMW-Traditionsteams war.“

Quelle: Pressemitteilung Jens Klingmann / Media-DaCo Daniel Cornesse

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