Das Team mit den türkis-blauen Rennwagen hat bei den Fans der Langstreckenrennen am Nürburgring einen Kultstatus erreicht wie kaum ein anderes. Falken Motorsport engagiert sich seit über einem Jahrzehnt bei der VLN und beim 24h-Rennen. In der Top-Klasse SP9 konnte Falken Motorsport mit Sitz in Offenbach am Main so manchen Erfolg feiern. Was steckt hinter dem Projekt?

Nachdem LSR-Freun.de vor kurzem das Team hinter Falken Motorsport – Schnabl Engineering – in Person von Sven Schnabl ausführlich interviewte, wollten wir mehr wissen. Kurzerhand trafen wir uns mit Stefanie Olbertz, selbstverständlich virtuell, und sprachen mit Ihr über die Vergangenheit, die aktuelle Situation und wohin der Weg von Falken Motorsport gehen wird.

Hallo Frau Olbertz, wir freuen uns, dass sie sich Zeit für unsere Leserinnen und Leser nehmen. So prominent das Team Falken Motorsport ist, sie stehen selten im Fokus, bitte stellen sie sich vor.

Falken Motorsports, Stefanie Olbertz
Foto: Gruppe C Photography / Falken Motorsport

Hallo und guten Tag, vor 40 Jahren erblickte ich, Stefanie Olbertz, das Licht der Welt. Meine Heimat war in Bayern, doch wohne ich seit langem im Landkreis Offenbach in der Nähe unseres Firmenstandorts in Deutschland. Bei Falken bin ich mittlerweile elf Jahre und war vorher bei einem externen Unternehmen schon für Falken tätig, die Verbindung besteht nunmehr seit fast 20 Jahren. Ich bin die Verantwortliche für Falken Motorsport.

Wie sieht ihr Alltag in der momentanen Ausnahmesituation aus?

Zu Anfang des Lockdowns haben wir gefühlte 15 Mal neu geplant, um festzustellen, dass sich die Situation wohl länger hinziehen wird. Somit wurden die Abläufe mittlerweile entschleunigt. Manches Projekt, wie der Falken Fankalender, läuft weiter. Auch der Austausch mit den Ingenieuren in Japan geht weiter, hier bin ich das Bindeglied zwischen der Kostenstelle, dem Team um Sven Schnabl und den Fahrern, dies zu koordinieren ist meine Aufgabe damit das Projekt funktioniert. Wir stehen weiterhin in regem Kontakt, analysieren stets wie die Situation ist und halten Rücksprache mit den Fahrern aus dem Ausland. Der Arbeitstag, überwiegend im Home-Office, besteht zu dreiviertel der Zeit aus Telefonaten und Videokonferenzen. In der restlichen Zeit helfe ich den Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen bei ihren Aufgaben, die anfallen.

Falken als Reifenhersteller für die Straße engagiert sich im Motorsport. Welche Erkenntnisse von der Rennstrecke fließen in die Serienproduktion ein?

Die Erfahrungen und Analysen von der Rennstrecke fließen natürlich in die Produktion von Straßenreifen mit ein. Details hierzu kann ich natürlich nicht preisgeben, doch gibt es sicher Komponenten, die für die Langlebigkeit der Pneus wichtig sind. Jedoch ist es keinesfalls eine Einbahnstraße der Tests und es fließen Erkenntnisse aus dem Straßenbereich in die Rennreifen mit ein. Es gibt auf jeden Fall einen regen Austausch zwischen den Abteilungen und bei den Technikern auch Schnittmengen, die sind für beide Bereiche tätig.

Schnabl Engineering ist seit 2011 das betreuende Team für die Autos. Wie sieht hier ein Testtag aus und wie werden Daten nach einem Rennen ausgewertet?

Falken Motorsport BMW M6 GT3 VLN 2019
Foto: M. Brückner

Die Reifeningenieure geben für einen Testtag einen Plan vor was und wie gefahren werden soll. Dann koordinieren wir das so, dass die Fahrer alle auch genügend Zeit am Steuer haben, um ihre Trainingszeit zu bekommen, damit sie sich auf die Strecke einspielen. Das ist besonders bei der Nordschleife sehr wichtig. Alle Piloten sind Werksfahrer und Profis, doch auch die müssen regelmäßig trainieren und benötigen ihre Tracktime. Sie kennen natürlich die Nordschleife, aber die Gegebenheiten dort sind jedes Mal komplett unterschiedlich.

Auch wenn wir bei den Tests Setup Änderungen vornehmen müssen sich die Fahrer darauf einstellen und jeder gibt sein persönliches Feedback. Hauptziel ist es jedes Jahr sich perfekt auf das 24h-Rennen vorzubereiten, da schauen wir, dass wir sogar mehr Rennen bestreiten als es die Ingenieure vorgeben. Dies auch mit dem Hintergrund, dass sich das Team ideal einspielen kann. Wir starten mit Siegesambitionen und nicht zum Spaß, da muss alles passen, das ist in der Langstrecke unglaublich wichtig.

Sven Schnabl sprach im Interview, dass seine Firma an die Zusammenarbeit mit Falken kam, „wie die Jungfrau zum Kind“. Wie wurde Falken Motorsport damals auf Schnabl Engineering aufmerksam und traf die Entscheidung zu einer erfolgreichen Kooperation?

Damals waren wir ja mit Nissan unterwegs, auch wenn die Zeit 2009/2010 erfolgreich war, entschieden wir auf einen deutschen Fahrzeughersteller zu wechseln. Auch weil da die Falken-Tyre Europe gegründet wurde und der Fokus mehr auf den europäischen Markt gelegt wurde. Die Wahl fiel dann recht schnell auf Porsche, da dieser Hersteller damals das ausführlichste GT3-Programm angeboten hatte. Porsche war da Vorreiter und bereits sehr gut aufgestellt, um einem Kundenteam umfangreichen Support zu bieten. Andere Hersteller zogen hier zwar sehr schnell nach jedoch lag der Vorteil auf der Hand, so kam für uns nur Porsche in Frage.

Unsere Kollegen in Amerika hatten damals schon sehr positive Erfahrungen mit dem RSR-Projekt mit Porsche. Da bestanden bereits Verbindungen nach Weissach. In den Gesprächen dort fragten wir nach entsprechend erfahrenen Rennteams, die für unsere Betreuung in Frage kommen könnten, jemand der das Auto kennt und den europäischen Markt.

Porsche gab uns eine Auswahl renommierter Rennställe und mein damaliger Chef, Herr Ushida und ich waren bei allen auch vorstellig geworden. Die geführten Gespräche und die „Chemie“ passte mit Schnabl Engineering am besten. Das die räumliche Nähe von Butzbach und Offenbach noch dazu kam war reiner Zufall aber selbstverständlich ein logistischer Vorteil aber nie der ausschlaggebende Faktor. Sven Schnabl hatte langjährige Erfahrung bei Rennen in Asien gesammelt und der Draht zu den Japanern war gegeben, das war uns auch sehr wichtig.

Schnabl wünschte sich für 2020 zwei Fahrzeuge von einem Hersteller, seine Argumente stellte er dar. In wie fern wirkt sich das auf die Tests aus. Entstehen nun nur noch „halb so viele“ Erkenntnisse?

(lacht) – Jein! Es ist richtig, dass wir nun nicht mehr die Daten zweier unterschiedlicher Fahrzeugcharaktere bekommen. Das war ursprünglich der Gedanke mit Autos von zwei Herstellern anzutreten und dadurch entsprechende Daten zu sammeln. Auch unter dem Aspekt den Kundensport noch besser bedienen zu können. Der Finanz-Abteilung mussten wir schmackhaft machen, dass zwei Autos unterschiedlicher Marken die Siegchancen erhöhen können.

Hier stimme ich Sven Schnabl zu, dass zwei verschiedene Autos doch ein immenser Aufwand waren. Es bedarf viel mehr Zeit für Meetings, Ingenieursarbeiten und so weiter. Schnabl hat den Auftrag sehr gut durchgeführt, doch wir erkannten auch, dass es allen das Leben nicht leicht macht. Somit sahen wir die sinnvolle Strategie mit zwei identischen Autos auf das 24h-Rennen 2020 hin zu arbeiten. Für die Testergebnisse waren der BMW M6 GT3 und der Porsche 911 GT3 R sicherlich gut und wir konnten tatsächlich auch Erfahrungen von einem Auto auf das Andere übertragen.

Falken Porsche 911 GT3 R #3 #4 Schnabl Engineering
Foto: L. Rodrigues

Andererseits bieten zwei identische Autos den Vorteil, mit unterschiedlichen Setups zu experimentieren und die Ergebnisse zusammenführen, um doppelt so viele aussagekräftige Daten in der gleichen Zeit zu haben. Beispielsweise bei Bremsentests in Verbindung mit Fahrwerkstests hätten wir zwei Testtage benötigt, um für jedes Auto verwertbare Informationen zu bekommen. Das geht nun an einem Tag, da ein Porsche dann die Bremsen testet und der Andere die Fahrwerkskomponenten. Auch die Kombinationen Reifen-Bremsen, Reifen-Fahrwerk lassen sich effektiver auswerten. Denn wenn wir gleichzeitig zwei Faktoren verändern wissen wir ja nicht, was sich tatsächlich wie auswirkt. Nun können wir an einem Auto die Reifen ändern, oder das Fahrwerk und haben direkte Vergleichsmöglichkeiten.

Frau Olbertz, dass der GT3-Motorsport auch Testplattform ist, haben sie uns ausführlich dargelegt. Die Falken Driftshow ist ebenfalls ein großes Projekt von Falken Motorsport. Ist das Driften auch Teil der Entwicklungsarbeit oder nur „Gummi verbrennen zur Show“?

Das ist nicht pauschal zu sagen. Driften hat einen Motorsport Charakter und ist bekanntlich eine eigene Kategorie mit professionellen Teams, Fahrern und Wettbewerben auf höchstem Niveau. Die Falken-Driftshow selbst ist natürlich rein zum Spaß und Entertainment für die Fans. Wir nutzen dies zur Markenpräsenz und für den Kundenkontakt. Normalerweise sind bis zu 600 Reifenhändler aus ganz Europa bei uns beim 24h-Rennen zu Gast, welche teilweise an Drifttaxifahrten teilnehmen. Selbstverständlich ist es auch eine spektakuläre Show, die bei den Fans Kultstatus erreicht hat und eigentlich am Freitagabend vor dem großen Rennen nicht mehr fehlen darf.

Falken Driftshow N24h 2019
Foto: Gruppe C Photography / Falken Motorsport

Driften ist eine hohe Kunst des Fahrens. Was bei einem Rennen meist zu Drehern oder Unfällen führt beherrschen die Piloten perfekt. Die Drifter führen solche unangenehmen Situationen gewollt herbei und bewegen ihr Auto kontrolliert in einem hauchdünnen Grenzbereich mit Perfektion. Da zu beherrschen ist für Rennfahrer sicher auch interessant, um sich dann in einer entsprechenden Situation auf der Strecke auch angemessen verhalten zu können. Eine instinktiv richtige Reaktion kann dann viel verhindern. Solche Trainings gehören teilweise zur Fahrerausbildung dazu.

Driften ist bei Falken besonders in den USA von großer Bedeutung und kann sogar aktuell, unter besonderen Sicherheitsregeln, betrieben werden. Dort sind dann Teams mit richtigen Renntrucks und einer Technikcrew. Sogar verschiedene Reifenhersteller treten in den Wettbewerben gegeneinander an. Das ist dann auch eine Testplattform und nicht nur Marketing. Die Reifenperformance unter solchen Extrembedingungen wird ausgewertet, denn ein Driftreifen muss Grip haben. Denn entgegen dem landläufigen Irrglauben, dass Driftreifen besonders harte und alte Gummis sind, brauch eben ein solcher Pneu doch hohe Qualität. Wenn du mit 180km/h durch eine Kurve quer fährst, dann musst du dich zu 100% auf den Reifen verlassen können. Somit wird hier auch Engineering auf hohem Level betrieben.

Sie sagten es eben, die Falken Driftshow gehört zum ADAC TOTAL 24h-Rennen am Nürburgring mit dazu. Vermutlich wird das große Spektakel 2020 als „Geisterrennen“ ohne Zuschauer ausgetragen. Was bedeutet das für einen Sponsor?

Falken Driftshow N24h 2019
Foto: Gruppe C Photography / Falken Motorsport

Hier haben wir schon einige Überlegungen angestellt, sind aber noch zu keinem Ergebnis gekommen. Auch da von Seiten des ADAC Nordrhein noch nicht sicher ist wie die Veranstaltung letztendlich ausgetragen wird. Ganz ohne Publikum, eine begrenzte Anzahl an Zuschauern – das lässt sich noch nicht sagen. Die Driftshow ist eine echte Fangeschichte und, damit sie wirkt, bedarf es eben auch dem Publikum.

Unsere Fahrer stecken, wie die Rennteams, auch in der Situation, dass sie momentan nichts zu tun haben und sich über Aufträge freuen würden. Es wäre eine Option die Show in einer kleineren Version mit einem Livestream zu starten, wenn die Piloten dann anreisen können. Onboard Übertragungen, oder wenn es erlaubt wird, mit Drohnenkameras gibt es auch spektakuläre Bilder. Da hier das Team eingespielt ist, wären wir flexibel auch kurzfristig zu reagieren ohne lange Planungen. Das entscheiden wir, wenn die Zeit gekommen ist.

Vor dem 24h-Rennen stehen die ersten Läufe der Nürburgring Langstrecken-Serie auf dem Plan. Hier warten alle auf eine Entscheidung der Landesregierung. Wenn es hoffentlich genehmigt wird ist nur eine sehr begrenzte Personenzahl vor Ort erlaubt. Gibt es bei Falken Motorsport hierzu schon Gedankenspiele?

Noch ist hier final nichts festgelegt worden. Die VLN steht mit der ILN im Dialog in wieweit das ausgearbeitete Konzept letztendlich durchführbar für die Teams ist. Wir haben uns schon unterhalten wie wir die beschränkte Personenzahl einhalten können. So werden sich einige Leute des Teams irgendwo außerhalb, auch mit Abstand, aufhalten müssen und von dort aus Datenarbeiten und Vorbereitungsaufgaben zu erledigen. Dafür brauchen wir dann die entsprechende Funkverbindung. Wie die Arbeit eines Dateningenieurs dann letztendlich aussehen kann müssen wir sehen. Aber ohne finales Konzept sind das nur Gedankenmodelle.

Es beginnt bereits bei so banalen, jedoch wichtigen Dingen wie dem Essen für die Crew. Normalerweise haben wir unseren festen Koch dabei, er gehört zum Inventar und wird liebevoll als „Team-Papa“ gesehen. Dieser Platz wird vielleicht nicht besetzt werden da wir bei begrenzter Personenzahl selbstverständlich zuerst die Mechaniker kalkulieren müssen. Aber die müssen trotzdem irgendetwas essen, wenn sie bis zu 16 Stunden dort ihrer Arbeit nachgehen. Mit diesen Bedenken stehen wir natürlich nicht alleine da – das betrifft alle Teams wie dies machbar sein wird.

Falken-Motorsport-Zieleinfahrt-N24h-2019
Foto: L. Rodrigues

Offen ist ebenso wie es mit der Reifenversorgung im Rennbetrieb sein wird. Nicht nur für unsere Autos, auch für die Kundenteams die ihren Service benötigen. Wo der dann bei dem begrenzten Platz im Fahrerlager und mit Verkehr möglich ist, müssen wir abwarten. Da hoffen wir auf weitere Informationen in Kürze.

Wir von Falken haben dabei noch Glück, denn unser Partner, die Firma Tyre Trade Center, sitzt in Meuspath, also nur einen Steinwurf vom Fahrerlager entfernt. Somit wäre eine Montage dort problemlos möglich, wenn die Lieferung ins Fahrerlager dann realisierbar ist. Da sehe ich aber kein Problem, da die Lieferung ja kontaktlos ablaufen würde. Der Transporter ist geschlossen. Da werden andere Reifenhersteller die nicht vor Ort sitzen vermutlich vor größeren Herausforderungen stehen. Da wird sich jeder so wie wir bereits große Gedanken machen.

Es gibt noch viele unbekannte Faktoren um konkreter zu Planen. Unsere Produktionsstätten in Japan stehen nahezu still. Eine Reifenfabrik lässt sich nicht auf Knopfdruck wieder starten, ich kann da nicht sagen wie lange es dauert bis hier alles hochgefahren ist. Hier kommen auch Lieferanten der Betriebe hinzu. Selbst wenn die Produktion recht schnell wieder aufgenommen wird, die Reifen müssen dann den weiten Weg nach Europa machen. Luftfracht wäre sicherlich eine Option, die sich allerdings sehr auf das Budget auswirkt. Möglich das wir hier jedoch nicht Drumherum kommen werden.

Aktuell findet der Rennsport fast ausschließlich im Simulator statt. Die Digitale Nürburgring Langstrecken-Serie hat nach wenigen Rennen bereits große Akzeptanz. Bisher ohne ein „Falken Simracing Team“. Ist Simracing für Falken als Marketingplattform nicht so interessant?

Es gab schon vor Corona erste vorsichtige Schritte von Falken, um sich dem Simracing anzunähern. Dies jedoch mehr im reinen Marketing und nicht mit „aktiven“ Einsätzen, da hier keine Entwicklungsarbeit in unserem Sinne als Reifenhersteller stattfindet. Präsent sind bei einigen Spielen die Falken-Autos bereits über Verträge oder durch Skins, die die Community selbst erstellt hatte. Bei RaceRoom und Gran Turismo Sport gibt es uns schon.

Simracing selbst ist eine eigene Disziplin mit großem Potential in der Zukunft, auch nach dem Boom durch Corona. Unsere Fahrer selbst sind aber nicht so im Thema, auch weil, wie erwähnt, die Entwicklungsarbeit bei Falken ein Hauptschwerpunkt des Motorsportsegments ist. Es gibt Simracer die sind auf diesem Gebiet wirkliche Profis, die es auch zu unterstützen gilt, hier werden wir sicherlich etwas mehr machen. Die Schnittmengen mit unseren Interessen sind in dem Fall wenig gegeben, vielleicht kam das Thema daher nur wenig auf.

Wagen sie einen Ausblick auf die Saison 2020? Wann, wo und wie könnte es los gehen?

Wir werden von Veranstaltung zu Veranstaltung planen. Den Testtag Mitte Juni haben wir uns vorgenommen da es bisher der einzig planbare bestätigte Termin ist. Hier sind wir aktuell an dem Thema Reifenlieferung dran, da wir in Europa nicht unendlich viele Rennreifen zur Verfügung haben. Hier geht es darum, die Pneus für warmes Wetter zu bekommen, bisher ging die Saison ja eher bei kalten Bedingungen los, für diese waren wir vor dem Lockdown aufgestellt. Doch diesen Testtag möchten wir auf jeden Fall sehr gerne fahren, da beide Autos in diesem Jahr noch nicht auf der Nordschleife waren und wir somit noch überhaupt nicht wissen wo wir aktuell stehen. Besonders das neue Auto sollte endlich bewegt werden, das wäre sehr wichtig für uns bevor wir in den Rennbetrieb einsteigen.

Falken Motorsport Stefanie Olbertz
Foto: Gruppe C Photography / Falken Motorsport

Nächster Punkt für dieses Jahr, wie von Sven Schnabl angesprochen, die Frage ob und wie die Piloten kommen können. Aktuell können wir noch nicht sagen wie viele Porsche Werksfahrer von den geplanten fünf kommen dürfen und können. Der Terminplan eines Jahres wird auf vier Monate komprimiert und bringt so manche Überschneidung mit sich. Es wird vermutlich schon ein reduziertes Programm werden. Doch grundsätzlich werden wir an den Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie sowie am ADAC TOTAL 24h Rennen am Nürburgring teilnehmen werden.

Umweltschutz, Nachhaltigkeit und alternative Antriebsarten werden immer heiß diskutiert. Wie ist aus ihrer Sicht die mittelfristige Entwicklung des Motorsport-Engagements von Falken?

Dies ist sicherlich eine sehr große Frage. Wir werden auf jeden Fall weiter im Motorsport aktiv sein, er liegt in unserer DNA. Falken fing vor vielen Jahren im Rallyesport in Japan schon an und der Motorsport war unser Einstieg in den europäischen Markt. Seit 1999 starten wir beim 24h-Rennen am Nürburgring. Rennsport ist für uns eine sehr wichtige Plattform, über die wir die Emotionen wecken die eine Reifenmarke wie wir transportieren möchten. Das hat sich ja auch bewährt.

Natürlich beobachten und bewerten wir immer aufs Neue die Situation und müssen gegebenenfalls reagieren. Falken macht sich schon Gedanken und hat Projekte für die Umwelt. Der DMSB ist mit allen Reifenherstellern an einem Programm, mit dem auch in diesem Bereich mehr Nachhaltigkeit gesorgt werden soll. Bedingt durch das Corona-Thema ist hier jedoch auch viel ins Stocken geraten. Hier stehen die Entwicklungen eben auch aktuell still beziehungsweise verzögern sich spürbar.

Wir bemühen uns auch, in vielen Bereichen des Unternehmens Schritte in die richtige Richtung zu gehen. Das beginnt mit dem Verzicht auf Kunststoff Geschirr bei Veranstaltungen, auch wenn es praktischer war. Seit zwei Jahren verwenden wir kein Einweggeschirr mehr bei allen Rennveranstaltungen.

Auch ein sorgsamer Umgang mit den Materialien trägt zum Umweltschutz bei. Nicht jeder Büroarbeitsplatz braucht alle zwei Jahre einen neuen Bildschirm der aktuellsten Generation. Bei Schnabl Engineering werden die Sitze von Kundenautos nicht mit einer Plastikfolie zum Schutz überzogen, sondern hier verwendet Schnabl Überzüge aus Leder, die damit nahezu unbegrenzt wiederverwertet werden und die Umwelt nicht belasten.

Unser Vorteil ist vielleicht auch, dass wir nur am Nürburgring aktiv sind und zumindest dadurch wenige Transport- und Reisekilometer haben. Flugtransporte zu Rennen fallen auch weg. Wie erwähnt ist das Lager auch in Meuspath, auch hier sind es sehr kurze Wege.

Motorsport selbst wird wohl nie vollständig umweltfreundlich sein, doch dient er in so vielen Facetten der Entwicklung neuer Technik und ist damit auch wichtig für die Umwelt.

Frau Olbertz, wir bedanken uns für das Gespräch. Sie möchten zum Abschluss noch eine Botschaft an die Fans aussenden, welche?

Falken Driftshow N24h 2019
Foto: Gruppe C Photography / Falken Motorsport

Wir von Falken Motorsport würden natürlich sehr gerne dieses Jahr wieder eine tolle Show bieten. Wir leben von den Fans und deren Präsenz. Doch aktuell ist das nicht möglich, daher werden wir alles daran setzen euch zuhause ein hochwertiges Programm bieten zu können. Wir sind sicher, dass ihr Daheim auch gute Aktionen bekommen werdet, aber haltet euch an die Aufrufe und kommt nicht zu den Rennen. Wenn ihr das schafft, werden wir uns mit Sicherheit sobald es möglich ist an der Rennstrecke wiedersehen und das wird dann um so schöner. Vielen Dank für Eurer Verständnis. Bleibt bis dahin gesund und uns gewogen!

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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