Hinter dem jungen Wahleifler Fabio Grosse liegt eine ereignisreiche Saison. Am Anfang des Jahres qualifizierte er sich bei der Aktion „Super-Racer“ für eine VLN-Saison im Porsche Cayman GT4 CS bei der Mannschaft von Teichmann Racing. Das Super-Racer-Bootcamp sowie das Finale in Ascari schloss er als bester von insgesamt fast 1800 Teilnehmern ab, die bei mehreren Events über das Jahr 2017 verteilt in Rennsimulatoren gegeneinander antraten.

Im Anschluss daran ging es bereits Schlag auf Schlag. „Ich bin von Anfang an gut im Team angekommen und hab mich gut mit meinen neuen Teamkollegen Hendrik von Danwitz und Daniel Bohr verstanden. Wir haben uns früh zusammen gesetzt, verschiedene Dinge besprochen und unsere Ziele für die Saison definiert“, erklärt Grosse den Start der Vorbereitung auf die Saison.

Nach der ersten Testfahrt im Cup-Rennwagen startete die junge Truppe mit einem zweiten Platz beim ersten VLN-Lauf solide in die Saison. „Wir konnten uns im Anschluss stetig verbessern und konnten unser Ergebnis letztendlich noch zweimal hintereinander bestätigen. Somit sicherten wir uns vor der Sommerpause die Führung in der Porsche Cayman Cup-Klasse. Dementsprechend gut war die Stimmung in der Mannschaft. Trotzdem haben wir weiter gearbeitet und analysiert, was wir noch besser machen können. Immerhin fehlte uns noch ein Renn-Sieg“, so Grosse weiter.

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Foto: L. Rodrigues

Da für den Sieg in den ersten Rennen zum Teil nur das Quäntchen Glück in einigen der vielen Gelbphasen fehlte und die Rundenzeiten bereits auf einem top Niveau lagen, ging das Trio dementsprechend hoch motiviert in die Rückrunde. Beim Saisonhöhepunkt, dem sechs-Stunden Rennen,
welches mit der eineinhalbfachen Punktezahl belohnt wird, folgte auf einen Höhenflug leider kurz vor Rennende die Ernüchterung.

Grosses Mitstreiter von Danwitz wurde auf dem sicheren zweiten Platz liegend in Schlagdistanz zum Führenden von einem GT3-Boliden berührt, dessen Fahrer wohl etwas übereifrig unterwegs war. Statt mit einer hohen Punkteausbeute, die den Ausbau der Führung in der Meisterschaft bedeutet hätte, endete das Rennen in der Leitplanke.

„Das tat richtig weh. Ausgerechnet beim Rennen mit der höchsten Ausbeute hatten wir unseren einzigen Ausfall der Saison. Die Punkte fehlten uns am Ende des Jahres, um weiter um den Titel im Cup kämpfen zu können“, erzählt der junge Rennfahrer. „Danach folge für uns zudem noch eine Pechsträhne. Auf ein technisches Problem mit einer Reparaturpause im Rennen passierte mir beim folgenden Lauf ein Patzer im Startstint, und hatte einen Kontakt mit meinem Vordermann.“ Es folgte ein erneuter Reparaturstopp und ein Rennende weitab von dem, was sich die Truppe vorgenommen hatte.

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Foto: L. Rodrigues

Im Spitzenfeld der Pokalklasse geht es extrem eng zur Sache und Berührungen sind genauso an der Tagesordnung wie Kämpfe Frontsplitter an Heckflügel und Tür an Tür. „Trotzdem sollte mir so etwas nicht passieren. Das war extrem schade und tat mir vor allem Leid fürs Team. Ich wollte aber aus meinem Fehler lernen und am Ende stärker zurück kommen. Ich glaube das ist mir danach ganz gut gelungen und ich konnte mich am Ende gut im Vorderen Feld der Klasse behaupten.“ Leider setzte sich die Pechsträhne bei den letzten VLN-Rennen fort und der ganz große Wurf blieb für die drei jungen Fahrer aus.

Grosses Saisonfazit fällt aber dennoch positiv aus: „Ich kam von Rennen zu Rennen immer besser mit dem Auto zurecht und konnte mich stetig verbessern. Im Laufe der Saison konnte ich mich unter den Top-Fahrern in der Trophy etablieren und das Auto fast immer auf einem der vorderen beiden Plätze übergeben. Oft durfte ich Doppelstints fahren und hatte so die Möglichkeit, auch zu zeigen, dass ich in der Lage bin, den einen oder anderen Rückstand am Ende des Rennens zu egalisieren.“

Am Ende stand noch einmal ein Lauf, der zwar erneut ohne das ganz große Finale endete, bei dem Grosse aber tief in die Trickkiste greifen konnte und sehenswerten Motorsport zeigte, wie er in einer Cup-Klasse üblich ist: „Mein persönlicher Höhepunkt war der Startstint beim letzten VLN-Rennen. Vom fünften Platz aus gestartet, konnte ich bereits in der Mercedes-Arena zum ersten Mal die Führung übernehmen und fand mich anschließend in einem engen Kampf um die Spitze.

Zwischenzeitig auf den zweiten Platz zurück gefallen gelang mir am Ende der dritten Runde in der Tiergarten-Schikane ein Manöver, welches mir die Führung zurück gab. Diese konnte ich anschließend sogar noch ausbauen.“

„Schlussendlich möchte ich mich beim Team und meinen beiden Mitstreitern bedanken. Ich hab mich zu jedem Zeitpunkt wohl gefühlt und bin froh und dankbar für die Chance, die ich durch das Projekt „Super-Racer“ bekommen habe.“ Kurz nach dem VLN-Finale gab es für Fabio Grosse bereits erfreuliche Gespräche, wie es in der kommenden Saison in Sachen Rennsport weiter geht. Dazu aber in Kürze mehr.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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