Mit dem Fallen der Zielflagge am 20.Oktober 2018 gegen 16.00 Uhr sollte die Motorsportsaison des Jahres 2018 für das Team Racing4Emotion zu Ende gehen. Leider kam es beim letzten Rennen der Langstreckenrennserie Nürburgring (VLN) anders. Bereits in der Einführungsrunde stellte sich ein technischer Defekt am Rennauto des Teams ein, sodass man vor Erreichen der Startlinie die Hoffnung, das Abschlussrennen und damit die Saison erfolgreich abschließen zu können, vorzeitig begraben musste.

Die Stimmung im Team zum Saisonabschluss war gut, motiviert waren alle bis in die Haarspitzen. Das Qualifikationstraining startete aufgrund von Nebel mit rund einer Stunde Verspätung. Jürgen Bretschneider (Friedberg) setzte routiniert sofort zu Beginn die erste Zeit. Nach ihm nahm Steven Fürsch die Zeitenjagd auf. Er hatte einen guten Flow und fühlte sich richtig wohl im Auto. Die Zwischenzeiten versprachen eine neue Bestzeit. Aber man hört oft im Motorsport, dass ein anderer Teilnehmer schon mal das Fortkommen behindert. So auch bei Steven. Aufgrund dieser Behinderung brach er die Runde ab und fuhr sich „warm“ für einen zweiten Angriff. In seinem zweiten Versuch griff er gar nach der Klassenbestzeit.

Im Streckenabschnitt „Wehrseifen“ ging ihm der Asphaltstreifen der Nordschleife aus und er nutzte den Grünstreifen neben der Strecke um das Auto nicht zu verlieren. Dadurch war die gute Anfangsphase dahin. Sicherheitshalber steuerte er die Box an. Hier wurde das Auto durchgecheckt und repariert. Während dessen beobachtet die Mannschaft die Mitstreiter auf dem Zeitenmonitor mit Argusaugen. Soll man noch mal rausfahren und schauen ob man die Zeit verbessern kann? Die letzten Minuten des Zeitrainings liefen und die Strategen beobachteten und rechneten mit dem Resultat, dass Racing4Emotion auf einen erneuten Angriff verzichtete. Am Ende des Trainings stand der zweite Startplatz fest. Zufriedenheit im gesamten Team machte sich breit. Alles richtig gemacht.

Foto: L. Rodrigues

Statt um 12.00 Uhr wurde das auf vier Stunden angesetzte Rennen aufgrund des Wetters am Morgen ebenfalls mit einstündiger Verspätung um 13.00 Uhr bei bestem Sonnenschein gestartet. Bevor die Startflagge fiel, ging es ca. 20 Minuten vor dem Start in die Einführungsrunde. Eine Runde Zeit um das Auto, die Bremsen und vor allem die profillosen Reifen aufzuwärmen. Während dieser Zeit vermeldete Startfahrer Jürgen Bretschneider via Funk eine schwergängige Lenkung. Zunächst ging man von einer elektrischen Fehlfunktion aus. Im weiteren Verlauf der rund 24 Kilometer langen Runde jedoch wurde die Lenkung immer schwergängiger. Das Team entschied das Fahrzeug in die Box zu beordern. Jürgen ist in seiner Karriere schon so manche Autos ohne Servolenkung gefahren, aber das hier gerade erlebte war auch für ihn neu. Es war fast nicht möglich am Lenkrad zu drehen. In der Boxengasse angekommen, dann die ernüchternde Diagnose. Die Servolenkung versagte ihren Dienst gänzlich. Bei dem vorliegenden Defekt unterstützt die Lenkhilfe nicht das mechanische Lenkgetriebe, sondern arbeitet dagegen. Somit war nicht nur das Rennen, sondern auch die Saison 2018 für das Team beendet. Enttäuschung machte sich breit. Solche Emotionen wollten die Mitglieder im Team zum Jahresende nicht erleben.

Racing4Emotion möchte sich nicht nur bei allen Fans und Freunden bedanken, die uns an der Rennstrecke besucht und angefeuert haben, sondern auch bei denen die uns aus der Ferne via Livestream und Liveticker die Daumen drückten.

Man dankt den Partnern, die dieses erste gemeinsame Jahr möglich gemacht haben. Ebenso dankt man auch den Teammitgliedern, die manches Wochenende an der Rennstrecke oder in der Werkstatt, getrennt von ihren Liebsten, verbracht haben. 2019 will das Team mit unveränderter Mannschaft ins Rennen starten.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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