Mit einem dritten Gesamtrang und einem zweiten Rang in der Langstrecken-Wertung der Blancpain GT Series feiert Emil Frey Lexus Racing die bisher erfolgreichste Saison des Unternehmens. Mit einem weinenden Auge verabschiedet man sich gleichzeitig vom eigens entwickelten Jaguar XK GT3.

Emil Frey Lexus Racing #114 Blancpain GT Series Endurance Cup TOTAL 24h Spa 2018
Foto: D. Maschull

Der Lexus RC F GT3 beendet ein überaus erfolgreiches Motorsportjahr: Mit zwei Rennversionen des kraftvollen Sportcoupés sicherte sich Emil Frey Lexus Racing das Podium in der renommierten Blancpain GT Series. Neben dem dritten Platz in der Gesamtwertung landete das Schweizer Privatteam nur knapp geschlagen auf dem zweiten Rang in der Langstrecken-Wertung – und feierte so die beste Saison aller Zeiten.

Nach Anlaufschwierigkeiten kam Emil Frey Lexus Racing in der Saison immer besser in Fahrt: Bereits den vierten Lauf im britischen Silverstone beendeten Stephane Ortelli, Markus Palttala und Norbert Siedler auf dem dritten Platz im Lexus RC F GT3 mit der Starnummer 114. Auf der folgenden Traditionsstrecke Paul Ricard im französischen Le Castellet holten die Teamkollegen Albert Costa, Christian Klien und Marco Seefried im zweiten Lexus den ersten Sieg. Für zahlreiche Top-10-Platzierungen unter anderem in Brands Hatch, Misano und am Nürburgring gab es weitere wertvolle Punkte.

Dadurch ging das Schweizer Team sogar als Führender des Endurance Cups in das große Saisonfinale in Barcelona, musste sich im Ziel aber knapp geschlagen geben. Gerade einmal sechs Punkte fehlten zum Triumph auf der Langstrecke.

„Für uns war es die erste komplette Saison mit allen zehn Rennen in der Blancpain GT Series und sie hätte nicht vielfältiger sein können“, bilanziert Lorenz Frey-Hilti, Teamchef von Emil Frey Racing. „Wir haben zu Beginn mit großen Schwierigkeiten gekämpft, vor allem mit der richtigen Abstimmung der Pirelli-Reifen, die in diesem Jahr neu für uns waren. Aber wieder einmal bewies unser Team professionelle Arbeit und suchte ständig nach Verbesserungen, um den Lexus RC F GT3 in kurzer Zeit wettbewerbsfähig zu machen. Mit einem Podiumsplatz und einem Rennsieg haben wir einige Meilensteine gesetzt. Jetzt müssen wir die Erfahrungen und Daten aus diesem Jahr analysieren und sie für die Vorbereitungen für das nächste Jahr nutzen, um dann noch stärker anzugreifen.“

Zum Abschied einen Sieg in der Blancpain GT Series – der Jaguar wird ausgemustert

Emil Frey Racing Jaguar #54 Blancpain GT Series Endurance Cup TOTAL 24h Spa 2018
Foto: D. Matschull

Nach vielen Jahren akribischer Entwicklung zahlte sich die harte Arbeit aus und neben dem Meisterschaftssieg für die drei Piloten Alex Fontana, Mikael Grenier und Adrian Zaugg im Blancpain GT Series Endurance Silver Cup erreichte Emil Frey Racing zudem den zweiten Gesamtrang in der Endurance Cup Teamwertung. Nicht zuletzt standen Mechaniker, Fahrer und Teammitglieder emotional und mit einem weinenden Auge an der Boxenmauer, als der GT3 Jaguar zum letzten Mal eine Ziellinie überquerte.

Emotional war das Projekt „GT3 Jaguar“ vom ersten Tag an. Firmengründer Emil Frey, ein Pionier seiner Zeit voraus, war bereits 1926 der weltweit erste Importeur von Jaguar Fahrzeugen, damals noch unter dem Namen SS Cars bekannt. Die folgenden Generationen um Walter und Lorenz Frey lebten den Pioniergeist weiter und riefen das Emil Frey Racing Team ins Leben. Die Rennabteilung der Emil Frey Gruppe nahm sich dem ambitiösen Projekt an und baute zuerst zusammen mit einem Partner und später komplett selbstständig im kleinen Safenwil mit wenigen Fachleuten ein GT3-Fahrzeug auf. Der Emil Frey GT3 Jaguar forderte auf der internationalen Motorsportbühne die grossen Hersteller wie Audi, Lamborghini, Mercedes und Co. heraus.

„Wir können wirklich sehr stolz auf unsere Arbeit zurückblicken“, erzählt Jürg Flach, Technischer Direktor Emil Frey Racing. „Die Entwicklung unseres Jaguars war wirklich eine Pionierarbeit. Das Fahrzeug haben wir komplett selber mit unserem kleinen Team entwickelt. Jeder Einzelne der an diesem Projekt beteiligt war, darf stolz auf das Erreichte sein. Es waren fünf aufregende Jahre und umso schöner war der krönende Abschluss in diesem Jahr mit dem Gewinn der Silver Cup Meisterschaft.“

„Mit unseren Teammitgliedern und dem Glauben an die sogenannte Mission Impossible haben wir tatsächlich das Unmögliche möglich gemacht und mit dem Emil Frey GT3 Jaguar die englische Traditionsmarke im GT3 Sport auf die Erfolgsstrasse führen können“, sagt Team Principal Lorenz Frey-Hilti. „Wir waren stets das kleine private Team aus der Schweiz, doch unsere Kompetenz wurde nie unterschätzt und so durften wir zum Beispiel als einziges Privatteam an den offiziellen Reifentests von Pirelli teilnehmen. Durch unser großes Know-How und nicht zuletzt durch unseren inneren Antrieb und das Vertrauen haben wir den Kampf gegen die großen Hersteller aufnehmen können. Es ist wirklich sehr schön und kaum in Worte zu fassen, was die Erfolge in diesem Jahr für uns bedeutet haben. Den Lohn für die harte Arbeit während den letzten Jahren haben wir diese Saison in Form von tollen Ergebnissen erhalten. Mit Führungskilometern, Sieg im Silver Cup und Gesamtdritter bei seinem Abschiedsrennen hat uns der Jaguar ein schönes Ende dieser einmaligen Geschichte beschert. Nun hat er sich einen schönen Platz in unserem Museum in Safenwil verdient. Ich bin sehr stolz, Teamchef einer so tollen Mannschaft zu sein. Der GT3 Jaguar wird uns fehlen, doch im Herzen wird er weiterfahren.“

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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