In knapp drei Wochen, am Samstag den 27. März 2021 wird um 12:00 Uhr der Start in die NLS Saison freigegeben. Bei der 66. ADAC Westfalenfahrt möchte das Team Manheller Racing aus Meuspath wieder in der VT2 Klasse mitmischen und mit dem WWS-Strube BMW 330i über die neun Rennen wieder wichtige Meisterschaftspunkte durch top Platzierungen einsammeln. Doch die aktuelle Situation auf dem Fahrer- und Sponsorenmarkt lässt die Pläne des Teams rund um Stefan Manheller wackeln.

„Die Corona-Pandemie hatte uns im vergangenen Jahr ja schon einige Kopfschmerzen bereitet, da Sponsoren-Budgets schrumpften und – bedingt durch das Hygienekonzept – die Kosten dazu noch stiegen. Das war alles noch darstellbar und wir waren ja froh, dass von den neun geplanten Rennen zumindest bis zum 6h-Rennen auch fünf davon stattfanden. Aber eine solche Situation wie aktuell habe ich wirklich noch nie erlebt!“, schildert Manheller. Der Teamchef aus Döttingen erklärt weiter: „Seit über 20 Jahren betreiben wir erfolgreich Motorsport auf dem Nürburgring, daher wissen wir, dass es meist im Januar noch recht dünn ist mit den Fahrerbesatzungen. Üblicherweise waren dann bis Ende Februar alle Plätze vergeben und wir konnten mit zwei oder drei Autos in der Langstrecke fahren. In diesem Jahr steht jedoch sogar der Einsatz eines Autos auf der Kippe, da es offensichtlich kaum interessierte Fahrerinnen oder Fahrer gibt.“

Kurt Strube
Foto: L. Rodrigues

Ein seit Jahren treuer Fahrer, Sponsor und fast schon Familienmitglied bei Manheller ist Kurt Strube. Er plant seine Teilnahme im WWS-Strube BMW 330i wieder bei der Truppe aus Meuspath. Der Geschäftsführer eines führenden Kultur-Dienstleisters mit Sitz in Lingen, der Dienstleistungen von Aufsicht, über Gebäudereinigung bis zur Zeitarbeit anbietet sagte: „Ich bin in der glücklichen Lage, dass mein persönlicher Einsatz noch möglich ist, auch wenn die Kulturbranche sich im Lockdownmodus befindet und vielerorts Kurzarbeit herrscht. Jedoch kann ich weder ein vier Stunden Rennen alleine fahren, noch weiteres Budget als Sponsor aufbringen. Mein langjähriger Fahrerkollege Martin Owen kann durch die strengen Einreisebestimmungen nur schwer aus Großbritannien in die Eifel kommen und fällt daher auch vorerst aus.“

Stefan Manheller führt weiter aus: „Ich bin mir sicher, wenn sich ein Interessent mit Lizenz bei mir meldet, können wir ein passendes Paket auch für kleine Budgets schnüren. Wenn wir 2021 überhaupt nicht fahren können wäre das ein Desaster. In den Gesprächen mit anderen Teamchefs höre ich zurzeit überall von ähnlichen Problemen. Nie war es nach der Winterpause so schlecht um Fahrerbewerbungen gestellt.“

WWS-Strube BMW 330i Manheller Racing NLS 2020
Foto: L. Rodrigues

Er konkretisiert: „Das liegt vermutlich an der Mischung aus sinkenden Werbebudgets bei Sponsoren, die eigenen Bedenken der Personen um das Infektionsrisiko und dazu noch gestiegene Kosten für den Einsatz. Ich habe Verständnis dafür, dass auch die Veranstalter sich auf die Hinterbeine stellen müssen damit die Nürburgring Langstrecken-Serie durchführbar ist. Auch ist mir klar, dass die Mehrkosten für die Aufwertung der Medienpräsenz, um mehr Reichweite für die Seriensponsoren zu generieren heutzutage nötig ist. Doch wen können wir erreichen, wenn wir überhaupt nicht starten können?“

Als positiv denkender Teamchef schließt Manheller ab: „Resignieren war für uns noch nie eine Option und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir zumindest mit dem WWS Strube BMW die vierte Saison beginnen können. Im persönlichen Gespräch finden wir garantiert einen Weg mit dem sowohl das Team als auch der Fahrer letztendlich zufrieden sein kann. Dann ist es uns gemeinsam möglich auch unter Corona-Bedingungen 2021 in der Grünen Hölle wieder um Platzierungen zu kämpfen.“

WWS-Strube BMW 330i Manheller Racing NLS 2020
Foto: L. Rodrigues

Der WWS Strube BMW 330i wird in der Klasse VT2 starten. Manheller Racing geht in der boomenden Klasse bereits seit drei Jahren erfolgreich an den Start und verfügt dementsprechend über große Erfahrung beim Setup und der Taktik. Die Klasse erlebt seit zwei Jahren großen Zuwachs, da viele seriennahe Autos mit 2-Liter Turbomotor den Markt beherrschen. Spannend in der VT2 ist die bunte Mischung der verschiedenen Fahrzeugkonzepte. Der BMW 330i ist eine klassische 4-Türer Limousine mit Heckantrieb, der sich gegen beispielsweise einen Renault Megane mit Frontantrieb misst. Jedes Konzept hat dabei seine Vor- und Nachteile je nach Streckenabschnitt und Wetterlage. Das Ganze noch serien- und damit breitensportnahe.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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