Die Rückkehr an den Lausitzring wurde für Schubert Motorsport am vergangenen Wochenende zu einer unerwarteten Zerreißprobe. Vom 19. bis 21. August stand für den Rennstall aus Oschersleben die fünfte Station im ADAC GT Masters 2022 auf dem Programm. Eine unvorteilhafte Einstufung des BMW M4 GT3 im Reglement der Rennserie und launisches Wetter machten dem BMW M Motorsport Team das Leben schwer. Drei Punkteresultate blieben ein kleiner Lohn für die großen Anstrengungen der Crew. BMW-Werksfahrer Nicky Catsburg eroberte mit einer strategischen Meisterleistung allen Widrigkeiten zum Trotz die dritte Pole Position der Saison. Der Sieg blieb ihm und BMW-Kollege Jesse Krohn dennoch verwehrt. Niklas Krütten und Ben Green verteidigten im Schwesterauto mit zwei fehlerfreien Rennen die Führung in der Juniorwertung.

In den Vorbereitungen wurde für Schubert Motorsport am Freitag schnell ersichtlich, dass die Rennen neun und zehn in der diesjährigen Deutschen GT-Meisterschaft ein hartes Stück Arbeit werden. Nachdem das Team in der DTM auf dem Lausitzring einen Doppelsieg gefeiert hatte, waren der Konkurrenzfähigkeit des BMW M4 GT3 durch die Balance of Performance diesmal andere Grenzen gesetzt. Die Trainings fanden auf dem 3,478 Kilometer langen Layout des Lausitzrings bei trockenen Bedingungen statt. In der zweiten Session sorgte Krohn mit Platz vier im Feld der 22 GT3-Boliden für einen kleinen Lichtblick.

Foto: Alexander Trienitz

Das verregnete erste Qualifying bot Schubert Motorsport am Samstag jedoch keine Möglichkeit, auf die wertvollen Erkenntnisse aufzubauen. Die Startplätze 18 und 21 für Krütten und Krohn waren eine herausfordernde Ausgangslage für den ersten Lauf über 60 Minuten. Bei anhaltendem Regen bahnten sich der 31-jährige Finne und der 19-Jährige aus Trier den Weg durchs Feld. Nach einem langen ersten Stint übernahmen Green und Catsburg die Autos beim Fahrerwechsel auf den Positionen 12 und 13. In der zweiten Rennhälfte hielten sie sich bei den schwierigen Bedingungen schadlos und machten bis zur Zielflagge jeweils einen weiteren Platz gut.

Auf diesen Kraftakt folgte am Sonntag eine taktische Meisterleistung im zweiten 20-minütigen Zeittraining. Catsburg zog bei abtrocknender Strecke im richtigen Moment Slicks auf und fuhr mit einem Husarenritt auf die Pole Position. Es war die erste für den 34-jährigen Niederländer im ADAC GT Masters und zugleich die dritte für den BMW M4 GT3 in dessen Debütsaison in der hart umkämpften GT3-Meisterschaft. Den Zweitplatzierten distanzierte Catsburg dabei um über eine Sekunde. Green stellte indessen einen Startplatz in Reihe acht sicher.

Der 24-jährige Brite und Krütten waren mit einer erneuten Aufholjagd auch im zweiten Rennen erfolgreich. Krütten übernahm den BMW M4 GT3 beim Boxenstopp als 13. und kämpfte sich im zweiten Stint bis auf Position neun vor. Den Teamkollegen wiederum fehlte auch von der Pole Position einmal mehr das nötige Glück. Nachdem Catsburg den Lauf souverän angeführt hatte, verpasste er aufgrund eines Problems mit dem Funk das im Reglement festgelegte Boxenstopp-Fenster. Die daraus resultierende Strafe nahm ihm und Krohn jede Chance auf ein zählbares Ergebnis, sodass das Team sich entschied, das Auto vorzeitig abzustellen.

In der Gesamtwertung belegt Schubert Motorsport bei noch zwei ausstehenden Veranstaltungen den sechsten Platz. Green und Krütten liegen im Fahrerklassement weiter an fünfter Stelle. Die Juniorwertung für Fahrer unter 25 Jahren führt das Duo mit 49,5 Punken Vorsprung weiterhin souverän an. Krohn und Catsburg befinden sich im Gesamtklassement auf Rang zwölf. Die nächste Runde im ADAC GT Masters steht vom 23. bis 25. September auf dem Sachsenring an.

Foto: Alexander Trienitz

ADAC GT Masters
Jesse Krohn/Nicky Catsburg – BMW M4 GT3 #20
Qualifying 1: P21 – Rennen 1: P12
Qualifying 2: P1 – Rennen 2: DNF

Jesse Krohn: „Das Glück war wieder einmal nicht auf unserer Seite. Uns hat im Nassen ziemlich viel Pace gefehlt, weil wir die Reifen nicht ins Arbeitsfenster bekamen. Wir waren am Samstag zu weit weg, um an der Spitze zu kämpfen. Dafür haben wir uns aus jedem Ärger herausgehalten und alle Punkte mitgenommen, die drin waren. Der Sonntag begann mit der Pole von Nicky sehr gut und er hat auch im Rennen einen mega Job gemacht. Wir hatten vor dem Fahrerwechsel einen schönen Vorsprung. Leider hat der Funk genau in der einen Runde gestreikt, in der wir ihn brauchen. Die Strafe für das Verpassen des Boxenstoppfensters war so heftig, dass wir uns entschieden, nicht weiterzufahren.“

Nicky Catsburg: „Das Wochenende war ein Auf und Ab. Die Bedingungen im Qualifying am Samstag waren für unser Auto sehr knifflig. Das Rennen war ebenfalls nicht leicht, aber es ging vorwärts und wir hatten einen anständigen Lauf. Am Sonntag lief es endlich mal für uns. Wir trafen die richtige Entscheidung, im Qualifying gleich auf Slicks zu wechseln. Die Pole Position hat sich sehr gut angefühlt. Ich hatte das Gefühl, dass wir diesen Boost für unsere Moral brauchten. Das Rennen lief super, aber leider hatten wir in der letzten Runde meines Stints keinen Boxenfunk. Es war sehr unglücklich, den Sieg oder ein Podium auf diese Weise zu verlieren.“

Foto: Alexander Trienitz

ADAC GT Masters
Niklas Krütten/Ben Green – BMW M4 GT3 #10
Qualifying 1: P18 – Rennen 1: P11
Qualifying 2: P16 – Rennen 2: P9

Niklas Krütten: „Wir hatten am Samstag im Regen ziemliche Schwierigkeiten. Sowohl im Qualifying als auch im Rennen haben wir nicht das richtige Setup gefunden, um den Reifen ans Arbeiten zu bekommen. Im zweiten Qualifying haben wir etwas zu spät auf Slicks gewechselt. Ben hatte einen guten Start und ich konnte in meinem Stint vier weitere Positionen gewinnen. Mit dem neunten Platz können wir in Anbetracht der Umstände zufrieden sein. Wir haben das Maximum herausgeholt, aber für den Sachsenring müssen wir wirklich auf eine bessere Balance of Performance hoffen. Ansonsten können wir nur mitfahren, aber nicht an der Spitze kämpfen.“

Ben Green: „Das Wochenende auf dem Lausitzing war für uns wirklich tricky. Wir hatten im Trockenen eine stabile Pace, aber im Regen eher weniger. Wir haben im Team gut zusammengearbeitet, um das Auto zu verbessern, aber es waren für uns zwei schwierige Tage. Ich hoffe sehr, dass wir an den letzten beiden Rennwochenenden wieder konkurrenzfähiger sein werden.“

Teammanager Marcel Schmidt: „Es war für uns im ADAC GT Masters sicherlich das herausfordernste Wochenende in der bisherigen Saison. Nach den Trainings war klar, dass wir bei der Performance durch die Balance of Performance ein spürbares Defizit haben. Die Crew hat beim Setup wie immer sehr gute Arbeit geleistet, um die Nachteile bestmöglich zu kompensieren. Der Regen hat uns am Samstag leider zurückgeworfen. Mit der Ausbeute im ersten Rennen waren wir unter diesen Voraussetzungen durchaus zufrieden. Der Sonntag war leider sehr bitter. Die Pole Position war für uns alle ein schöner Erfolg, um neuen Mut zu fassen. Im Rennen sah es sehr gut aus, bis der Boxenfunk ausgefallen ist. Wir müssen untersuchen, was das Problem verursacht hat. Sowohl vor als auch nach dem Boxenstopp funktonierte alles tadellos. Es ist sehr enttäuschend, so die Chance auf einen Sieg zu verlieren.“

Quelle: Pressemitteilung Schubert Motorsport

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