Bundesweit sind etwa 150 Menschen bei dem sintflutartigen Unwetter vergangenen Donnerstag im Westen der Republik ums Leben gekommen. Tausende wurden obdachlos, Städte und Infrastruktur wurden zerstört. Bilder wie nach einem Krieg gehen durch die Medien und zeigen doch nur einen Teil der Dramatik und Auswirkungen. Zugleich geht eine große Welle der Solidarität durch die Nation. Auch die Motorsport-Familie rückt enger zusammen und stellt zahlreiche Aktionen in Windeseile auf die Beine, um die Not vor Ort zu lindern.

Noch in der Nacht des Unwetters öffnete das Lindner Hotel am Nürburgring seine Türen für Menschen die kein Dach über dem Kopf haben, zahlreiche weitere Hotels und Pensionen schlossen sich an. Eine Sammelstelle für Hilfsgüter, die schnell am Nürburgring eingerichtet wurde, füllte sich in den zwei Tagen bis zum Annahmestopp.

Nürburgring Bitburger Event Center Spendenlager
Foto: Nürburgring

Lediglich Hygieneartikel, Babynahrung, haltbare Lebensmittel und Tierfutter werden aktuell noch dringend benötigt. Weiterhin auch Gaskartuschen, um Wasser abzukochen und Essen aufzuwärmen werden gesucht. Power-Banks, Batterien oder Stromaggregate können helfen die gestörte Kommunikation wieder in Gang zu bringen. Eine ähnliche Lage herrscht an weiteren Sammelstellen, Kleidung scheint genug da zu sein und muss erst sinnvoll sortiert und verteilt werden.

Einen sehr emotionalen Spendenaufruf machte Eifelurgestein Christian Menzel über die Sozialen Medien. Der Schock steht im ins Gesicht geschrieben und die Worte unter Tränen fallen ihm schwer. Das Video findet Ihr bei Facebook.

Betroffen von der Katastrophe sind auch Damen und Herren der Streckensicherung die im Ahrtal ihren Wohnwagen oder ihr Wohnmobil übers Jahr auf den Campingplätzen parken um bei ihren Einsätzen bei Veranstaltungen eine Übernachtungsmöglichkeit zu haben. Hier wurden ganze Felder von Campingwagen wie Spielzeugautos von den Fluten mitgerissen.

W&S Motorsport Sammelaktion Hochwasserhilfe 2021
Foto: W&S Motorsport

Das Team W&S Motorsport, aus dem weit entfernten Ofterdingen im Schwabenland, füllte einen Rennauflieger mit Gütern, der sich im Laufe des Tages auf den Weg in die Eifel machte. Ein Teammitglied aus der Eifel war für lange Zeit nicht erreichbar und berichtete dann, dass er sein ganzes Hab und Gut verloren hat. Viele weitere Teams und Unternehmen boten schnelle und unbürokratische Hilfe an.

PP Group Kran
Foto: Peter Posavac / PP Group

Peter Posavac, Inhaber der PP-Group in Essen bot die Unterstützung in Form von zwei 40 Tonnen-Schwerlastkranen sowie mit LKW an. Der Unternehmer und Rennfahrer schrieb auf Facebook: „Das macht mich so betroffen, diese Bilder zu sehen. Ich kann nicht fassen, wie sich diese Region, in der ich so viele schöne Erlebnisse hatte, innerhalb von Stunden in eine Krisenregion verwandelt hat. Ich bin da letzte Woche noch durchgefahren, das ist so unglaublich. Mein Mitgefühl gilt allen Menschen, die Verwandte oder Freunde, oder ihr Zuhause verloren haben. Falls ich irgendwie helfen kann, sei es mit LKW’s oder Kränen (zwei 40 Tonnen Kräne mit 20 m Auslage) schickt mir bitte eine Nachricht. Ich bin zwar im Urlaub, versuche aber das von hieraus zu organisieren. Ich bin mit meinen Gedanken bei euch, liebe Freunde.“

Das in Adenau beheimatete Abschleppunternehmen Lenz hilft kostenlos beim Bergen und Unterstellen der Autos. Kontakt hier: 02691/9380770. Restaurant Aviano Adenau spendet Rettungskräften eine Mahlzeit zum mitnehmen, auch dies ist ein toller Beweis der Solidarität in der Region.

Die Polizei Rheinland-Pfalz appelliert jedoch mit Nachdruck, dass „Schaulästige“ nichts in der Region zu suchen haben und bitte die Hilfsarbeiten nicht behindern sollen. Auch Touristen sollen die Region erstmals nicht besuchen, die Nordschleife bleibt für Touristenfahrten geschlossen da sämtliches Hilfspersonal sowie Einsatzwagen für wichtigeres benötigt werden.

LSR-Freun.de Gründer und Inhaber Michael Brückner war am Freitag mit einem bis unters Dach vollgepackten Kombi am Nürburgring und wird am heutigen Tage die zweite Hilfstour aus der Pfalz starten.

Michael Brückner mit Hilfsgüter
Foto: M. Brückner

Er berichtete gestern: „Schon auf der Anfahrt war es ein düsteres Szenario auf der Autobahn 61. Kaum private Fahrzeuge, stattdessen zahllose Rettungswagen, Feuerwehrkolonnen und Einsatzwagen des Technischen Hilfswerk. Was ich dann am Nürburgring selbst sah, überstieg meine Vorstellungskraft bei weitem. Berge an Kleidung und Hilfsgüter die in kürzester Zeit gesammelt, sortiert und bereit zum Verteilen verpackt waren. Das Fahrerlager ist ein großer Parkplatz für Feuerwehr- und Rettungswagen. Die Verzweiflung über die schockierenden Ausmaße stand allen ins Gesicht geschrieben.“

Foto: M. Brückner

Abgabestelle für Sachspenden: Nürburgring: Eventcenter am Boulevard

Bitte vorab auf der Webseite des Nürburgrings erkundigen was noch benötigt wird und ob eine Zufahrt ohne Behinderung der Hilfsmaßnahmen möglich ist. Wichtig ist, dass keine Pakete per Post zugeschickt werden sollen, Spendengelder sind in diesem Fall der bessere Weg die Opfer direkt zu erreichen. Die Kreissparkasse Ahrweiler hat hierfür ein Soforthilfe-Konto eingerichtet

Kreissparkasse Ahrweiler
IBAN DE18 5775 1310 0000 1000 24
SWIFT MALADE51Ahr
Verwendungszweck: „Hochwasserhilfe #WirfuerdieEifel”.

Weitere Spendenkonten:

Volksbank RheinAhrEifel eG
DE18 5775 1591 0600 0220 00
SWIFT GENODED1BNA

Postbank Köln
DE84 3701 0050 0017 2905 06
SWIFT PBNKDEFF370

Die Kreisverwaltung Ahrweiler hat seit Samstag, den 17. Juli eine Hotline für Hilfsangebote eingerichtet, die Leitungen sind aktuell häufig überlastet.

02641/975-900 oder per E-Mail: Hochwasserhilfe@kreis-ahrweiler.de

Hier können sich Bürgerinnen und Bürger melden, die bei der Bewältigung der Katastrophe unterstützen möchten, beispielsweise mit konkreten Hilfsangeboten, Sachspenden, Arbeitsmaterialien, Transport- oder Bergefahrzeugen und ähnlichem.

Weitere Informationen auf der Hochwasserhilfe Homepage des Landkreis Ahrweiler

Auch auf www.hochwasseradenau.de haben Freiwillige die Möglichkeit sich zum Helfen anzumelden. Hotline-Nummer: 02691-4599460 Die Hotline ist von 8:00 Uhr bis 0:00 Uhr täglich besetzt. Ebenfalls können sich hier Hochwassergeschädigte registrieren und mit der Gemeinde in Kontakt treten.

Auch Race4Friends sammelt Spenden

Der gemeinnützige Verein teilte mit:

Liebe Freunde*Innen und Unterstützer*Innen, die Hochwasserkatastrophe hat in RLP und NRW sehr große Schäden angerichtet und bereits 150 Menschen das Leben gekostet.

Darunter sind leider auch einige aus der Lebenshilfe Sinzig. Diese wurde vom Hochwasser sehr hart getroffen und wir wollen auf diesem Wege dazu aufrufen zu Spenden.

Da wir als Verein leider keine Möglichkeit haben Sachspenden zu verarbeiten bitten wir ausschließlich um Geldspenden. Sachspenden werden gerne am Nürburgring Boulevard entgegengenommen und von dort aus an die Betroffenen weiter verteilt.

Die Spendengelder die auf unserem Vereinskonto (untenstehend) eingehen, werden 1:1 direkt an die Lebenshilfe Sinzig weiter überwiesen.

Deine Spende bitte auf folgendes Konto überweisen:

Race4Friends e.V.
Betreff: Lebenshilfe Sinzig Hochwasserhilfe
IBAN: DE17 5776 1591 0055 9330 00
Volksbank RheinAhrEifel eG

Zum derzeitigen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, ob wir für diese Spenden Spendennachweise ausstellen dürfen, da diese ja nicht dem Verein zugutekommen.

Vielen Dank für die Unterstützung, Das Race4Friends Team

Die Spuren des Unwetters werden die Region noch über Jahre zeichnen und die teilweise vollständig zerstörte Infrastruktur den Weg dorthin noch monatelang erschweren. Wir von LSR-Freun.de rufen unsere Leserinnen und Leser sich mit Spenden zu beteiligen und sich solidarisch zu zeigen. Mit Ausflügen ist den Menschen aktuell sowie in den kommenden Wochen oder gar Monaten sicherlich nicht geholfen. Wer vernünftig ist, stellt seinen Drang zu Touristen- oder Eifelrundfahrten zurück und überweist das was in den Tank geflossen wäre auf eines der o.g. Konten.

Unser Mitgefühl ist bei den Hinterbliebenen der Flutopfer, bei denen die das Haus, Auto, Hof oder sonstigen Besitz in den Fluten verloren haben und wünschen viel Kraft und eine schnelle unbürokratische Hilfe von Seiten des Staates und der Versicherungen. Der Dank geht an alle Ehrenamtlichen die unter Risiko des eigenen Lebens unermüdlich und teilweise über mehr als 48 Stunden ohne Unterbrechung helfen.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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