Die Motorsportsaison 2017 ist zu Ende. Nahezu alle Rennserien haben ihr Finale erreicht. Beim finalen Lauf der Formel 1 war seit langem auch FIA-Präsident Jean Todt anwesend und nahm zu allen – auch kritischen – Fragen Stellung.

Das Automagazin Auto Motor und Sport hat das ganze in einem Interview gedeckelt, welches am gestrigen Mittwoch veröffentlicht wurde. Im Detail geht es hier vorallem um die Nach-Eccelstone-Arä, die Schere zwsichen Arm und Reich im Motorsport und Möglichkeiten, wie man Kosten weiter senken könne. Eine mögliche Idee seien gleiche Motoren für Formel 1 und WEC. Die aktuelle Antriebsstrategie in der Formel 1 zeichnet sich als zu kostenintensiv und kompliziert ab. Der Vorschlag für das Konzept 2021 der Formel 1 sei allenfalls eine Diskussionbsgrundlage – eine Evolution dessen, was man bereits vorliegen hat.
„Es wäre falsch, etwas völlig Neues aus dem Hut zu zaubern. Wir müssen Rücksicht auf die vier Hersteller nehmen, die schon da schon sind und die viel Geld in die aktuellen Motoren investiert haben. Aber wir wollen auch neue Hersteller anlocken.“ versucht Todt seinen Spagat zu erklären.

Doch die Rechnung hat der FIA-Präsident ohne Mercedes, Ferrari und Renault gemacht, weswegen er gleichsam wieder zurück ruderte. „Es ist ja noch nichts entschieden. Wir sind für alle guten Vorschläge offen, egal von wem sie kommen. Es ist eine offene Diskussion auf einer Basis, der alle aktuellen und potenziellen Motorhersteller zugestimmt haben. Das waren die Grundsätze: einfacher, billiger, lauter, serienrelevant und auf einer Basis des bestehenden Motors.“

Und so bringt er eine weitere Diskussionsgrundlage ins Spiel, die jedoch durchaus auf mehr Akzeptanz stoßen könnte. Man könnte diese Antriebseinheiten dann auch in mehreren Rennserien verwenden und müsse die TEchnik nicht zwangsläufig vereinfachen, um Kosten zu sparen.

Ein Motor für Formel 1 und WEC

„Zur Zeit haben wir für jede Rennserie ein eigenes Motorenreglement. Das muss nicht sein. Die Anforderungen in der Formel 1 und der Langstrecken-WM sind sehr ähnlich. Ein Formel 1-Motor muss 5.000 Kilometer halten. Das ist ungefähr die Le Mans-Distanz. Könnte man das mit einem Motorkonzept abdecken, wäre das attraktiv für neue Hersteller, und es könnte Formel 1-Teams dazu bringen, mit einer eigenen Mannschaft nach Le Mans zu gehen. Oder umgekehrt.“

Wenn man sich die technischen Vorschriften der zwei Serien anschaut sind auch jetzt schon durchaus Parallelen zu erkennen. Im Jahr 2021 möchte die Formel 1 mit 1.6l V6 Motoren – mit modifiziertem Turbo und Begrenzungen in Größe und Gewicht – an den Start gehen, die durch ein MGU-K System zusätzlich aufgeladen werden sollen. Von dem gegenwärtigen System der Energiegewinnung durch Abgase (MGU-H) will man sich zukünftig auf die Rückgewinnung der Bremsenergie (MGU-K) konzentrieren. In der WEC setzen die Hersteller bereits auf dieses System. Hier wird die Bremsenergie der Vorderachse in Antriebsenergie umgewandelt. Und bei den aktuellen Motorengrößen sind auch die – wenn auch gleich zum Teil ehemaligen – Hersteller nicht weit von den zukünftigen Motorengrößen entfernt. Während Toyota seine Leistung von 735KW aus einem 2,4l V6 Bi-Turbo mit angeschlossenenem Hybridmotor gewinnt, konnte Porsche aus einem 2.0l V4 mit Hybridunterstützung ca. 900 PS aus dem Antrieb kitzeln. Und das, obwohl man von den Herstellern lediglich verlangte nicht mehr als 5.0l Hubraum zu überschreiten.

Bleibt also abzuwarten, welche Lösungen uns FIA und die Hersteller sowohl für die Formel 1, als auch für die WEC präsentieren werden.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner
Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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