Kurz vor Weihnachten kam der Schock für den Traditionsrennstall Schnitzer Motorsport: BMW beendet das Werksengagement, zieht damit die begonnene Entwicklungsarbeit am BMW M4 GT3 ab und die für 2021 anstehenden Renneinsätze in verschiedenen Serien. Eine tiefe Erschütterung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Freilassing, aber auch bei der Motorsport-Familie auf der ganzen Welt. Kein anderer Name wird so eng mit BMW M Motorsport und legendären Autos wie dem E30 M3 DTM aus den späten 1980er Jahren verbunden. Zahllose Siege hat die Familie Schnitzer/Lamm für den Hersteller aus München eingefahren.

Wie motorsport-total.com heute berichtet laufen in Freilassing die Vorbereitungen für die Betriebsauflösung. Eine Verkaufspräsentation soll im Februar folgen. Der Verkauf des Betriebsbestandes sei bereits angelaufen. Bei Erinnerungsstücken wie Pokale wird den Mitarbeitern ein Vorkaufsrecht ermöglicht, so haben einige im Unternehmen eine jahrzehntelange Betriebszugehörigkeit und eine tiefe emotionale Bindung zu Schnitzer. Doch auch Gerätschaften und weitere Einrichtungsgegenstände werden veräußert. Vermutlich werden auch einmalige Fahrzeuge die in den Hallen stehen „unter den Hammer“ kommen.

Reporterlegende Reiner Braun fasst im Podcast bei „Alte Schule – die goldene Ära des Automobils“ Erinnerungen aus 58 Jahren des Traditionsrennstalls und an die Zeiten mit Charlie Lamm zusammen.

Wenn sich kein solventer Investor findet der die Firma Schnitzer vollständig übernimmt und unter dem Namen etwas neues aufbaut bevor das gesamte „Tafelsilber“ verkauft wurde, wäre eine einzigartige Sammlung Motorsport-Geschichte unwiederbringlich weit verstreut. Herbert Schnitzer jr. sagte zu motorsport-total.com: „Wenn jetzt jemand kommt, dann würden wir unsere Vorbereitungen für die Verkaufspräsentation stoppen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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