Für das EiFelkind Racing Team verläuft die erste NLS-Saison des Rennstalls rund um Uwe Wendland weiter vielversprechend in der Klasse V4. Beim Auftaktrennen sah der auffällige BMW 325i #701 auf dem zweiten Rang die Zielflagge und bei der 53. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy lag das Team auf Siegkurs, lieferte packende Zweikämpfe bis zum letzten Umlauf und kam letztendlich auf dem dritten Platz und somit erneut auf dem Podium ins Ziel.

Uwe Wendland berichtete nun über das Wochenende in seiner erfrischend fröhlichen und offenen Art, das möchten wir Euch nicht vorenthalten:

Nachdem wir unser allererstes Rennen ende März trotz Getriebeproblemen dennoch mit einem 2. Platz beenden konnten,waren wir auf das Rennen zwei eigentlich gut vorbereitet, und waren bereit für einen weiteren Erfolg
Doch es sollte alles anders kommen: Schon in der ersten Runde des Freitagstrainings, an dem wir noch einige Verbesserungen an der Fahrwerksabstimmung vornehmen wollten, verabschiedete sich unser Ersatzgetriebe vorzeitig ins Wochenende.

Foto: L. Rodrigues

Schön wenn man im Fahrerlager nette Leute kennt, die den Breitensport noch zu schätzen wissen, und die ohne zu überlegen ein ersatz-Ersatzgetriebe zur Verfügung stellen (danke nochmal dafür Daniel). Nachdem unsere Jungs das Teil Abends noch unter unseren E90 gebaut hatten, ging es Samstag morgen um halb 9 dann ins eineinhalb stündige Qualitraining. Die ersten Runden und die Aussagen der Fahrer bestätigten uns dass dieses Getriebe KEIN Griff in die Porzelanschüssel war. Es kam noch besser: nach den ersten Testrunden sprang am Ende des Trainings sogar noch die Poleposition für uns raus.

Nun galt es für uns das Beste aus dieser Pole zu machen, und das auch noch ohne unseren besten Mechaniker Christian, der es vorzog dieses Wochenende bei irgendeiner „unbedeutenden Nachwuchsserie“ namens ADAC GT4 in Oschersleben rumzuschrauben.

Foto: L. Rodrigues

Für das Rennen hatten wir uns die gleiche Taktik wie beim ersten Mal vorgenommen: Peter fährt als erfahrenster den Start, und wühlt sich durchs Getümmel, Dominic unser ruhiger, immer lächelnder Schweizer fährt den mittleren Stint, und Kevin gibt am Ende noch mal alles. Nachdem wir am Start zwei Plätze abgeben mussten, die aber nicht auf den Fahrer zurückzuführen waren, konnten wir uns ziemlich schnell wieder auf Platz zwei vorarbeiten.

Als wir dann nach unserem letzten kurzen Boxenstopp vier Runden vor Schluss mit zwei Sekunden Vorsprung vor dem amtierenden Gesamtmeisterteam in Führung lagen stand uns der Atem still. Was für eine Spannung bei uns in der Box, vor den Monitoren und dem Funk, einfach Hammer !!! Sollten wir etwa in unserem zweiten Rennen schon unseren ersten Sieg einfahren können ??? Das waren für viele von uns sicher die spannensten Runden im Motorsport.

Vier Runden, das heisst auf der Nordschleife inkl. GP-Strecke ca 100 km, musste Kevin noch seine Führung verteidigen, und wir hörten über Funk immer wieder: „der sitzt mir im Kofferraum“, worauf wir erwiderten:“dann lass ihn da, der Transponder sitzt im vorderen Fahrzeugteil!“

Foto: L. Rodrigues

Aber es kam wie es kommen musste, nach mehreren Führungswechseln und Windschattenspielen, hatten wir in einer Rechtskurve Wippermann/Eschbach ca. 6 km vor der Zielflagge „Freundkontakt“ am hinteren rechten Reifen und an der hinteren rechten Tür, der uns leider in einen Dreher ohne Einschlag in die Leitplanken zwang, wodurch dann kurz danach auch noch der vorher drittplatzierte an uns vorbeifuhr.

Auch wenn die Berührung vom späteren Sieger sicher nicht beabsichtigt war, denke ich dass sie dennoch vermeidbar gewesen wäre. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge ging es für die meisten von uns noch am späten Abend wieder nach Hause. Denke wir haben nicht nur durch unser auffälliges Design unseres EiFelkind-BMWs einen guten Eindruck hinterlassen, auch Dank unserer mega guten Küche war es ein erfolgreiches Wochenende. Durch eine sehr gute Team und Fahrerleistung hatten wir doch bewiesen dass mit uns dieses Jahr noch zu rechnen sein wird, und aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.“

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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