Das erste Rennwochenende der SimRacing Community GT3 Digital World Championship liegt hinter uns. Am Samstag den 02. Mai 2020 waren die zwei einstündigen Auftaktrennen auf der virtuellen Strecke von Brands Hatch. 19 Teams standen am Start mit einer bunten Mischung von geübten Simracern und Pilotinnen und Piloten aus der realen Motorsportszene und boten tollen Rennsport und Kämpfe um Positionen. Als Sieger des ersten Rennes wurde Loris Brock und Dennis Hillmann von Keeponracing – RN Vision Racing Team STS im McLaren 720S GT3 #26 gekürt. Den Sieg im zweiten Rennen sicherten sich Nico Welle und Nick Westphal vom Team MRS Sim-Racing im BMW M6 GT3 #16.

Rennen 1

Nach dem Testrennen am 25. April in Le Castellet war es am Samstag soweit: Die Digitale Weltmeisterschaft für GT3-Boliden lud auf die traditionsreiche Strecke von Brands Hatch ein. Die Positionen für das Rennen 1 wurden vorher in einem 30-minütigen Qualifying ausgetragen, Vasilios Beletsiotis ging mit dem – RN Vision Racing Team STS im McLaren 720S GT3 #25 von der Poleposition aus ins Sprintrennen.

SRC GT3 DWC Brands Hatch
Foto: SimRacing Community / rFactor2

Schnell zeigte sich, dass Brands Hatch ein herausfordernder Kurs ist, so gab es in der Anfangsphase einige Dreher ins Kiesbett oder in die Leitplanken. Die Mannschaft der White Angel Viper ging mit der weißen Dodge Viper GT3 #13 von Rang 17 auf die Jagd, wurde jedoch durch einen Treffer auf die Vorderachse in der ersten Kurve bereits zu einem Boxenstopp gezwungen und fiel an das Ende des Feldes zurück. Max Lippert ließ sich nicht entmutigen und konnte als dreizehnter die Zielflagge passieren. Das Keeponracing-RN Vision-Schwesterauto #26 mit Loris Brock und Dennis Hillmann stand letztendlich ganz oben auf dem Podest, gefolgt von den beiden BMW M6 GT3 #18 und #16 von MRS Sim-Racing.

Rennen 2

SRC GT3 DWC Brands Hatch
Foto: SimRacing Community / rFactor2

Gestartet wurde von den Endplatzierungen aus dem ersten Rennen, somit führte der McLaren 720S GT3 #26 das Feld an, doch die beiden MRS-BMWs machten direkt Druck von hinten. Nick Westphal übernahm dann in der #16 die Führung und konnte durch schnelle Reaktion einen Unfall mit der White Angel Viper vermeiden, die sich vor ihm von der Strecke drehte.

Diese Führung konnte Teamkollege Nico Welle nach dem Boxenstopp dann verteidigen. Was folgte waren aufregende 15 Schlussminuten mit fairem Rennsport. Welle hielt sich trotz dem Druck der Verfolger im Nacken an der Spitze und wurde als Sieger des Rennen 2 abgewinkt. Patrick Pleiss vom Team Vortex Motorsports mit dem BMW M6 GT3 #99 sah als zweiter vor Daniel Schmidt im BMW M6 GT3 #95 des Teams VorteX Extreme das Schwarzweiß karierte Tuch. Moritz Lippert brachte die White Angel Viper #13 von eben diesem Startplatz aus ins Rennen. Wie bereits im ersten Lauf, hatten die Viper-Piloten schwer zu kämpfen das schwere Auto auf der Strecke zu halten, nur knapp entging Lippert einem Unfall mit dem führenden BMW M6 GT3 von MRS. Doch wie auch sein Bruder im ersten Rennen setzte Lippert das Rennen fort. Diese Hartnäckigkeit wurde wieder mit dem 13. Rang letztendlich belohnt.

Begeisterung bei allen Beteiligten – Und ein Aufruf von Lars Gutsche

Die SRC GT3 Digital World Championship wird auf der Plattform rFactor2 ausgetragen. Alle Beteiligten zeigten sich begeistert von der Simulation, jedoch auch vom Rennspirit und dem gesamten Rahmen mit den Kommentatoren. Hier waren wie im Testrennen auch, Roland Niemann und Lars Gutsche am Mikrofon.

Leiter der Serie ist Michael Welle von der SimRace Community. Dieser schildert seine Eindrücke am Abend nach den Rennen so: „Auf den ersten Blick war ich am Mittag noch über nur 19 Autos am Start enttäuscht, letztendlich war ich froh, denn sonst wäre der Kurs von Brands Hatch doch schnell voll gewesen. Nach all den unzählbaren Stunden in den Wochen zuvor, die das ganze Team hier reingesteckt hat, sind wir mehr als glücklich und zufrieden. Das wir vorher ein Testrennen hatten hat sich ausgezahlt, so müssen wir nun nur noch an Feinheiten in der Ausführung feilen. Im Großen und Ganzen war es jedoch ein Erfolg!“. Besonders betont Welle: „Ich möchte nochmals allen meinen Admins und helfenden Händen danken, das war nicht selbstverständlich und hat sich gelohnt. Auch Rolf und Lars kommentierten so locker und mitreißend, es war herrlich.“

Ebenso positiv, jedoch mit ein wenig Selbstkritik fällt das Fazit von Lars Gutsche aus. Der Routinier am Mikrofon und bekennender Brands Hatch-Fan zu LSR-Freun.de: „Also die letzten 15 Minuten des zweiten Rennens waren großes Rennsport-Kino. Was die Jungs im Dreikampf da vorne zeigten ließ mich zwischendrin wirklich vergessen, dass ich Simracing verfolge, toller fairer Motorsport! Nochmals Gratulation an die Siegerteams beider Rennen. Doch auch auf den anderen Rängen ging es heiß her, die White Angel Viper sorgte öfters für steigenden Puls, den Jungs wünsche ich viel Erfolg bei den nächsten Rennen.“

Der 49-jährige aus Tönisvorst merkt jedoch an: „Für mich persönlich war es noch ungewohnt von zuhause aus den Moderatoren-Ball dem Partner zuzuspielen – ohne direkten Blickkontakt. Ebenso die kleinen Hilfen im Hintergrund durch Regie oder die unsichtbaren Helferlein blieben natürlich aus. Auch in die Welt der Simracing-Persönlichkeiten und Teams bedarf es noch Eingewöhnung bei mir, so mancher Namen ist mir noch schwergefallen. Das Format der Meisterschaft, mit einer Mischung aus Sprint- und Langstreckenrennen auf unterschiedlichen Kursen sprach sofort an. Das gerade auf meiner geheimen Lieblingsstrecke Brands Hatch gleich ein solches Feuerwerk abgebrannt wurde war mega!“.

Abschließend sagt Gutsche: „Die Zuschauerzahlen am Stream ließen noch zu wünschen übrig, waren vielleicht auch den vielen anderen Sim-Rennen an diesem Tag geschuldet. Ich wünsche mir sehr, dass noch viele weitere auf den Geschmack kommen. Das weitere Teams hinzustoßen denke ich auch. Was letztendlich zählt ist, dass wir mit der GT3 DWC eine echt geile Serie haben, auf die Langstrecken Rennen, speziell auf das Finale, dem 24h-Rennen in Spa Francorchamps freue ich mich besonders.“

Weitere Stimmen nach dem Rennen

SRC GT3 DWC Brands Hatch
Foto: SimRacing Community / rFactor2

Bernd Albrecht – White Angel Viper #13: „Die Rennen liefen beide sehr durchwachsen für unser Team. Der Unfall in den ersten Sekunden des Rennen 1 war ärgerlich, so wurden wir noch weiter zurückgeworfen. Die Viper lässt sich auf einer Strecke wie Brands Hatch unglaublich schwer kontrollieren, das erschwerte es uns zusätzlich, ebenso werden noch viele Testrunden zum Trainieren für kommende Läufe und um das Setup zu verbessern nötig sein. Doch wir hatten trotzdem wieder viel Spaß. Sehr passend war natürlich, dass wir mit der traditionellen Startnummer #13 auch den 13. Rang durchweg gepachtet haben. Vielleicht ist das der Schlüssel zum Glück im weiteren Wettbewerb – Silverstone wird dem Auto auch besser liegen.“

Das Resümee des Hirrlingers zur SRC GT3 DWC reiht sich in die begeisterten Stimmen ein: „Obwohl wir hier am Simulator trotzdem immer in getrennten Räumen waren, um die Abstandsregeln einzuhalten war der Spaßfaktor sehr hoch. Auch den Livestream zu verfolgen und Lars mit Roland zuzuhören hatte was von „an der Rennstrecke mitfiebern“. Allen Kollegen aus dem Rennsport kann ich nur raten in die GT3 DWC einzusteigen. Wir sind jetzt heiß darauf hier weiter für Fly&Help unsere Runden zu drehen, wer Brands Hatch verpasst hat sollte dann in zwei Wochen zum 3h-Rennen einschalten!“

Nick Westphal, MRS Sim-Racing, BMW M6 GT3 #16: „Nach einem durchwachsenen Qualifying, dass für uns mit dem fünften Startplatz endete blickten wir zuversichtlich auf den Start des ersten Rennens. Hier machte ich schnell eine Position gut, was folgte war ein enger Zweikampf mit dem gegnerischen M6 im Nacken. Durch viele Verteidigungsmanöver nach hinten lief ich in Gefahr den Anschluss an P3 zu verlieren, konnte ihn jedoch halten und profitierte von einem Fehler, was uns auf die Position brachte. Eine Änderung der Fahrerwechsel-Strategie zahlte sich aus, so war Nico nach dem Boxenstopp auf P2 zurück auf der Strecke. Für mich war es dann aufregend zuzuschauen wie er kämpfte die Platzierung zu halten, was ihm bis in die letzte Runde gelang. Letztendlich waren wir mit Platz drei auf dem Podium und einer guten Ausgangsposition für das zweite Rennen.“

Seine Eindrücke vom zweiten Rennen schildert der 18 Jahre junge Simracer weiter so: „Nach einem guten Start konnten wir dieses Mal das Verfolgerfeld etwas hinter uns lassen. Kurz vor dem Boxenstopp, bei dem ich das Auto an Nico übergab, war ein Schockmoment da sich die White Angel Viper direkt vor mir drehte. Eine Kollision konnte ich zum Glück vermeiden, jedoch verloren wir wertvolle Sekunden. Was Nico dann für einen Kampf in den Schlussminuten bot war beeindruckend, das darf er selbst erzählen. Das wir den Sieg schafften macht mich sehr glücklich, es war ein toller Auftakt.“

Nico Welle, MRS Sim-Racing, BMW M6 GT3 #16: „Der dritte Platz im ersten Rennen war schon super, auch unter Anbetracht, dass wir im Qualifying die Pace der Konkurrenz nicht mitgehen konnten. Mein Stint im zweiten Rennen waren fast 20 Minuten starkes Racing, die Konkurrenten forderten mein ganzes Talent, doch es hat unglaublich Spaß gemacht sich fair im Dreierpack zu messen. Das es mir gelungen ist die Gegner hinter mir zu halten freute mich und über unseren Sieg für MRS Sim-Racing bin ich überglücklich und stolz. Nun gehen wir als Tabellenführer ins nächste Rennen der Serie, aber wir lassen uns da nicht unter Druck setzen.“

SRC GT3 DWC Brands Hatch
Foto: SimRacing Community / rFactor2

Weitere Informationen über den Wettbewerb findet ihr auf der Homepage der SimRace Community

Die Termine der GT3 Digital World Challenge im Überblick

25. April 2020 Testtag in Le Castellet
02. Mai 2020 Brands Hatch 2 Rennen je 60min
16. Mai 2020 Silverstone 3h-Rennen
30. Mai 2020 Paul Ricard 1000km Rennen
13. Juni 2020 Zandvoort 2 Rennen je 60min
27. Juni 2020 Misano 2 Rennen je 60min
11.-12. Juli 2020 24h von Spa Francorchamps

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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