Mit klassischen DTM-Rennwagen und mit historischen Boliden der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) aus den Siebzigern – so präsentiert sich die DTM Classic als tragende Säule der hochkarätigen DTM-Plattform in der neuen Saison 2022. „Für viele Motorsport-Enthusiasten sind die Rennwagen früherer Epochen samt ihrer Fahrer die Heroes ihrer Jugend“, unterstreicht Peter Oberndorfer, Serienmanager der DTM-Organisation ITR. Um der zunehmenden Faszination für historische Rennwagen gerecht zu werden, hat die ITR die DTM Classic neu ausgerichtet: mit dem DTM-Cup über fünf Rennveranstaltungen sowie dem DRM-Cup mit drei Events.

DTM Classic 2021
Foto: DTM-Media-Team

Die DTM Classic beschert Fahrern und Teams der wachsenden Classic-Szene sowie den Fans großartige Erlebnisse vor großer Kulisse auf legendären Rennstrecken, dazu eine professionelle Organisation sowie einen weltweit empfangbaren Livestream auf hochwertigem DTM-Level. „Das alles ergibt ein fantastisches Umfeld und fantastische Rennen“, fasst Peter Oberndorfer, selbst ein erfolgreicher ehemaliger DTM-Pilot, im Interview mit DTM.com zusammen.

Das neue Konzept der DTM Classic fruchtet, denn für den DTM-Cup liegen bereits 20 und für den DRM-Cup 21 feste Einschreibungen vor. Dieses erfreuliche Zwischenergebnis bestätigt Peter Oberndorfer auch in dem Schritt der ITR, die Serie „Tourenwagen Classics“ zu übernehmen und die Durchführung der DTM Classic selbst in die Hand zu nehmen.

Die DTM Classic besteht 2022 aus gleich zwei Serien. Wie kam es zu dieser neuen Classic-Version?

Nach Abwägung vieler Faktoren haben wir uns Ende letzten Jahres innerhalb der ITR dazu entschlossen, die DTM Classic ab 2022 selbst durchzuführen. Die klassischen DTM-Autos waren bei den Überlegungen von Anfang an gesetzt. Der erste Versuch des DRM-Revivals – also der Deutschen Rennsport-Meisterschaft – im Rahmen der DTM am Red Bull Ring war so erfolgreich, dass wir uns letztendlich dazu entschlossen haben, einen zweiten kleinen Cup, den DRM-Cup, zu gründen.

Wo fährt der DTM-Cup?

Der fährt zuerst am Lausitzring mit der schon jetzt berühmten und exklusiv für die DTM-Plattform gesicherten Steilkurve Turn 1, dann als nächstes ein immer ganz besonderes Rennen auf dem Stadtkurs am Norisring. Einen Monat später kommt ein Rennen mal nicht im Rahmen der DTM, sondern im Rahmen des AvD-Oldtimer-Grand-Prix am Nürburgring, einer der Top-Veranstaltungen des klassischen Motorsports. Danach auf der Super-Fahrerstrecke in Spa-Francorchamps in Belgien und dann das große Finale am Hockenheimring.

Wo fährt der DRM-Cup?

Zuerst in Imola in Italien, ebenfalls eine tolle Fahrerstrecke, dazu kann die Destination wunderbar mit einem Urlaub verbunden werden. Dann ganz klassisch am Nürburgring und natürlich wieder, nach dem Erfolg des vergangenen Jahres, am Red Bull Ring, einer landschaftlich wunderschön eingebetteten Strecke, die viel Spaß macht.

Wie viele Autos sind aktuell im gesamten Starterfeld vertreten?

Wir haben derzeit 20 feste Einschreibungen im DTM-Cup und 21 im DRM-Cup. Dazu kommen etliche Leute, die uns gesagt haben, dass sie ausgewählte Rennen mitfahren wollen und Interessenten, die sich erst noch fest einschreiben wollen.

Was macht die alten Autos so besonders?

Foto: MK Mücke Motorsport Classic

Ich sage nur Sound, Optik, Technik. Die Technik ist entweder besonders leicht verständlich oder sehr faszinierend. Viele unserer Zuschauer kennen die Autos noch aus ihrer Jugend und sind damit groß geworden. Die Fans können die Autos aus nächster Nähe bewundern. Das macht das alles so besonders.

Auf welche Highlights können wir uns freuen?

Im DTM-Cup angefangen bei den Autos aus der frühen Produktionswagenmeisterschaft, die bislang leider immer unter dem Radar liefen, über die Kämpfe zwischen hochklassigen BMW M3 und Ford Sierras bis hin zu den faszinieren Autos der späteren Zeit. Das werden coole Rennen.

Im DRM-Cup sind eigentlich alle Autos faszinierend von wunderschönen BMW 2002 und Ford Escort BDA über so seltene Autos wie einen Alfa Romeo Montreal in Gruppe 4-Version bis hin zu dem legendären Turbo Capri von Mücke oder den schönen BMW M1. Ein fahrendes Raritäten-Museum!

Welche Fahrer dürfen wir erwarten?

Peter und Stefan Mücke, sowie Otto Rensing sind schon sicher dabei. Aktuell bin ich in guten Gesprächen mit Größen wie Strietzel Stuck, Kris Nissen, Harald Grohs, Christian Danner, Altfrid Heger, Leopold Prinz von Bayern und anderen.

Warum ist diese Säule auf der DTM-Plattform so wichtig?

Foto: DTM.com

Weil wirklich sehr viele Menschen die alten Autos extrem faszinierend finden. Für viele Motorsport-Enthusiasten sind die Rennwagen früherer Epochen samt ihrer Fahrer die Heroes ihrer Jugend. Quasi der Rennsport, so wie sie ihn einmal kennengelernt haben. Dazu kommen, wie schon gesagt, einzigartige Optik und Sound und die Tatsache, dass die DTM zwar eine Plattform für hochmodernen Rennsport bietet, sich ihrer langen Tradition aber immer bewusst ist. Das alles ergibt ein fantastisches Umfeld und jeweils tolle Starterfelder. Zusammen mit den anderen Säulen der Plattform ist ein Wochenende bei der DTM ein wunderbares Erlebnis für die ganze Familie!

In jüngster Vergangenheit gab es Medienberichte über ein Chaos bei den historischen Tourenwagen, hilf uns bitte, einmal aufzuklären.

Ja, da gibt es leider ein Thema. Wir haben die Tourenwagen Classics – mit „s“ am Ende – als Rennserie übernommen und erfolgreich in die DTM Classic integriert. Jetzt wird der Name „Tourenwagen Classic“ ohne Absprache für eine ganz andere Serie verwendet. Das sorgt für viel Verwirrung und Unsicherheit bei Fahrern und Fans. Für mich ein unnötiger, unfreundlicher Akt.

Wir sehen die DTM Classic mit ihren beiden Cups weniger als Konkurrenz, sondern viel mehr als Ergänzung im Markt des klassischen Rennsports an. Es gibt gut etablierte Serien wie die der FHR oder der Youngtimer Trophy. Hier haben wir teils andere Fahrzeuge und die Philosophie der Rennen ist ganz verschieden.

Die Konkurrenz im Bereich der Sprintrennen ist ebenfalls überschaubar. Mit der Übernahme der Tourenwagen Classics haben wir Fans und Fahrern zuliebe für mehr Klarheit gesorgt, dazu gibt es in jedem Cup eine vergleichbar geringe Zahl von Events. Wir lassen nur Fahrzeuge mit definierter Tourenwagen-Heritage zu. Also bleibt auch hier Luft für die Teilnahme an oder die Existenz von anderen Serien.

Wir respektieren andere Wettbewerber und halten nichts davon, ihnen Steine in den Weg zu legen. Wir wollen mit Fakten, guten Angeboten und vollen Starterfeldern überzeugen. Das bisherige Interesse freut uns sehr und spricht ein wenig auch für sich.

Wie wird die DTM Classic medial gecovert?

Wir haben bereits begonnen, die eingeschriebenen Teilnehmer auf dtm.com zu featuren und werden das auf Social Media ausdehnen. Ein großes Asset ist unser professioneller Livestream von jeder Qualifikation und jedem Rennen auf der offiziellen Streaming-Plattform der DTM. Produziert wird das Ganze von dem gleichen Team wie alle anderen unserer Serien auch, also ebenso hochklassig wie die DTM. Und wir bieten alle Rennen auch als Video-on-Demand an. Last but not least sind wir aktuell in Gesprächen, ob wir die DTM Classic auch im Fernsehen zeigen können.

Quelle: DTM.com

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