Nachdem nun vermehrt konkrete Aussagen der ITR aufgekommen sind, bei denen vor allem auch der aktuelle GT3 Sport erwähnt und teilweise in ein, wie Rutronik Racing findet, falsches Bild gerückt wurde, bezieht man nun öffentlich Stellung.

Im Grunde geht es dabei um die Überlegungen, ob und wie die DTM durch den Einsatz von GT3 Fahrzeugen gerettet werden kann und welche Folgen dies auf den bestehenden GT3 Sport hat. In dieser Diskussion wurde der DTM-Chef Gerhard Berger immer wieder dahingehend zitiert, dass die existierenden Serien im GT3 Sport, allen voran die ADAC GT Masters, sogenannte „Hobbyrennserien“ seien.

Gerhard Berger (ITR), DTM Lausitzring 2020, (Photo by Hoch Zwei)
Foto: DTM Media Team / Hoch Zwei

Herr Berger begründet dies vor allem dadurch, dass in der ADAC GT Masters kein reiner „Werkssport“, sondern „Kundensport“ betrieben wird. Dabei ist der Unterschied, dass beim Werkssport die Teams von den Fahrzeugherstellern direkt für den Einsatz der Fahrzeuge bezahlt werden und somit als Dienstleister fungieren. Auch unterjährige Entwicklung im Sinne der Fahrzeugperformance wird dabei maßgeblich durch die Hersteller getätigt. Im Kundensportsegment übernimmt diese Aufgaben des Einsatzes und der im Rahmen des Reglements zulässigen Performance- Entwicklungen das Team selbst. Die Finanzierung der Teams im Kundensport geschieht dabei hauptsächlich über Partner und Sponsoren und sogenannte „Paydriver“.

Rutronik Racing ADAC GT Masters Nürburgring 2020 Audi R8 LMS GT3
Foto: L. Rodrigues

Ein Rückschluss auf die Professionalität durch die Unterscheidung zwischen Werkssport und Kundensport zu ziehen, ist für Rutronik Racing dabei absolut unverständlich.

„Wenn grundsätzlich alle Rennserien, bei denen Kundenteams auftreten, als unprofessionell oder gar Hobbyrennserien bezeichnet werden, dann wäre die Formel 1 eine der größten Hobbyrennserien. Teams wie HAAS oder Racing Point sind ebenfalls private Teams, die bspw. für Antriebskomponenten als Kunde bei den großen Herstellern auftreten. Auch der Ursprung der DTM beruht auf der Mischung von privaten Kundenteams und Werksteams. Noch einige Jahre zurück gab es in der DTM eine Vielzahl an Kundenteams, die mit den Fahrzeugen aus dem jeweiligen Vorjahr angetreten sind. Auch heute noch fährt in der DTM mit dem Team WRT ein Kundenteam mit, welches im Übrigen auch in den „Hobbymeisterschaften“ des GT3 Sports zu Hause ist. Für uns sind es im Übrigen genau diese Kundenteams, die oftmals den Motorsport prägen. Sie müssen sich selbst finanzieren, arbeiten mit viel Leidenschaft und Emotionen und sind häufig näher an den Fans“, so Rutronik Racing zu den jüngsten Aussagen von Herrn Berger.

„Zu Beginn des GT3 Sports im Jahr 2007 gab es die Idee, dass so genannte „Gentlemen Fahrer“ gemeinsam mit Profirennfahrern an den Start gehen. Dieser Pro-Am-Gedanke wird auch heute noch in einigen Rennserien bewusst weitergetragen. Der GT3 Sport hat sich allerdings über die letzten 13 Jahre enorm weiterentwickelt und ist heute eine absolut professionelle Rennklasse, in der sogar eine offizielle FIA Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Die gleichen Fahrer, die auch in der ADAC GT Masters um den Titel kämpfen, treten am Ende des Jahres auch beim Weltmeisterschaftslauf an. Das zeigt die Klasse der Fahrer in der GT Masters sehr gut und das hat sicher nichts mit Amateurfahrern zu tun“, so Rutronik Racing weiter.

Es macht im Grunde keinen Sinn, die ADAC GT Masters mit der DTM zu vergleichen, da es beides grundlegend verschiedene Konzepte sind. Nach Meinung von Rutronik Racing ist ein Feld mit deutlich über 30 Fahrzeugen von 7 verschiedenen Herstellern, bei denen dann noch knapp 30 Autos innerhalb von einer Sekunde liegen, ein Mehrwert für den deutschen Motorsport und genau das, was wir als Team und mit Sicherheit auch eine Menge der Fans sehen wollen. Zur Aussage, dass diesen „Hobbysport“ sicher nicht mehrere hunderttausend Zuschauer am Fernseher verfolgen, muss man sich lediglich die Zahlen der letzten Jahre anschauen. Diese belegen eindeutig, dass die Fangemeinde der GT Masters schon heute sehr stark ist und diese Zahlen konstant erreicht werden.

„Wir finden es sehr schade, dass es derzeit zu dieser Art Diskussionen kommt. Wir als privates Team leben den Motorsport mit Leib und Seele und geben alles, jeden Tag noch erfolgreicher zu werden. Gleichzeitig versuchen wir unseren Fans möglichst viele Einblicke in die Welt des Motorsports zu geben. Wir wissen, wie professionell im GT3 Sport gearbeitet wird und wieviel Leidenschaft auch unsere Mitbewerber Tag für Tag in diesen Sport einfließen lassen. Für den Erfolg genauso auch für den Misserfolg einiger Rennserien gibt es für uns klare Gründe. Die kürzlich getroffenen Aussagen bestätigen das für uns nur zu gut. Wir laden hiermit die Herren, die unsere Arbeit als „Hobbysport“ bezeichnen, sehr gerne einmal zu uns in die Werkstatt oder auch zu einer Veranstaltung ein. Ich gespannt, ob man diese Einladung annimmt, um sich ein klares Bild der Situation zu machen“, so Rutronik Racing abschließend.

Quelle: Facebook Kanal Manuel Reuter mit Vermerk auf Pressemitteilung 21.08.2020

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