Bei der ADAC 24h e-Competition auf dem Grand Prix Kurs des Hockenheimrings geht es nicht darum der Schnellste zu sein, sondern darum die meisten Runden mit der energieeffizientesten Fahrweise zurückzulegen. Eher untypisch im Motorsport aber ein Vorgeschmack, welche Themen bei den Fahrzeugkonzepten der Zukunft im Vordergrund stehen. Das Team „Space Drive“ der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG geht mit zwei Elektrofahrzeugen (BEV) – Volkswagen ID3 #18/ #19 – an den Start.

Das Besondere: der Volkswagen ID3 #18 kommt ganz ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkeinheit und Lenkgetriebe aus, analog zu den GT3/ GT4 -Technologieträgern, die sonst auf dem Hockenheimring im Rahmen der DTM oder der GTC-Race unterwegs sind. Das zweite Fahrzeug fährt mit konventioneller Lenkung als Referenzfahrzeug.

Foto: Schaeffler Paravan

Pilotiert wird der VW ID3 mit der #18 von den Lokalmatadoren Patrick Assenheimer, Jochen Nerpel, Andreas Wirth und Christian Gruber sowie von Alexander Uphoff, der die Entwicklung und Erprobung der Technologie auf der Straße bei Schaeffler Paravan verantwortet. Der zweite VW ID3 mit der #19 wird von den Schaeffler Paravan und PARAVAN-Mitarbeitern Wolff Matuschka, Clara Puchinger, Frank Weidner, „Drifter“ Alexander Gräff, und Timo Haug pilotiert. Sieger ist das Team, das in diesen 24 Stunden die meisten Runden auf der Grand-Prix-Strecke des Hockenheimrings absolviert. Das fahrerische Können in Kombination mit einer intelligent geplanten Verbrauchs- und Ladestrategie wird den Erfolg des Teams bestimmen.

Foto: Schaeffler Paravan

Das Team hat sich sehr intensiv mit dem Energiemanagement des Fahrzeuges auseinandergesetzt. Eine wichtige Fragestellung für die Ingenieure: wie unterscheidet sich die Strombilanz des Space Drive Fahrzeuges von dem des konventionellen Fahrzeuges. Zudem werden Systemdaten im Vergleich zur konventionellen Lenkung erhoben und das über die Dauer von 24 Stunden. „Das Fahren ist relativ anspruchsvoll“, sagt Alexander Uphoff, Leiter Systementwicklung und selbst im Space Drive Cockpit aktiv. „Bei ersten Testfahrten konnten wir wichtige Erkenntnisse zur Fahrweise gewinnen, die uns beim Rennen hoffentlich zum Erfolg führen.“

„Wir entwickeln nach dem Grundsatz ‚From Track to Road‘. Die ADAC 24h e-competition passt damit perfekt in dieses Entwicklungskonzept. Der 24-Stunden-Einsatz mit einem Straßenfahrzeug wird uns weitere wichtige Parameter und Input für die Entwicklung liefern und aufzeigen, wo die entscheidenden Unterschiede zum Rennbetrieb liegen“, sagt Hubert Hügle, CTO der Schaeffler Paravan Technologie. „Die parallele Erprobung mit einem baugleichen Fahrzeug mit konventioneller Lenkung, wird uns wichtige Referenzparameter zum Lenkverhalten liefern“

„Das ist mal etwas völlig anderes. Nicht so schnell, sondern so viele Runden wie möglich zu fahren. Außerdem freue ich mich mit alten Weggefährten aus dem Kartsport diese Herausforderung zu meistern“, sagt Andreas Wirth, Rennfahrer in den verschiedensten GT Klassen, darunter ADAC GT Masters und Langstreckenspezialist. „Space Drive kenne ich bisher nur vom Hören Sagen, von daher bin ich sehr gespannt, ob die Aussagen zutreffen, dass es wirklich so nah an der herkömmlichen Lenkung ist. Ich freue mich jedenfalls sehr darauf.“

Patrick Assenheimer
Foto: L. Rodrigues

Mit ins Lenkrad greift auch GT3-Langstreckenspezialist Patrick Assenheimer, der mit Space Drive im Rahmen der GTC Race bereits Pokale eingefahren hat. „Für mich ist diese andere Art der Competition sehr interessant. Es ist deutlich anspruchsvoller, die Reichweite des Elektrofahrzeuges optimal auszunutzen, als man am Anfang denkt. Ich kenne die Space Drive Lenkung aus dem Motorsport und weiß genau wie sie sich anfühlt. Sie wird uns zu einem guten Resultat verhelfen“, ist sich Assenheimer sicher.

Schaeffler Paravan Mercedes-AMG GT3 N24h 2021 Space Drive
Foto: L. Rodrigues

„Die Steer-by-Wire-Lenkung hat bereits in den höchsten Motorsportklassen bewiesen, dass Sie mithalten kann. Für mich persönlich wird es interessant zu fühlen, ob es überhaupt einen Unterschied gibt“, sagt Jochen Nerpel, früher selbst unter anderen im Deutschen Formel 3 Cup und der Formel König erfolgreich unterwegs und heute Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH. „Für mich eine völlig neue Erfahrung“, sagt Christian Gruber der in seiner Jugend erfolgreich im Kart sowie in der Formel König unterwegs war und bisher nur Sprintrennen gefahren ist. „Ich werde zum ersten Mal mit Steer-by-Wire fahren und bin gespannt, wie sich die Lenkung im Auto anfühlt. Für mich ist das die Zukunft!“, so Gruber. „Die Steer-by-Wire Technologie wird die Automobilindustrie revolutionieren. Auch deshalb ist es etwas Besonderes bereits heute zu erleben, was in Jahren in vielen Fahrzeugen verbaut sein wird“, sagt der Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH. „Bei neuen Veranstaltungsformaten wie der 24h e-competition nehme ich gerne selbst teil, um ein Gefühl für die Abläufe und Organisation zu bekommen.“

Foto: Schaeffler Paravan

Der Rennsport gilt traditionell als Entwicklungsbeschleuniger. Seit 2019 ist das Space Drive System vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) zugelassen, seit 2020 fest in den Reglements u.a. der GTC Race oder der DTM verankert. In diesem Umfeld werden die Schaeffler Paravan Technologieträger von verschiedensten Entwicklungsfahrern getestet. Neben DTM, ADAC GT 4 Germany, GTC Race oder im Bereich Rallye kamen die Technologieträger bereits 2020 (GT4) und 2021 (GT3) beim ADAC Total 24h Nürburgring zum Einsatz. Den Schaeffler Paravan Ingenieuren ist wichtig, dass die Entwicklung einen roten Faden hat. Deshalb wird neben den GT3 Technologieträgern auch mit den deutlich seriennäheren GT4 Fahrzeugen sowie mit Straßenfahrzeugen getestet. Obwohl die sportlichen Erfolge nicht im Vordergrund stehen, sind sie doch ein wichtiger Indikator für die Zuverlässigkeit und die Belastbarkeit des Systems. Größter Erfolg bisher war 2021 die erste Podestplatzierung eines Space Drive Fahrzeuges in der ersten DTM Saison beim Finale am Norisring.

Quelle: Pressemitteilung Schaeffler Paravan

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