Das Saisonfinale der GT4 European Series verspricht ein spannendes Wochenende zu werden, bei dem alle drei Fahrermeisterschaften in zwei packenden Sprintrennen in Spanien entschieden werden sollen.

Alle drei Fahrermeisterschaften stehen noch auf dem Spiel, wenn das 48 Autos umfassende Feld nach Spanien fährt:

-Ibañez/Joulié führen im Silver Cup, aber Meyuhas/Bastard sind auf dem Vormarsch
-Beaubelique/Pla in greifbarer Nähe zum Pro-Am-Titel
-Loboda/Solukovtsev führen im Fünfer-Rennen um die Am-Krone

Ein beeindruckendes Feld von 48 Fahrzeugen kehrt an diesem Wochenende auf den Circuit de Barcelona-Catalunya zurück, um ein letztes Mal in diesem Jahr zu kämpfen und zu entscheiden, welche Crews zum Meister gekürt werden. Die Silver-, Pro-Am- und Am-Klassen sind alle noch unentschieden, wobei sich auf den vorderen und hinteren Plätzen einige fantastische Kämpfe zusammenbrauen.

NM auf dem Rückzug, während Saintéloc einen späten Angriff startet?

Foto: Mario Herzog

Nach dem Eröffnungsrennen in Hockenheim sah es so aus, als hätten Lluc Ibañez und Enzo Joulié vom NM Racing Team die Silver Cup-Meisterschaft bereits in der Tasche. Die beiden hatten gerade ihren dritten Sieg in diesem Jahr errungen und lagen komfortabel in den Punkten. Doch das änderte sich, als ein Motorschaden ihren Mercedes-AMG in der zweiten Veranstaltung aus dem Rennen warf und ihren größten Konkurrenten die Möglichkeit gab, zu punkten.

Erwan Bastard und Roee Meyuhas gehen als das Paar in Form in die letzte Runde, nachdem sie zwei der letzten vier Rennen auf ihrem Saintéloc Racing Audi R8 LMS gewonnen haben, darunter auch das letzte Rennen in Deutschland. Dadurch sind die beiden bis auf 18 Punkte an Ibañez und Joulié herangerückt, wobei an diesem Wochenende das Maximum von 52 Punkten möglich ist. Das Spiel ist also noch offen.

Auch das drittplatzierte Paar Mike David Ortmann und Hugo Sasse ist noch nicht ganz aus dem Rennen. Mit ihrem PROsport Aston Martin Vantage haben sie in diesem Jahr bereits zweimal das Rennen gewonnen, aber in den letzten Rennen hatten sie Probleme mit der Konstanz. Sie liegen 38 Punkte hinter dem NM Racing Team Mercedes-AMG, haben aber sicherlich die Pace, um das Blatt zu wenden. Im GT4-Rennsport können sich die Dinge schnell ändern, daher sollte man sie nicht unterschätzen.

Die Pace-Setter der Vorsaison, Gus Bowers und Konstantin Lachenauer, haben mit ihrem Racing Spirit of Léman Aston Martin in den letzten drei Rennen einen Alptraum erlebt: Vier Nicht-Punkte aus den letzten sechs Rennen. Sie sind die letzte Mannschaft, die rechnerisch noch im Titelkampf ist, aber bei 47 Punkten Rückstand auf die Führenden brauchen sie eine Mischung aus enormem Tempo und viel Glück, um eine Chance zu haben.

Die CMR Toyota GR Supra-Piloten Romain Monti/Antoine Potty und das Racing Spirit of Léman Aston Martin-Duo Akhil Rabindra/Tom Canning liegen punktgleich auf dem fünften Platz, aber beide bräuchten die maximale Punktzahl, um mit den Tabellenführern gleichzuziehen, aber selbst dann würden sie gegen die größere Anzahl von Siegen und Podiumsplatzierungen von Ibañez/Joulié in diesem Jahr verlieren.

Foto: Mario Herzog

Natürlich geht es nicht nur um die Titelverfolger, sondern auch um eine ganze Reihe anderer Teams, die sich anschicken, den Ruhm zu stehlen. Der Audi R8 LMS des Team Speedcar von Benjamin Lariche und Robert Consani ist in letzter Zeit immer schneller geworden und erlebte in Hockenheim sein bisher stärkstes Wochenende. Berkay Besler und Will Burns sollten ebenfalls im Auge behalten werden, denn ihr Borusan Otomotiv Motorsport BMW M4 ist ein regelmäßiger Anwärter auf das Podium. Moritz Wiskirchen und Alexander Hartvig von Allied Racing haben in letzter Zeit ebenfalls gute Leistungen gezeigt, darunter eine beeindruckende Aufholjagd, mit der sie beim letzten Rennen in Hockenheim trotz Startplatz 26 den dritten Platz belegten.

Es wird auch eine Reihe von überarbeiteten Teams geben, angeführt von Tom Verdier und Loris Cabirou von AGS Events, die bei ihrem zweiten gemeinsamen Rennen gut abschneiden sollten. Ansonsten setzt das Selleslagh Racing Team die neue Crew von Arthur Peters und Stéphane Lémeret im Mercedes-AMG mit der Startnummer 32 ein, Ruben del Sarte wird zusammen mit dem britischen GT-Spitzenreiter Jamie Day im Aston Martin von Mirage Racing antreten, während Paul Cauhaupe mit Simon Tirman im Alpine von Autosport GP antritt.

Werden sich Beaubelique und Pla dieses Mal die Krone aufsetzen?

Jean-Luc Beaubelique und Jim Pla brauchten vor dem zweiten Rennen in Hockenheim nur noch wenige Punkte, um die Pro-Am-Meisterschaft unter Dach und Fach zu bringen. Doch ein Reifenschaden und eine Stop-Go-Strafe sorgten dafür, dass der Titelkampf bis zur letzten Runde weitergeht.

Foto: Mercedes-Benz Group

Das Akkodis ASP Team-Duo Beaubelique und Pla war über weite Strecken des Jahres das Maß aller Dinge und holte in seinem Mercedes-AMG drei Siege und drei zweite Plätze. Sie haben einen komfortablen Vorsprung von 34 Punkten und könnten die Meisterschaft bereits im ersten Rennen in Barcelona für sich entscheiden, sofern sie ihre engsten Konkurrenten hinter sich lassen.

Doch das könnte schwieriger werden, als es sich anhört, denn Fabien Michal und Gregory Guilvert von Saintéloc Racing haben in letzter Zeit eine starke Form gezeigt. Mit zwei Siegen aus den letzten vier Rennen haben sie in den letzten Rennen die meisten Punkte geholt und wären sicherlich näher an Beaubelique und Pla dran gewesen, wenn es nicht zu einem kostspieligen Ausfall im ersten Rennen in Hockenheim gekommen wäre.

Kenny Herremans und Dante Rappange haben sich mit ihrem V8 Racing Chevrolet Camaro auf den dritten Platz in der Gesamtwertung vorgearbeitet und gezeigt, dass sie schnell genug sind, um Rennen zu gewinnen, auch wenn sie eine Portion Glück brauchen, um den 48-Punkte-Rückstand auf das Akkodis ASP Team Mercedes-AMG aufzuholen.

Nach einem großartigen Start in die Saison hat die Herausforderung von Centri Porsche Ticino in den letzten Rennen nachgelassen. Ivan Jacoma und Alex Fontana hatten erst einen Zusammenstoß in Spa und dann ein Bremsproblem in Hockenheim. Sie sind immer noch (knapp) im Rennen, haben aber bereits 50 Punkte Rückstand. Trotzdem hoffen sie, dass sie das Jahr so stark beenden können, wie sie es begonnen haben.

Foto: Mario Herzog

Loïc Villiger und Antoine Leclerc liegen mit ihrer Code Racing Alpine A110 Evo auf dem fünften Platz und wollen zu ihrer in Spa gezeigten Siegform zurückkehren, während Robert Haub mit seinem neuen Teamkollegen Theo Nouet in Hockenheim zweimal auf dem Podium stand. Ihr Drago Racing Team ZVO Mercedes-AMG könnte dieses Mal ein Kandidat für einen Sieg sein.

Andreas Mayrl und Vincent Andronaco haben definitiv ein starkes Wochenende verdient. An der Pace der beiden in ihrem Allied Racing Porsche 718 Cayman gibt es keinen Zweifel, aber zu viele Nicht-Punkte haben ihre Titelchancen zunichte gemacht. In der Tat haben sie in jedem Rennen, das sie in diesem Jahr beendet haben, einen Podiumsplatz erreicht. Das Problem ist, dass sie bisher nur vier der 10 Rennen beendet haben…

Foto: Mario Herzog

Hendrik Still und Max Kronberg von W&S Motorsport erlebten in Hockenheim ihr bestes Wochenende in dieser Saison und erreichten zwei zweite Plätze. Der Porsche 718 Cayman der beiden sieht immer schneller aus und könnte noch in diesem Jahr den ersten Sieg einfahren.

Simon Gachet und Eric Debard kehren in ihrem Akkodis ASP Team Mercedes-AMG zurück, nachdem sie Hockenheim ausgelassen haben. Außerdem lohnt es sich, ein Auge auf Rodrigue Gillion/Nico Verdonck (PROsport Aston Martin), Jean-Laurent Navarro/Julien Briche (JS Competition Mercedes-AMG) und das Greystone GT Team zu werfen, das an diesem Wochenende wieder alle McLarens für die Stammfahrer Tim Whale/Adam Carroll und Richard Distl/Alain Valente einsetzen wird.

Loboda und Solukovtsevs späte Aufholjagd gibt ihnen einen Vorsprung in der Am-Klasse

Foto: Gruppe C Photography

Das W&S Motorsport-Duo Mikhail Loboda und Andrey Solukovtsev hat sich dank eines perfekten Wochenendes in Hockenheim an die Spitze der Am-Klasse gesetzt und sich damit einen leichten Vorsprung im Kampf um den Titel verschafft, der zu fünft ausgetragen wird.

Foto: Gruppe C Photography

Das Duo holte mit seinem Porsche 718 Cayman beide Pole-Positions und beide Rennsiege in Deutschland und übernahm damit zum ersten Mal in dieser Saison die Tabellenführung. Allerdings beträgt ihr Vorsprung nur fünf Punkte, so dass sie das Tempo beibehalten müssen, wenn sie die Meisterschaft noch gewinnen wollen.

Direkt dahinter haben wir die ungewöhnliche Situation von Teamkollegen mit unterschiedlichen Punkteständen, denn Benjamin Ricci musste das zweite Rennen in Hockenheim auslassen, so dass Vater Mauro seinen Akkodis ASP Team Mercedes-AMG alleine fahren musste. Mauro liegt nun auf dem zweiten Platz in den Punkten, während Benjamin mit 12 Punkten Rückstand auf dem dritten Platz liegt. Benjamin wird auch in der letzten Runde aussetzen, so dass Mauro im Mercedes-AMG mit der Startnummer 61 von Fabien Barthez unterstützt wird, der als Torhüter bei der Weltmeisterschaft und der Europameisterschaft 2000 ausgezeichnet wurde und nun als handlicher GT-Fahrer unterwegs ist.

Julien Lambert und Wilfried Cazalbon sind die nächsten Fahrer. Ihr Aston Martin von AGS Events hat 22 Punkte Rückstand auf den Porsche von W&S. Sie brauchen eine starke Leistung im ersten Rennen, um ihre Titelchancen zu wahren, und sie sind mehr als fähig dazu, da sie in diesem Jahr bereits zwei Rennen gewonnen haben.

Aleksandr Vaintrub und Stanislav Safronov vom NM Racing Team sind Fünfte, 34 Punkte hinter der Spitze. Die Mercedes-AMG-Piloten standen in diesem Jahr regelmäßig auf dem Podium und werden alles daran setzen, ihren einzigen Sieg zu wiederholen, um in der Verfolgergruppe zu bleiben.

Die amtierenden Klassenmeister Michael Blanchemain und Christophe Hamon sind das letzte Team, das noch im Rennen ist, aber sie brauchen ein Traumwochenende, um ihren Titel zu verteidigen. Dem Audi des Teams Fullmotorsport hat es in diesem Jahr nicht an Geschwindigkeit gefehlt, aber er hat durch drei Ausfälle an Boden verloren und liegt derzeit 43 Punkte hinter den Klassenführenden.

Zu den weiteren Startern gehören Paolo Meloni/Massimiliano Tresoldi (W&D Racing BMW M4), Henrik Lyngbye Pedersen/Markus Lungstrass (Team Spirit Racing Aston Martin), Cyril Saleilles/Benoit Lison (Team Fullmotorsport Audi), Frederic de Brabant/Albert Lagrange (Mirage Alpine) und der Neuzugang GPA Racing, der einen Aston Martin Vantage für die französischen GT-Stammfahrer Florent Grizaud und Kévin Jimenez einsetzt.

Das Saisonfinale der GT4 European Series in Barcelona beginnt am Freitag, 30. September, mit zwei freien Trainings, bevor am Samstag, 1. Oktober, um 11:40 Uhr MESZ und um 17:00 Uhr das Qualifying und das erste Rennen stattfinden. Das letzte Rennen der Saison ist für 12:25 Uhr am Sonntag angesetzt. Alle Trainingssitzungen werden live gestoppt, das Qualifying und beide Rennen werden über die Website der GT4 European Series und den GT World YouTube-Kanal live übertragen.

VORLÄUFIGE STARTLISTE BARCELONA

PROVISORISCHER ZEITPLAN BARCELONA

Quelle: Pressemitteilung GT4 European Series

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