Marc Duez – viermaliger Gesamtsieger des 24h-Rennens am Nürburgring – will es 2019 noch einmal wissen. Er will den Langstreckenklassiker gemeinsam mit Olivier Muytjens und Jacques Derenne im Toyota GT86 Cup in der Klasse SP3 erfahren. Doch ganz so einfach ist das nicht.

Insgesamt 14 Mal befuhr der Belgier Marc Duez das 24h-Rennen in der Eifel. In den 1990er-Jahren stieg er zu einem der besten Sportwagen- und GT-Piloten Europas auf. Viermal – 1992, 1995, 1998 und 1999 – konnte Duez dabei das Siegerpodest von ganz oben genießen. 1998 trug Duez zudem zum ersten und einzigen Gesamtsieg eines Dieselfahrzeugs, mit BMW, bei. Zuletzt fuhr Duez 2005 beim Eifelklassiker. Seitdem hat sich jedoch einiges getan. Findet man auch beim DMSB. So kommt es, dass auch Duez, trotz seiner bisher gesammelten Erfahrungen, für seinen Start in diesem Jahr seine – mindestens – 18 Rennrunden vor dem 24h-Rennen absolvieren muss. Beim ersten Lauf der VLN fuhr Duez bereits sechs Runden nun fehlten noch 12. Dafür meldete sich der Belgier beim zweiten Lauf sogar auf zwei Fahrzeugen. Ein Strich durch die Rechnung machte aber bekanntlich das Wetter. So schaffte Duez keine gezeitete Runde.

Michael Kramp, Pressesprecher des DMSB, sagt dazu: „Es ist richtig. Marc Duez hat sicher sehr viel Erfahrung auf der Nordschleife gesammelt. Allerdings ist er zuletzt 2005 – das ist 14 Jahre her – hier gefahren. Natürlich kennt er die Strecke. Darum geht es ja gar nicht. Es geht darum, dass jemand, der das 24h-Rennen fahren will, Erfahrungen im langsamen und schnellen Verkehr auf der Nordschleife benötigt. Und der hat sich seit 2005 dramatisch verändert.“

In diesem Jahr hat Duez für die Vorbereitung zum Start auf dem Eifelrundkurs insgesamt vier Rennen Zeit, die erforderlichen 18 Rennrunden zurückzulegen. Dass Duez die ersten beiden Rennen keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen konnte – das kann leider niemand beeinflussen. Michael Kramp dazu: „Damit muss man rechnen, dass mindestens ein Rennen im Frühjahr in der Eifel witterungsbedingt ausfallen kann. Das ist jetzt nicht so exklusiv, in der Eifel. Insofern können wir höhere Gewalt nicht gelten lassen.“

„Wir haben ja auch persönlich mit ihm gesprochen, wie wir das in solchen Fällen immer machen. Er hat das ja auch verstanden. Wir haben beschlossen, dass er mindestens ein Rennen fahren muss.“
„Das Problem scheint zu sein, dass er keine Zeit hat, bei den letzten beiden Rennen (VLN 3 und N24h-Qualifikationsrennen) teilzunehmen, weil er als Kommissar bei der WTCR eingesetzt ist. Das kann aber nicht das Problem des DMSB, des ADAC Nordrhein oder der VLN sein.“

Kramp stellt abschließend zur Erklärung der Entscheidung noch ein Gegenbeispiel auf: „Regeln sind Regeln. Und das wird Herr Duez auch verstehen. Was gäbe es für einen Aufschrei, wenn der Verband Herrn Duez, dank seiner bisherigen Erfolge die allerding schon mehr als 15 Jahre zurückliegen, einfach durchwinkt. Dann heißt es wieder »Für Prominente machen die eine Ausnahme und die kleinen müssen schwitzen.«. Das sollte man schon auch mal im Hinterkopf behalten.“

„Wenn jetzt ein Privatfahrer kommt und bittet um eine Ausnahmegenehmigung, weil er bei zwei Rennen auf Geschäftsreise ist und könne nicht fahren. Wie sollen wir das dann rechtfertigen, wenn wir da keine Ausnahme machen würden?“

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Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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