Der Deutsche Motor Sport Bund will im Rahmen eines neu gestarteten Projekts die Sicherheit auf Rennstrecken weiter erhöhen. Kernidee ist die Entwicklung eines Systems zur elektronischen Signalgebung, das relevante Informationen direkt ins Fahrzeugcockpit überträgt. Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft und gefördert von der ADAC Stiftung sollen auf diese Weise Unfallgefahren im Motorsport vermindert und die Fairness erhöht werden. Erste Schritte sind bereits erfolgt – seit Mitte Juli 2019 wird das wichtige Zukunftsthema von einer neuen hauptamtlichen Mitarbeiterin in der DMSB-Geschäftsstelle in Frankfurt vorangetrieben.

Elektronische Orientierungshilfen sind für Teilnehmer am Straßenverkehr bereits eine Selbstverständlichkeit: Das Fahrzeug informiert den Fahrer über Navigationshinweise, warnt vor Gefahrenstellen auf der Route oder meldet geltende Tempolimits. Im Motorsport ist dies aufgrund der höheren Geschwindigkeiten und der notwendigen Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen bislang nur in Teilen möglich. Dem will der DMSB nun entgegenwirken. In einem von der ADAC Stiftung finanzierten Projekt sollen Möglichkeiten entwickelt werden, Flaggensignale in Echtzeit direkt ins Cockpit zu übertragen und der Rennleitung zusätzliche direkte Eingriffsmöglichkeiten auf das einzelne Teilnehmerfahrzeug zu geben. Ziel ist dabei vor allem, die Sicherheit an der Rennstrecke zu erhöhen. Insbesondere für die Sportwarte der Streckensicherung und eingesetzte Rettungskräfte, aber natürlich auch für Zuschauer und alle anderen Personen an der Strecke sollen potenzielle Gefährdungen damit weiter verringert werden.

Foto: L. Rodrigues

In einem ersten Schritt hat der DMSB gemeinsam mit Ansprechpartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft Eckpunkte für die Entwicklung eines entsprechenden Systems abgesteckt. Im Rahmen eines Round-Table-Meetings tagten dazu in Frankfurt die Fachleute von DMSB und relevanten Institutionen. In der nächsten Stufe wird das Projekt nun konkretisiert. Dass dazu in der DMSB-Geschäftsstelle eine Vollzeitstelle eingerichtet wurde, die nur diesem Thema gewidmet ist, zeigt, wie hoch das Vorhaben angesiedelt ist. Dies scheint nicht zuletzt deshalb gerechtfertigt, weil die Ausgangslage anspruchsvoll ist: Im zunehmend komplexen Renngeschehen sind die Anforderungen an die Wahrnehmung und Informationsverarbeitung bei den Teilnehmern immer größer. Parameter, wie lange Renndistanzen, fehlende Konzentrationspausen, extremes Klima im Fahrzeug, Lärm und schwierige Witterungsbedingungen sind Faktoren, die die volle Aufmerksamkeit des Piloten erfordern. Dazu kommt ein umfangreicher Input an relevanten und schnell zu verarbeitenden Informationen wie Funksprüche, die Beobachtung des Fahrerfelds sowie Licht- und Flaggensignale. Die Folgen sind hohe physische und psychische Belastungen.

In dieser Situation müssen Informationen wie etwa Flaggensignale von Sportwarten der Streckensicherung vom Fahrer erkannt, verarbeitet und in entsprechende Handlungsmuster umgesetzt werden. Eine wichtige Herausforderung ist dabei, relevante von nicht-relevanten Informationen zu trennen – das Übersehen, aber auch eine Fehlinterpretation kann sich negativ auf die Sicherheit an der Strecke auswirken. In diesem komplexen Umfeld soll künftig eine elektronische Signalgebung helfen, wichtige Informationen direkt und unverzüglich wahrzunehmen.

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