Es gab einige umstrittene Zwischenfälle bei der diesjährigen esports Veranstaltungen. Wir haben Fahrer gesehen, die mit anderen Fahrern zusammenstießen, Wutausbrüche und sogar Rassismus bei den Profi-Fahrern. Das Gesprächsthema dieser Woche ist vielleicht das bizarrste bisher. Der Vorfall stammt aus dem „Race at Home Challenge“ der Formel E und hat dazu geführt, dass der Organisator zwei Fahrer – einen Profi- und einen Sim-Rennfahrer – wegen „sportlichen Fehlverhaltens“ gesperrt hat. Das ist ein ziemlich weit gefasster Begriff, aber in diesem Fall bezieht er sich auf einen Fahrer, der sich für einen anderen ausgibt.

Die E-Sportveranstaltung der Formel E ist eigentlich ein ziemlich ernstes Geschäft. Es gibt zwei Startaufstellungen, bei denen fast alle Profi-Fahrer der Serie in einem Turnier antreten, während in dem anderen eine Reihe von erstklassigen Sim-Rennfahrern und anderen eingeladenen Fahrern an den Start gehen, und das alles im Namen der Spendenbeschaffung für UNICEF. Die Fahrer haben es größtenteils mit einem hohen Maß an Respekt behandelt.

Das lief an diesem Wochenende schief. Daniel Abt von Audi Sport entschied sich offenbar aus irgendeinem Grund, der Veranstaltung auszuweichen, indem er den Sim-Racer Lorenz Hoerzing auf seinen Platz setzte. Anstatt es jemandem zu erzählen, beschloss das Duo jedoch, so zu tun, als würde Abt noch immer Rennen fahren. Um diesen Eindruck zu erwecken, hat es sich einiges ausgedacht – unter anderem das Gesicht des Fahrers auf der Fahrer-Zoom-Seite, die während der Übertragung gezeigt wurde, zu verdecken und seine Verbindung vor den Interviews nach dem Rennen auf mysteriöse Weise abzubrechen.

Aufgefallen ist dies, da Abt plötzlich ein ungewöhnliches Tempo und einen anderen Fahrstil vorlegte. Der Deutsche hatte mit dem besten Qualifying-Ergebnis als Neunter und dem besten Rennresultat als 15. nicht die bisher beste Serie gehabt, in der es keine Punkte gab. Bei der Veranstaltung in Berlin-Tempelhof qualifizierte sich „Abt“ jedoch als Zweiter und führte das Rennen in den ersten sechs Runden sogar an. Das Kommentatorenteam machte sogar auf den starken Kontrast im Fahrstil während des Rennens aufmerksam:

„Das ist etwas, was wir von Daniel Abt noch nicht gesehen haben – diese Art von Technik, das Heck des Autos zu schieben, wie es alle führenden Sim-Rennfahrer tun – etwas, womit man in der Formel E in der realen Welt nicht durchkommt.“

Pole-Sitter Stoffel Vandoorne wies auch nach dem Rennen schnell auf die Ungleichheit hin und kommentierte die Übertragung so, dass er „in Frage stellte, ob es wirklich Daniel im Auto war“ – und wiederholte dies in seinem eigenen Stream. Jean-Eric Vergne schloss sich dieser Meinung in einem sehr unangenehmen Gespräch mit den Moderatoren nach dem Rennen an.

Die Formel E untersuchte die Behauptungen und stellte fest, dass Hoerzing nicht nur seine eigene Challenge-Veranstaltung, sondern auch anstelle von Abt während des Profi-Rennens gefahren war. Die Reaktion war ziemlich schnell und entschieden, beide Fahrer wurden aus der Serie ausgeschlossen und aller Punkte beraubt. Darüber hinaus wurde der Profi-Fahrer mit einer Geldstrafe von 10.000 Euro belegt.

Abt hat sich wie folgt entschuldigt: „Ich möchte mich bei der Formel E, allen Fans, meinem Team und meinen Fahrerkollegen dafür entschuldigen, dass ich während des Rennens am Samstag externe Hilfe hinzugezogen habe. Ich habe das nicht so ernst genommen, wie ich es hätte tun sollen. Das tut mir besonders leid, denn ich weiß, wie viel Arbeit von Seiten der Formel E-Organisation in dieses Projekt gesteckt wurde.“

„Ich bin mir bewusst, dass mein Vergehen einen bitteren Nachgeschmack hat, aber es war nie in böser Absicht gemeint. Natürlich akzeptiere ich die Disqualifikation vom Rennen. Darüber hinaus werde ich 10.000 Euro für ein wohltätiges Projekt spenden.“

Zitatquelle: gtplanet.net

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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