Bereits am vergangenen Sonntag reiste Jim Glickenhaus in das italienische Städtchen Vallelunga, um sein bisher größtes Projekt – das Hypercar für die 24h Le Mans – erstmals selbst zu sehen und zu erleben. Die Rennstrecke etwa 30 Kilometer nördlich von Rom mit ihrer Rennstrecke war dann für zwei Tage Treffpunkt für Testfahrten der Glickenhaus-Flotte.

Die Scuderia Cameron Glickenhaus testete zusammen mit Podium Advanced Technologies, Pipo Moteurs, Joest Racing, Motul und Sauber in erster Linie weiter das SCG 007 LMH Hypercar. Auch die beiden Versionen des SCG 004 waren auf der Strecke und wurden Prüfungen unterzogen.

Die SCG 004

SCG 004C 2021 Vallelunga
Foto: SCG / Studio Zero

Der SCG 004C in der Version 2021 erfuhr seit dem ADAC TOTAL 24h-Rennen 2020 einige Upgrades, besonders an der Lenkung und der Front-Aerodynamik, um damit deutlich mehr Stabilität und Agilität zu bekommen. Wie Jim schildert, wurde dieses Ziel klar erreicht. Glickenhaus wird den 004C vor dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring Anfang Juni vorher noch zur Nürburgring Langstrecken-Serie an den Start bringen. Ein ursprünglich angedachter zweiter SCG 004C im Kundenauftrag wird jedoch nicht auftauchen. Weit über 100 Runden fuhr der GT3-Prototyp ohne Probleme und die SCG-Stammpiloten Thomas Mutsch und Felipe Fernandez Laser zeigten sich sehr zufrieden mit den Neuerungen.

SCG 004S Vallelunga 2021
Foto: SCG / Studio Zero

Die Straßenversion, der SCG 004S, wurde von Glickenhaus selbst auf dem Autodromo Vallelunga bewegt. Hierüber sagte er: „Das Auto fährt sich großartig, gutmütig aber unbeschreiblich schnell. Es hat Spaß gemacht und ich hoffe, dass wir bald weitere Kunden zu Probefahrten begrüßen können!“

Der SCG 007 LMH

James Glickenhaus Vallelunga 2021
Foto: SCG / P. Neuhaus

Nach dem Rollout Ende Februar, ersten Highspeed-Tests in Monza und den nun erfolgten weiterführenden Tests scheint das Hypercar für die 24h Le Mans voll auf Kurs zu sein. Zusammen mit den Ingenieuren arbeiteten die Fahrer Gustavo Menezes, Romain Dumas und Ryan Briscoe weiter am Setup und es wurden Feinheiten an der Aerodynamik verbessert. Auch hier herrschte unisono ein zufriedenes Fazit nach 110 Runden in Vallelunga.

SCG 007 LMH Vallelunga 2021
Foto: SCG / P. Neuhaus

Lediglich die Kupplung wurde über Nacht gewechselt, die vielen kurzen Stopps mit dem darauffolgenden Anfahren waren eine außergewöhnliche Belastung, die im Rennbetrieb so nicht anfällt.

„Die beiden Tage liefen bisher perfekt und alle Entwicklungen oder Upgrades haben sich positiv ausgewirkt. Unser Hypercar ist ein echtes Biest. Mit den bisher gewonnenen Daten und Erkenntnissen sehe ich uns auf dem richtigen Weg zum Sieg in Le Mans!“, fasst Glickenhaus seinen Eindruck kurz, prägnant und selbstbewusst zusammen.

SCG 007 LMH Vallelunga 2021
Foto: SCG / P. Neuhaus

Nächstes Ziel in den kommenden Wochen bei der Entwicklung wird ein extremer Dauerbelastungstest über 30 Stunden sein. Der SCG 007 LMH muss im spanischen Aragon dann beweisen, dass die gesamte Technik weit über die Renndistanz von 24 Stunden zuverlässig hält. Parallel läuft der Aufbau des zweiten Hypercars, den die SCG dann bis zum Saisonstart der FIA WEC in Spa Francorchamps ebenso fertiggestellt haben wird.

Unterstütze LSR-Freun.de

Dir hat der Beitrag gefallen? Wir freuen uns über Deinen Support.





In eigener Sache:

Du hast den Beitrag bis zum Schluss gelesen? Hat er Dir gefallen? Wenn Du die LSR-Freun.de unterstützen möchtest, kannst Du das mit einem Abonnement bei SteadyHQ tun.

Damit hilfst Du uns, auch in Zukunft erstklassige Berichte, Dokumentationen und Reportagen aus der Welt der Langstreckenrennen zu erarbeiten und zu erstellen.

Unterstütze uns auf Steady

Die LSR-Freun.de sagen Danke!

Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
Kategorie: NewsTags:
Fehler melden Über LSR-Freun.de ethische Standards
Jetzt kommentieren

Noch keine Kommentare vorhanden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.