Wir schreiben den 28. Juli im Jahre 2018. Im belgischen Spa-Francorchamps bereiten sich 63 Piloten auf den Start der 70. Ausgabe der 24h von Spa vor. Wir schauen auf die ersten sechs Stunden zurück.

Bei bedecktem Himmel und milden 28 °C überquerte die Meute der GT3-Boliden um Punkt 16:30 Uhr die Startlinie zwischen der alten Zuschauertribüne und dem alten Fahrerlager der Ardennenrundbahn in Spa-Francorchamps. Angeführt wird das Feld vom, bereits betagten, Aston Martin Vantage V12 von R-Motorsport. Doch bereits in der folgenden Kurve, der Eau Rouge, hatte der zweitplatzierte Audi R8 LMS #2 des Audi Sport Team WRT die Nase vorn.
Der vormalig erstplatzierte Audi mit der Startnummer 1 bekam zuvor am Morgen seine Rundenzeiten vom gestrigen Super-Pole-Lauf gestrichen und wurde aufgrund einer technischen Unstimmigkeit zudem mit einer Zeitstrafe von 3 Minuten belegt.

spa24h2018 bentley continental gt3 #7 in der Box
Foto: M. Brückner

Für den Bentley mit der Startnummer 7 began das Rennen in der Box. Nach der Einführungsrunde hatte man den Eindruck, die Mannschaft führe mit dem Messer zwischen den Zähnen über den Rundkurs. Platz für Platz erkämpfte sich das Trio und reihte sich nach einigen Runden bereits unter den Top 20 ein. Zu den Titelfavoriten arbeitete sich auch Nicki Thiim schnell hoch. Aus der letzten Reihe gestartet, wurde der Däne nach drei Runden bereits auf Platz 42 gezählt. Der Vorwärtsdrang des Aston-Martin-Piloten scheint ungebrochen.

Direkt hinter dem Führungsduo reihen sich Land-Motorsport #29 im Audi R8 LMS und SMP-Racing im Ferrari 488 GT3 ein. Während sich an der Spitze Rene Rast und Maxime Martin atemberaubend um jeden Zentimeter kämpfen, arbeitet sich im folgenden Feld der Österreicher Philipp Eng im BMW M6 GT3 von Walkenhorst ziemlich unbeachtet auf Platz fünf vor. Im folgenden Rennverlauf zeigt Eng immer wieder, welche Leistung im Sechser aus München steckt. In Folge der kommenden Boxenstopps werden Eng und seine Kollegen regelmäßig Podiumssluft schnuppern. Inzwischen wird das Walkenhorst-Trio bereits als Titelaspirant gehandelt; als einer von mindestens 35. Denn so eng zeichnet sich die Leistungsdichte des gesamten Feldes ab.

Für einen kurzen Schreckmoment sorgten Immanuel Vinke (Walkenhorst Motorsport #36) und Rui Aguas (Black Falcon #5). Die Fahrt nebeneinander durch die Eau Rouge sorgte nicht nur für Lackaustausch zwischen den zwei Fahrzeugen, sondern auch für einen Schaden an der Aufhängung des BMW. Während sich Vinke in langsamer Fahrt an die rettende Box manövrieren konnte, fuhr Aguas in verhältnismäßig normalem Tempo zum Check in den sicheren Heimathafen.

Erst in der zweiten Rennstunde stockte den Zuschauern der Atem. Aufgrund eines Fahrfehlers verlor Phillipe Giauque den AKKA-ASP Mercedes AMG GT3 #89 in der berüchtigten Kurvenkombination Eau Rouge und schlug in den sichernden Reifenstapel ein. Giaugue konnte das Fahrzeug unverletzt verlassen. Für den Mercedes kam jedoch jede Hilfe zu spät. Einzig der Abschleppwagen konnte hier noch helfen. Als Ergebnis dieses Zwischenfalls rief man eine Full Course Yellow Phase aus und das folgende Safety-Car sammelte das Feld wieder ein.

Bereits eine Runde später bog der führende Serien-Audi wieder in die Box ab und überließ das Feld sich selbst. Die Reihenfolge in der 49 Runde liest sich, wie das Who-is-Who des Motorsports.

  1. Aston Martin Vantage #62 R-Motorsport
  2. Audi R8 LMS #2 Audi Sport Team WRT
  3. Lamborghini Huracan GT3 #63 GRT-Grasser Racing Team
  4. Bentley Continental GT3 #8 M-Sport
  5. Ferrari 488 GT3 #72 SMP-Racing
  6. Lamborghini Huracan GT3 #82 GRT Grasser Racing Team
  7. Mercedes AMG GT3 #4 Black Falcon
  8. Audi R8 LMS #25 Team Sainteloc
  9. Porsche 911 GT3 #117 Team75 Bernhard
  10. Porsche 911 GT3 #911 Manthey Racing
  11. Acht Marken teilen sich also die ersten zehn Plätze.

    In Folge des rollenden Start gab es offensichtlich eine Unstimmigkeit zwischen dem GRT-Lambo #63 und dem Garag59-McLaren #58. Der Lambo verbohrte sich etwas zu tief im Heck des McLaren und erleichterte sich so der Frontpartie auf der Beifahrerseite. Nachdem die Reperatur des ital. Stieres bereits unnötige Aufenthaltszeit in der Box beanspruchte, wurde der Zwischenfall wenige Runden später mit einer dreißigsekündigen Stop-and-Go Strafe belohnt.

    Apropos Strafen: Auffällig an diesem Samstag ist, dass die Piloten offensichtlich das Streckenlayout verlernt haben. Unzählige Verwanrungen und Strafen wegen Überschreiten des Streckenlimits begleiten das Rennen von Anfang an. Auch bemerkenswert ist, dass es in den ersten sechs Stunden, bis auf wenige Reifenschäden und den Einschlag des Mercedes ANG GT3 #89 nur sehr wenig Schrott und Schäden an den Fahrzeugen gab und gibt.

    Zweieinhalb Stunden nach dem Start markiert Steven Kane seinen Willen, dieses Rennen anführen zu wollen, mit einer ersten – lange nicht zu unterbietenden, schnellsten Runde. Bei 2:20,896 Minuten bleibt die Uhr bei der Überfahrt der Ziellinie in der 74. Runde stehen. Erst 70 Runden später konnte Dominik Baumann diese Zeit wieder unterbieten.

    Foto: D. Matschull

    Inzwischen ist im belgischen Stavelot die Nacht eingebrochen. Gesittet und doch bestimmend drehen die Piloten ihre Runden.

    Zum Ende der sechsten Rennstunde führt das Land-Motorsport Team das Feld an. Dahinter reihen sich Rowe Racing #98, Bentley Team M-Sport #8, Walkenhorst Motorsport #34 und das Mercedes-AMG Team BLACK FALCON #4 ein.

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Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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