Bedingt durch eine kurzfristige Änderung der Balance of Performance im Vorfeld des ersten Laufs der VLN Langstreckenmeisterschaft 2019 kam es zu vielen polarisierenden Diskussionen. Einzelne Teams zogen sich komplett aus der VLN zurück, andere drohten mit dem Rückzug sollte sich keine vernünftige Lösung abzeichnen. Es wurde sogar ein „Giftcocktail auf der Strecke“ vorhergesagt, wenn die „kastrierten“ GT3 sich an den kleineren Autos abarbeiten müssten.

Lautstärkeregelung, Ausschreibungsänderungen in den Produktionswagenklassen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, …

Kaum ein Saisonbeginn in den vergangenen Jahren in der VLN verging, ohne einen kleinen oder größeren Skandal. In den sozialen Netzwerken wird von Jahr zu Jahr heißer und emotionaler diskutiert. 2019 startete die VLN mit einer „kurzfristigen“ Balance of Performance-Anpassung in die Saison und wieder wurde teils schwer diskutiert. Ein Team zog sich komplett aus der Langstreckenserie zurück. Ein Team wägt noch bis nach dem 24h-Rennen ab, weil man Verträge zu erfüllen habe. Für viele Fans steht fest: DMSB und FIA haben hier ein Sicherheitsrisiko geschaffen, welches zu ernsthaften Problemen führen könne.

Bereits am Freitag bei den Test- und Einstellfahrten auf der VLN-Variante aus GP-Sprintstrecke plus Nordschleife bzw. den Taxifahrten am Nachmittag hörte man von betroffenen Fahrern der SP9 nur wenig Kritisches über die Leistungsreduzierung von 5%. Manche wünschten sich dennoch statt einer Abnahme der PS-Leistung eher die Reduktion der Aerodynamik. Auch ein ehemaliger Werksfahrer meldete sich zu dem Thema zu Wort: „Die Strecke wird immer schneller, die Reifen immer besser, die Autos immer effektiver – aber die Rundenzeiten sollen nicht weiter herunter. Das ist als dürfte ein Vanilleeis nur nach Wasser schmecken. Geht gar nicht!“

Das bei den Wetterbedingungen und einem Feld von etwa 170 Autos im Qualifying dann der ROWE BMW M6 GT3 mit einer Zeit von 8:01.192 Minuten auf die Pole Position fuhr lässt erahnen, dass die Autos doch noch schnell genug sind. Natürlich ist diese Zeit noch weit entfernt von der Rekordzeit von 7:52.578 Minuten welche Christian Krognes im Oktober 2018 ebenfalls mit einem BMW M6 GT3 fuhr.
Berücksichtigt man nicht öffentlich kommunizierte Faktoren wie das „Sandbagging“ vor dem 24h-Rennen und geringere Teilnehmerzahlen als im Oktober 2018 – daher weniger Fahrzeuge unterwegs im Qualifying bei der Rekordrunde, oder mögliche Doppelt Gelb-Passagen oder sogar Code 60 Zonen ist zumindest gefühlt nichts langsamer geworden.

Die VLN beschreibt den ersten Lauf der Saison auf Ihrer Webseite mit den folgenden Worten:

Die Stimmung unter allen Beteiligten war durchweg positiv. „Allen Unkenrufen zum Trotz, haben wir einen fantastischen Saisonauftakt erlebt – mit einem tollen Starterfeld und packendem Sport“, sagte Ralph-Gerald Schlüter, Generalbevollmächtigter VLN e.V. & Co. oHG. „Dies zeigt, dass die Panikmache Einzelner vollkommen unnötig gewesen ist.“ Die Balance of Performance (BoP), mit fünf Prozent weniger Leistung für GT3-Fahrzeuge, sorgte im Vorfeld für zahlreiche Spekulationen. Darauf angesprochen, waren die Aussagen der Fahrer jedoch entspannt. „Alle sind sehr fair und umsichtig gefahren – ein gutes Miteinander auf der Strecke“, lobte Patrick Pilet nach dem Auftaktrennen. Marco Wittmann ergänzte: „Die geringere Leistung nimmst du als Fahrer gar nicht so arg wahr. Auf der Döttinger Höhe sind die Geschwindigkeitsunterschiede im Rennen hingegen spürbar. Daher müssen sich das die Verantwortlichen nochmal genau anschauen.“ Das bestätigt auch Michael Bork, permanenter Renndirektor und Leiter Sport der VLN: „Wir hatten keinerlei Vorkommnisse aufgrund der aktuellen BoP. Trotzdem werden wir natürlich jetzt gemeinsam mit dem ADAC Nordrhein, der das Specials-Reglement verantwortet, alle Daten genau analysieren und bewerten.“

LSR-Freun.de fragte bei einzelnen Teams und Fahrern aus verschiedenen Klassen nun im Nachgang nach den Eindrücken nach dem ersten Lauf. Sehr viele Fahrerinnen und Fahrer aus der GT3-Riege, egal ob Werksunterstützt oder bei privaten Teams wollten sich nicht äußern, auch TCR und GT4 Piloten hielten sich bisweilen zurück. Das war aber auch vor dem ersten Lauf so. Wir konnten dennoch einige Stimmen aus den Klassen sammeln.

Siehe Seite zwei

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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