Im Porsche Cayman vom Team W&S Motorsport teilte sich Kevin Rembert das Cockpit mit Rene Höber. Dem Duo gelangen Podiumsplatzierungen in der seriennahen Klasse V5. Rembert geht mit seinen 23 Jahren nun den nächsten konsequenten Schritt in der Karriere und wird 2021 in der Nürburgring Langstrecken-Serie starten. Der Mannschaft von Patrick Wagner und Daniel Schellhaas, sowie der Marke Porsche bleibt der junge Mann aus Neckarbischofsheim treu.

Wir sprachen mit ihm über die vergangene Saison, wie er zum Team W&S Motorsport kam, über SimRacing und was er sich für sein Debütjahr in der NLS als Ziel gesetzt hat.

Kevin, wie bist Du zum Motorsport gekommen, wo waren deine ersten Starts?

W&S Motorsport Kevin Rembert RCN 2020
Foto: Kevin Rembert

Von klein auf war ich schon immer mit dem Motorsport im engen Kontakt. Da ich durch meinen Vater der in der DTM beim Team Phönix Racing die Boxenstopps sowie am Kommandostand tätig war die DTM Rennen hautnah miterleben konnte.
Dort könnte ich mich schon mit einigen bekannten Rennfahrer unterhalten. Von da an verfolgte ich den Motorsport und wollte irgendwann einmal selbst bei so einem Rennen teilnehmen. Mit dem 17 Lebensjahr habe ich den Versuch gewagt. Ich organisierte mir ein Rennkart sowie einen Rennsimulation. Durch das SimRacing (E-Sport) lernte ich sehr viel. Verbesserte mich nach und nach und konnte an Wettbewerben auf verschiedenen Plattformen (z.B Raceroom, iRacing usw.) teilnehmen. In diesen ich mich mehrfach unter den Top 10 Deutschlandweit sowie Top 50 Weltweit platzierte. Mit 21 Jahren entschloss ich mich dazu meine Rennlizenz zu erlangen. Dies führte ich auf meiner Heimstrecke in Hockenheim durch. Als ich diese beantragen konnte, schaute ich mich nach verschiedenen Möglichkeiten um. Man war am überlegen, ob man im VW UP Cup 2020 einsteigen sollte im Team von Timo Scheider.

Bild Kevin Rembert und Rene Höber nach dem erfolgreichen 3 Platz
Foto: Kevin Rembert

Da das Ganze aber nicht stattgefunden hat, entschied ich mich für die RCN. Mit dem Team W&S Motorsport aus Ofterdingen ging ich dort dieses Jahr an den starten. Um die Rennlizenz für die Nordschleife zu erlangen und um mir die Möglichkeit zu geben in der Nürburgring Langstrecken Serie teilzunehmen. Mit meinem Kollegen René Höber gelang mir zweimal ein Platz 3 in der V5 Klasse sowie einmal als Solist Platz 2 in der V5 Klasse. In der Meisterschaft konnte ich mir einen hervorragender 3 Gesamtplatz in der V5 Klasse sichern.

Was führte dich dann zum Team W&S Motorsport aus Ofterdingen?

W&S Motorsport Testfahrten Hockenheimring 2020
Foto: Lukas Flach

Ich war mit mehreren Rennteams in Kontakt und entschied mich schlussendlich für das Team W&S Motorsport. Von Anfang an merkte ich, dass dies der richtige Schritt für mich war. Man fühlte sich gleich vom ersten Kennenlernen aufgehoben und wie in einem familiären Umfeld.

Aus bekannten Gründen war 2020 die Saison der Rundstrecken-Challenge Nürburgring kürzer. An wieviel Rennen hast Du teilgenommen, wie zufrieden bist Du mit den Resultaten, wo siehst Du selbstkritisch noch Raum zur Verbesserung?

Ich nahm an 4 Rennen in der RCN 2020 teil. Für mein erstes Jahr im realen Motorsport bin ich mit diesem Ergebnis das ich erreichte weitaus zufrieden. Man sollte sich aber nicht darauf ausruhen und immer versuchen sich weiter zu verbessern.

Du wolltest deine Premiere in der Nürburgring Langstrecken-Serie bereits 2020 absolvieren, doch die letzten drei Läufe wurden abgesagt. Wie bereitest Du dich über die Wintermonate nun auf diesen ersten Start vor?

Ich trainiere sehr viel auf meinem Simulator, gehe Joggen oder Fahrrad fahren. Zudem mache ich meine Trainingsübungen sowohl mental als auch körperlich zu Hause.

Wie wichtig siehst Du das SimRacing heutzutage für die Entwicklung eines Fahrers? Wie oft sitzt Du im Simulator?

Durch das SimRacing kann man sich fahrerisch sehr gut verbessern sowie etwas über die Physik eines Fahrzeuges lernen. Man lernt wie man ein Auto abstimmt um es schneller zu machen und sammelt Streckenkenntnisse. Ich sitze jeden zweiten Tag 2-3 Stunden in meinem Simulator. Beschäftige mich dort zum einen mit dem abstimmen (Setup) des Fahrzeuges oder fahre Online Rennen.

W&S Motorsport Kevin Rembert RCN 2020
Foto: Kevin Rembert

2021 nimmst Du Platz im vertrauten Porsche Cayman, was gefällt dir an dem Auto besonders?

Die Marke Porsche ist für mich schon immer ein Hersteller der perfekte Autos entwickelte. Das Gesamtpaket stimmt und es ist ein Mittelmotor Fahrzeug. Das war mir sehr wichtig an einem Rennwagen.

Welche Ziele hast Du dir für die Debütsaison in der NLS gesteckt?

Mein Ziel ist es in der V5 Klasse mit dem Porsche Cayman an den Start zu gehen und um mir die Permit A Nordschleifen Lizenz zu erfahren. Dies sollte in 3 Rennen erledigt sein um dieses Jahr am 24 H Rennen auf der Nürburgring Nordschleife teilnehmen zu können. Gleichzeitig ist mit dem erlangen der Permit A Nordschleifenlizenz der umstiegt auf den Porsche 718 Cayman GT4 geplant.

Planst Du auch Einsätze abseits der Nordschleife?

Ein Einsatz in einer anderen Rennserie ist bis jetzt noch nicht geplant. Aber falls es die Möglichkeit gibt an einem Spritrennen als Gaststarter der DTM Trophy oder ADAC GT4 Germany teilzunehmen würde ich dies nicht ablehnen.

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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