Beim 10. Jubiläum des Race4Hospiz gab es nur Gewinner. Die Benefizveranstaltung auf der Daytona Kartbahn in Essen sorgte für über 200.000 Euro Spendengelder in den zehn Jahren. Nahezu seit Beginn ist AVIA racing mit einem eigenen Team am Start, brachte dieses Jahr einen Simulator mit, förderte mit einer Geldspende von 1000 Euro und dem Spendenanteil von 500 Euro beim Startgeld die gute Sache.

Neben eingefleischten Profirennfahrern starten Hobbypilotinnen und Piloten jährlich in bunt gemischten Teams beim Race4Hospiz. Einerseits wird das über 9 Stunden dauernde Kartrennen von vielen als erster Fahreinsatz der Saison gesehen, andererseits steht noch viel mehr der gute Zweck und der Spaß im Mittelpunkt. Alle treffen sich mit dem Ziel möglichst viele Runden zu fahren um Spendengelder für das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe zu sammeln.

AVIA racing, beim Race4Hospiz vertreten durch Teamchef Stefan Siepmann, brachte eine Mannschaft von sechs Fahrern zusammen. Darunter die AVIA-Clio Piloten Stephan Epp und Gerrit Holthaus welche in der VLN gemeinsam fahren. Jochen Merkle, seit dem ersten R4H dabei und Fotograf am Nürburgring, zählt zu den Stammpiloten. Dennis Höller und Leonhard Gottemeyer als erfahrene Kartfahrer ergänzten die Truppe. Der sechste Fahrer im Bunde, Manuel Paßberger griff nicht nur ins Lenkrad sondern ist auch Teil der Organisationsmannschaft des Teams „AVIA racing R4H“.

Teamchef Stefan Siepmann, bei der gesamten Durchführung unterstützt durch seinen Vater Ulrich zieht Bilanz:

„Nachdem ich die letzten acht Jahre selbst als Fahrer angetreten bin, habe ich mich dieses Jahr auf die Organisation und Taktik gekümmert. Mein Vater war dabei eine große Unterstützung. Die anderen Teams hatten für 2019 stark „aufgerüstet“, so war das Team von Gruppe C für mich der große Favorit mit ihrer Fahrerauswahl.

In unserer Mannschaft war der gute Zweck von Beginn an noch höher gewichtet als das Ziel zu gewinnen, wobei das „schnell sein wollen“ bei jedem Racer immer mitspielt. Gerrit Holthaus fuhr das letzte mal vor drei Jahren Kart. Auch Jochen Merkle und Manuel Paßberger sind seit dem R4H 2018 nicht mehr Kart gefahren, was jedoch dem Ergebnis des Teams am Ende nicht anzumerken war.

Taktikwechsel sorgt für Aufholjagd

Nachdem wir mit einem mittelmäßigen Kart beim Training einen siebten Startplatz erzielten gingen wir das Rennen bis zur Hälfte behutsam an. Jeder fuhr seinen Stint und es stellte sich schnell heraus, dass Dennis, Stephan und Leonhard die Top-Zeiten mithalten konnten. Auch Gerrit, Manuel und Jochen gaben ihr Bestes um das Team zur Halbzeit auf den vorderen sieben Positionen von 36 Karts zu halten, jedoch sind Zeitunterschiede von 1-3 Sekunden pro Runde eine Welt im Kartsport, insbesondere wenn die Spitzenteams bärenstark besetzt sind. Als gemeinsame Teamentscheidung beschlossen wir die Taktik zu ändern und einen Angriff auf das Podium zu starten. Bedingt durch die neuen Regelungen bei der nicht mehr nach 41-43 Minuten Fahrzeit gewechselt werden musste, sondern pro Fahrer eine maximale Fahrzeit von 150 Minuten mit mindestens 15 Wechseln im Rennen vorgeschrieben war, ging es in der Box deutlich ruhiger zu.

Stephan Epp AVIA racing Race4Hospiz
Foto: D. Matschull

Diese Änderungen machten es uns möglich in der zweiten Hälfte Stephan, Dennis und Leonhard bis auf Rang vier vor zu kommen. Da wir nahezu alle Pflichtstopps bereits erledigt hatten kamen uns die vermehrten Stopps der anderen Teams in den letzten beiden Stunden dann zugute. Ein wirklich gutes Kart, mit dem die Zeit fast eine Sekunde pro Runde besser war, spielte uns ebenso in die Karten und wir fuhren sogar damit die schnellste Rennrunde des gesamten Feldes. Alle drei Fahrer spulten konstante Rundenzeiten mit Unterschieden nur im Zehntelbereich ab und zeigten somit ihr Können. Dieser grandiose Endspurt brachte uns am Ende Platz Zwei ein und wir kamen auf die selbe Rundenzahl wie das Siegerteam von Gruppe C. Ein großes und respektvolles Lob geht an Gruppe C für eine fehlerfreie Leistung mit ihrem starken Team.“

Stephan Epp hebt neben dem hervorragenden Rennergebnis auch das Emotionale hervor:
„Das Race4Hospiz läutet für mich inzwischen immer das Ende der Winterpause ein. Noch bevor wir jetzt die ersten Tests fahren ist es für mich eine gute Gelegenheit wieder für die Saison den Trainingseinstieg zu bekommen. Das Wichtigste ist jedoch der Charity-Gedanke und der Spass daran für eine wirklich tolle und wichtige Aktion sich mit einzusetzen. Das mit jeder Runde die man mehr schafft sich der Spendentopf füllt motiviert unheimlich sich in einem Feld von 36 Karts bis zum Schluss voll reinzuhängen.
Die gesamte Veranstaltung ist immer hoch professionell organisiert. Die Karts und die Bahn waren super vorbereitet. Es herrschte eine tolle lockere Stimmung untereinander, überhaupt kein Konkurrenzdenken da ja alle für die gute Sache antraten. Auf der Strecke merkte man, dass alle wieder heiß auf die Saison waren und im Rennen doch ehrgeizig aber immer fair angegast wurde.

Unser Teamsponsor AVIA racing hat den Fahrsimulator zur Verfügung gestellt, hierüber konnten wir auch etwa 400 Euro zusätzliches Spendengeld sammeln. Es hat Spass gemacht zu sehen wie die Nürburgring-Pofis sich auf der Grand Prix Strecke auch hier einen schönen Kampf geliefert haben. Insgesamt war Race4Hospiz 2019 wieder ein megagelungener Event bei dem wir sehr gerne dabei waren. Ich freue mich bereits jetzt schon wieder auf das nächste Jahr, gehe hochmotiviert in die Saison und werde das Outdoor-Kartfahren in mein Trainingsprogramm sicher fest mit aufnehmen.

AVIA racing Race4Hospiz
Foto: D. Matschull

Die Teams werden von Jahr zu Jahr professioneller was dem Spassfaktor jedoch keinen Abbruch tut. Sicherlich sind auch nicht alle 36 Karts zu 100% auf dem selben technischen Stand, somit ist es auch ein wenig wie ein Lotteriespiel. Aber genau das ist ja die Herausforderung trotzdem vorne dabei zu bleiben. Mit dem zweiten Platz sind wir super zufrieden und planen schon für nächstes Jahr.

Jeder Euro der für das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe gesammelt wurde zählt. Viel zu wenig befassen wir uns im Alltag mit wirklich schweren Sorgen und tragischen Schicksalen. Um so wichtiger ist es durch Hilfe das Leben im Hospiz leichter, schöner und bunter zu gestalten. Das Hospiz freut sich auch abseits der Veranstaltungen das ganze Jahr hindurch über weitere Spenden!“

In eigener Sache:

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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