Seine letzten Rennrunden fuhr Ulli Andree beim 24h-Rennen 2017 über die Nordschleife. Beim 6h-Rennen 2018 verunfallte der Seat auf dem Ulli mit antrat bereits nach dem Start in der zweiten Kurve, so konnte Andree selbst keine einzige Rennrunde fahren. Der VLN Gesamtmeister des Jahres 2012 äußerte sich mehrfach, dass er keinen Rennsport mehr betreiben möchte. Ein Blick auf die vorläufige Starterliste für das 42. RCM DMV Grenzlandrennen am 07. September 2019 belehrt uns eines Besseren.

Unter der Startnummer #323 findet der Fan den Audi TTRS2 mit den Piloten Stefan Wieninger, Chris Schmitz und Ulrich Andree. Mit genau dieser Besetzung, dazu noch Daniela Schmid, gewann das Team die Klasse beim 24h-Rennen 2017. Wir fragten bei Ulli nach.

Hallo Ulli, wir sind neugierig! Was hat Dich dazu bewegt in Dein früheres Stammauto zu steigen?

Was soll ich da antworten? Der Geist war willig, allein das Fleisch war schwach! Der Stefan Wieninger hatte mich bereits zu einem gemeinsamen Start zum 6h-Rennen, meinem Lieblingsrennen, dieses Jahr überredet und eingeladen. Der Termin ging bei mir jedoch nicht, da ich im Ausland war. Somit ist das Comeback der drei Fahrer auf dem Audi TTRS2 zustande gekommen.

Warum ist das Auto ohne Nennung eines Teams auf der Liste? Wer betreut Euch?

Da keiner das Auto besser kennt als sein Erbauer Andreas Lautner, wird LMS Engineering uns natürlich betreuen. Lautner hat diesen 2-Liter 5 Zylinder Turbomotor entwickelt und welches Potential in dem Fahrzeug steckt, haben wir ja häufig genug demonstriert. Da Stefan Wieninger das Fahrzeug inzwischen gekauft hat, sind wir als private Mannschaft genannt und werden wie gesagt von Andreas‘ Team betreut.

Christian Krognes, Ulli Andree
Foto: L. Rodrigues

Die SP3T-Klasse ist mit sieben Fahrzeugen besetzt. Es fällt auf, dass sich dort bei VLN 6 die VAG-Marken duellieren. VW Golf, Audi RS3, Audi TTRS2 und Seat Leon. Wie siehst Du Eure Chancen?

Leider ist die SP3T nicht mehr so stark besetzt wie früher. Es wird auf jeden Fall ein interessantes Messen in der Klasse. Wobei wir, wie schon seit 2014, mit Airrestiktor (Luftmengenbegrenzer) und somit nur ca 360 PS fahren. Nicht genug tragen wir noch 130 kg Ballast mit uns herum Der technische Ausschuss des ADAC entschied das so. Also 130 kg fühlt sich an, als ob der Audi für den Familienurlaub bepackt ist.

Gegen die TCR welche in unserer Klasse fahren, wird es auf jeden Fall interessant werden, die haben inzwischen unglaublichen mechanischen Grip.

Was uns allerdings in die Karten spielen kann ist das angekündigte Wetter für Samstag. Wenn es tatsächlich in der Eifel regnen sollte – was durchaus öfters der Fall ist – ist der TTRS2 natürlich bärenstark und wir könnten für Überraschungen sorgen.

Meinst Du, dass du die Nordschleife noch kennst und kannst?

Ein bekannter Streckensprecher aus Adenau schrieb mir vor kurzem: „Das ist wie Fahrradfahren, das verlernst Du nicht. Nach spätestens zwei Runden bist du wieder im Groove.“ Da ich hoffentlich am Freitag sogar schon mehr als zwei Runden fahren darf, bin ich da guter Dinge mich nicht zu verfahren.

Wie sieht es bei Dir mit dem Permit aus, musstest Du das nach der Abstinenz neu erwerben?

Ich habe meine Rennlizenz jedes Jahr beantragt, für die Nordschleife musste ich dieses Jahr auch wieder das E-Learning bestehen. Ein Onlinetest speziell mit Fragen zur Nordschleife und den Sicherheitsregelungen etc. Diesen Test habe ich geschafft. Somit ist auch da alles save.

Ulli, wir danken Dir für die Informationen und wünschen Dir mit dem Team am Samstag ein erfolgreiches und vor allem knitterfreies Rennen.

Vielen Dank. Ich hätte selbst nicht mehr von mir gedacht, dass ich nochmals fahre. Nun freue ich mich doch sehr auf das Wochenende und hoffentlich gutes Racing. Stefan Wieninger danke ich für die Einladung und das er mich überzeugen konnte es nochmals zu wagen. Um es mit den Worten von Shakespeare abzuschließen: „Halb zog er sie – Halb sank sie nieder“

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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