Der erste Lauf der VLN steht bevor und wir haben uns zusammen mit Olli Martini das Starterfeld begutachtet. Zusammengefasst kann man sagen, das Feld überrascht.

Foto: N. Burdon

Überraschend ist zu allererst mal das erstarkte SP9-Feld. Mit 24 Teilnehmern fahren beim ersten Lauf der Langstreckenmeisterschaft so viele Fahrzeuge durch die Eifel, wie nie. Überraschend ist auch, dass noch einige Gesamtsiegaspiranten fehlen. So setzt Schubert Motorsport zum initialen Aufeinandertreffen noch kein Fahrzeug ein. Zwar spekulierten Fans, nach den Tests in Aragon auf den Einsatz eines BMW M6 GT3. Nach der Absage der Werksunterstützung seitens BMW wird man sich hier noch vorsichtig zurückhalten. Gleiches Schicksal ereilt Schnitzer-Motorsport. Kein BMW der Freilassinger Erfolgstruppe. Black Falcon setzt in diesem Jahr erstmalig seit langem kein GT3-Fahrzeug zum ersten Lauf ein.

Bei Walkenhorst zeigt man sich unbeeindruckt von den Querelen rund um die Werksunterstützung. Die Niedersachsen bringen, wie in den vergangenen zwei Jahren, zwei BMW M6 GT3 an den Start. Jede Spur fehlt auch von Black-Falcon in der Spitzengruppe. Die Bentleys wird man frühestens zum ADAC Zurich 24h-Rennen wieder in der Eifel sehen – und hören. Darf man dem Hersteller glauben, werden wir die Luxusbomber 2018 noch mal auf der Nordschleife erleben. Nachdem Abt-Motorsport bereits im alten Jahr dem GT-Sport abschwor, bleibt aktuell „nur“ das Werksteam der Briten – M-Sport – die bereits 2017 den dritten Bentley stellten.

Foto: D. Matschull

Die Italiener erstärken auf der Nordschleife zu neuem Glanze. Neben den zwei Wochenspiegel-Ferrari 488 GT3, die von Rinaldi eingesetzt werden, wird auch racing one den 458 in der SP8 einsetzen. Zudem wird Dörr Motorsport einen Lamborghini Huracan Super Trofeo einsetzen – ebenfalls in der SP8. Insgesamt geht die zweite Spitzengruppe jedoch ziemlich leer aus, jedoch nicht minder bunt. Insgesamt wird die Klasse durch sieben Hersteller mit insgesamt acht Fahrzeugen an den Start gehen. Wiederzufinden, neben dem bereits genannten Ferrari und Lamborghini ist hier der BMW M3 GTR von Manheller wiederzufinden. Ring Racing stellt auch 2018 wieder einen Lexus RCF auf den Eifelasphalt und Aston Martin bringt einen Vantage GT8 und einen Vantage V8 ins Feld ein, während rent2Drive den einzigen Porsche GT3 Cup MR in die Klasse bringt. alle anderen GT3 Cup MR – darunter Alzen Automotive, clickvers, 9und11 oder Black Falcon – treffen sich in der SP7 Klasse wieder.

Werfen wir einen Blick ins TCR-Feld, bei dem insgesamt neun Fahrzeuge genannt sind. Was fällt gleich ins Auge? Richtig die Vorjahresmeister Mathilda Racing fehlen! Dafür ein interessanter Neuzugang aus Italien – Target Competition. Das Team aus Südtirol wurde 2015 Meister in der TCR International Series und gewann 2016 und 2017 die ADAC TCR Germany. Im 1. VLN Lauf wird man zwei Hyundai i30 TCR einsetzen. Der italienische Hyundai-Werksfahrer und Tourenwagenlegende Gabriele Tarquini wird auf beiden Wagen starten. Auf der #830 starten neben Tarquini noch Nicola Larini und Manuel Lauck, während auf der #831 Tarquini mit Kim Jaekyun aus Korea fahren wird.

Neu ist die Cup X-Klasse, der KTM X-BOW CUP powered by MICHELIN, die zwar jetzt schon ausgeschrieben ist, der Cup selbst aber erst im Rahmen der VLN 3 startet. Bereits am Samstag wird die Klasse mit einem Fahrzeug vertreten sein. Im Hause KTM geht man davon aus, dass sechs bis acht X-Bow an den Start gehen werden. Die beiden Damen Laura Kraihamer und Naomi Schiff werden das erste Fahrzeug steuern.

Foto: H. Bernhardt

In der Klasse V5 gibt es ein interessantes Fahrzeug mit einem Star, der sein Permit macht. Porsche-Werksfahrer und WEC-Star André Lotterer wird für PROsport Performance einen Porsche Cayman steuern. Sein Teampartner wird Mike-David Ortmann sein, welcher im ADAC GT Masters startet und ebenfalls seine Permit macht. Dazu sind weitere bekannte Piloten im Feld zu finden, die ihre Permit machen wollen. Charlie Eastwood, welcher in diesem Jahr in der WEC starten wird, steuert in der V5 für Care for Climate einen Porsche Cayman (gemeinsam mit Daniel Blickle und Niklas Steinhaus). In der V3 absolvieren Raffaele Marciello (Mercedes-Werksfahrer), Philip Ellis (ADAC GT Masters Pilot für Phoenix Racing) und Immanuel Vinke (welcher im letzten Jahr einen ELMS Start absolvierte und zweimal für Zakspeed in der Blancpain Endurance fuhr) je einen Doppelstart für Mathol Racing. Die beiden 2016er ADAC GT Masters Piloten Steve Feige und Bas Schothorst machen in der H2 einen Doppelstart beim MSC Sinzig auf einen VW Golf 3.

Olli Martini – Streckensprecher der VLN Langstreckenmeisterschaft ist begeistert: „Ein tolles Starterfeld mit einer guten Mischung. Es sind gut und gerne 15 heiße Kandidaten auf den Gesamtsieg vertreten. Besonders toll finde ich, dass in fast allen Klassen mehrere Siegkandidaten vorhanden sind. Das verspricht viele spannende Rennen im Rennen. Besonders freut mich die Renaissance der Klasse H2 mit 15 Startern.“
Das Eifel-Original setzt fort: „interessant ist, dass Topstars wie Andre Lotterer oder Raffaele Marciello in „kleineren“ Autos an den Start gehen, um ihre Permit einzufahren.“

Martinis Fazit: „Die VLN lebt! Mit 24 Spitzenfahrzeugen in der Klasse SP9 auf der einen Seite und demnach auf der anderen Seite 149 Autos, die den Begriff des Breitensports repräsentieren. Traumhaft! Ich freu mich sehr auf die neue Saison.“

Olli Martini wird den ersten Lauf zusammen mit Lars Gutsche aus der Kommentatorenkabine begleiten und können auf Patrick Simon und Dirk Adorf als Experten und Moderatoren aus der Boxengasse zählen. Das Qualifying beginnt – sofern das Wetter mitspielt – wie gewohnt um 08:30 Uhr. Pünktlich zur Mittagszeit wird das 173 Fahrzeuge starke Feld ins erste Rennen des Jahres starten.

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Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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