Das Rennteam aufkleben.de Motorsport rund um Teamchef Stephan Epp kam nach acht Wochen Sommerpause und einer bisher nicht gut verlaufenen Saison zum ROWE 6 Stunden ADAC Ruhr-Pokal-Rennen zurück an den Nürburgring. Am Samstag, den 11. September 2021 wurde der Saisonhöhepunkt der Nürburgring Langstrecken-Serie ausgetragen. Der Renault Clio RS #620 kam nach 360 Minuten nach einem nerven- und kräfteaufreibenden Rennen auf Platz vier der Klasse H2 ins Ziel. Epp ging ebenfalls wieder im AVIA racing BMW 330i #504 beim Team AVIA Sorg Rennsport an den Start, hier wurde er mit einem Podiumsplatz belohnt.

Foto: L. Rodrigues

Zum siebten NLS-Lauf wollten Michael Uelwer (Wuppertal), Dr. Volker Kühn (Bonn), Niklas Meisenzahl (Bordelum) und Teamchef Stephan Epp (Wuppertal) endlich ein vorzeigbares Ergebnis erzielen, nachdem bisher alle Läufe von Unfällen und technischen Problemen vorzeitig beendet waren. In der Zeit nach dem Double-Header wurde der Renault Clio RS #620 sorgfältig vorbereitet, auch wenn die Beschaffung von Ersatzteilen nicht immer einfach war. Schon am Donnerstag vor dem 6 h-Rennen fuhren Uelwer und Epp erste zufriedenstellende Testrunden. Auch am Freitag waren die Rundenzeiten vielversprechend und ein wettbewerbsfähiges Set-up war gefunden. Neuzugang im Quartett Meisenzahl kam auf Anhieb mit dem französischen Cup-Rennwagen zurecht und fuhr vorzeigbare Zeiten.

Foto: R. Winter / Ring-Race-Shoot

Nach den Trainingsrunden ging es am Samstag dann ins 90-minütige Qualifying. Der Asphalt der legendären Nordschleife war noch sehr nass, da es in der Nacht und am frühen Morgen noch regnete. Dementsprechend verhalten wagten sich alle Teams auf die Strecke und erst gegen Ende des Zeittrainings füllte sie sich zusehends. Der Teamchef selbst ging dann auf eine schnelle Runde, was im Verkehr und den bereits bestehenden Unfallzonen dann schwer war. Schlussendlich sollte der Clio von Platz vier in der Klasse ins 6 h-Rennen gehen. Der AVIA racing BMW 330i qualifizierte sich auf dem sechsten Platz in der mit 15 seriennahen Wagen besetzten VT2.

Als es dann gegen 11:00 Uhr in die Startaufstellung gehen sollte der Schock: Anscheinend wurde im Training durch einen Reifenschaden auch der Krümmer beschädigt und der aufkleben.de Motorsport Clio war plötzlich lauter als noch vor dem Abstellen. Mit Hochdruck begann die Crew den Defekt zu reparieren, doch für einen Start im Grid war es zu spät. So nahm Epp das Rennen mit einer Runde Rückstand aus der Boxengasse auf, konnte aber rasch Boden auf die Klassengegner gut machen. Unterdessen machte der Italiener Edoardo Bugane im AVIA racing BMW 330i #504 einen bemerkenswerten Job und Plätze im Feld gut.

Foto: L. Rodrigues

Die Aufholjagd des Clios setzten Uelwer und Dr. Kühn erfolgreich fort. Als im letzten Renndrittel Meisenzahl ins Cockpit stieg, wurde aufkleben.de Motorsport schon auf dem vierten Rang geführt und überquerte auf dieser Platzierung auch die Ziellinie. In der Auslaufrunde dann der nächste Schreckmoment: Die Kupplung war gebrochen und Meisenzahl konnte damit nicht mehr auskuppeln, rollte an der Boxeneinfahrt aus und musste mit reiner Muskelkraft allein den Clio bis in die Boxengasse zum Parc Fermé schieben.

Foto: M. Brückner

Das Pilotentrio im AVIA racing BMW fuhr ein unauffälliges, aber effektives Rennen. Nachdem Bugane an Epp übergeben hatte, lag er bereits auf dem dritten Platz und somit auf Podiumskurs. Routinier Björn Simon behielt trotz zahlreicher Unfälle als Schlussfahrer kühlen Kopf und behauptete diese Position, was den drei Fahrern von AVIA Sorg Rennsport den Sprung aufs Podium und den Bronze-Pokal der Klasse VT2 sicherte.

„Das ist irgendwie nicht unsere Saison mit dem Clio, aber zumindest kamen wir dieses Rennen bis ins Ziel!“, beginnt Teamchef Stephan Epp. Der Wuppertaler erklärt dann weiter: „Unser Austauschauto nach dem heftigen Unfall beim dritten Lauf ist konkurrenzfähig, das wissen wir. Ohne den defekten Krümmer wäre für aufkleben.de Motorsport ein verdientes Podium hinter den starken Klassengegnern möglich gewesen. Durch die am Ende gebrochene Kupplung gab es nochmals Schnappatmung im Team und wir hätten Niklas liebend gerne beim Schieben geholfen, doch da ist das Reglement gnadenlos. Gut, dass es nur noch wenige Meter bis zur Boxenlinie waren. Das hätten wir trotzdem nicht gebraucht. Das gesamte Team hat wieder großartig gearbeitet und allen Widrigkeiten getrotzt, die Kupplung wird bereits repariert und beim vorletzten Lauf kämpfen wir hoffentlich endlich um einen Pokal in der H2.“

Über das Podium im AVIA racing BMW 330i freut sich Epp: „Meine beiden Kollegen machten einen soliden, fehlerfreien Job am Steuer und ich konnte mich trotz zahlreicher Unfälle im letzten Drittel auf der dritten Position halten. Die Sorg-Mannschaft hat hier ebenfalls tadellos gearbeitet, danke an alle!“

Foto: L. Rodrigues

Fahrzeugeigner und Pilot Michael Uelwer ergänzt: „Das Ziel endlich mal wieder anzukommen haben wir zumindest erreicht. Aufgrund eines Defektes an der Auspuffanlage zwischen Zeittraining und Rennen mussten wir leider mit über einer Runde Rückstand aus der Box starten, somit war der 4. Platz in der Klasse wohl das Maximum, was wir erreichen konnten. Niklas hat sich bei seinem ersten Lauf auf dem Clio sehr gut geschlagen und sofort sehr gute Zeiten fahren können. In der letzten Runde hatten wir es dann noch mit einem Totalausfall der Kupplung zu tun, haben wir uns bis über die Ziellinie gerettet und endlich ein paar Punkte gemacht. In der Boxengasse war der Clio dann aber nur noch mit Muskelkraft zu bewegen.“

Sein Fazit zum 6 h-Rennen: „Trotz allem war es ein super Wochenende und wir konnten mal wieder erleben, wie wichtig es ist, ein gutes Team zu haben, da wir trotz des defekten Auspuffs noch in der Lage waren auf P4 zu fahren. Innerhalb kürzester Zeit haben die Jungs den Schaden behoben, stramme Leistung!“

Der vorletzte Saisonlauf über vier Stunden wird mit dem 53. ADAC Barbarossapreis bereits am 25. September 2021 ausgetragen. Das große Finale der Nürburgring Langstrecken-Serie ist mit dem PAGID Racing 45. DMV Münsterlandpokal am Samstag, den 9. Oktober 2021. Dann werden in der Grünen Hölle die Titel der Klassen und der Gesamtmeister gesucht und vom Veranstalter die traditionellen Schinken an die siegreichen Piloten übergeben.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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