Ein ehrgeiziges Ziel für das Team aus Friedberg, ist der Gewinn eines Minis beim legendären 24h-Rennen im nächsten Jahr am Nürburgring. Wir unterhielten uns mit Daniel Peter, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Teams.

Hallo Daniel. Wir freuen uns, mit Dir zusammen, den Fans Euer Rennteam näher bringen zu können. Der Mini ist dieses Jahr schon als weitere Aufwertung des Feldes beim Publikum wahrgenommen worden. Wie kam es zu dem Team und dem „gefühlvollen“ Namen?

Daniel Peter: „Der Name Racing4Emotion entstand eigentlich durch unseren Rennwagen, da der Mini ja doch viele Emotionen auslöst und im allgemeinen sehr beliebt ist. Das tolle an diesem Team ist, das wir uns alle irgendwie einige Jahre vorher kannten. Teils war man in der Mini Trophy bzw. Mini-Challenge Konkurrenz, oder kannte sich, so wie bei mir z.B. durch die VLN. Und nun stehen wir seit Anfang 2018 gemeinsam für Emotionen als ein Team. Wir möchten unsere Emotionen an die Fans weitergeben. Da liegt es doch Nahe wenn man dieses schon durch den Teamnamen transportieren kann (lacht). Und wenn wir die Anzahl und die Reaktionen der Fans in unserer ersten VLN –Saison sehen, liegen wir gar nicht so falsch. Wir und unsere Fans jedenfalls lieben unseren Mini. Dieses Auto und unser Team hebt sich entsprechend deutlich von den anderen Teams ab. Was uns auch durch persönliche Gespräche von Fans, Freunden und Partnern gesagt wurde.“

# 387, Racing4Emotion, Steve Fürsch, Jürgen Bretschneider, VLN, Mini Cooper
Foto: L. Rodrigues

Euer Mini ist auf jeden Fall vom auch vom Sound her eine Ohrenweide. Woher kommt der satte Klang?

Daniel Peter: „Wir hätten bei VLN 5 dieses Jahr fast den Auspuff verloren, seitdem haben wir einen Auspuff von einem alten DTC-Auto montiert. Den müssen wir extra dämmen wegen den Lautstärke-Grenzen in der VLN, aber der Sound ist auf jeden Fall kräftig und einmalig.“

Wie setzt sich Euer Team zusammen? Der Aufwand, ein einziges Auto zur VLN bzw. zu einem 24h-Rennen zu bringen, ist ja doch enorm.

Daniel Peter: “ Das Team aktuell besteht aus zwei Fahrern, Jürgen Bretschneider und Steven Fürsch. Beide Fahrer haben viele Erfolge in ihren jeweiligen Vitas vorzuweisen. Teamchef ist David Dombek der das Auto auch vorbereitet. Der David ist so eine Art „Mini-Papst schlechthin“ und ist seit etwa 2004 in der Mini-Trophy bzw. Mini-Challenge aktiv. Er hat u.a. Meister wie den Thomas Tekaat 2013 hervorgebracht. Es folgen noch drei Mechaniker. Die Öffentlichkeitsarbeit liegt in meinen Händen. Der gesamte Rest zu den Rennen besteht noch aus den Familien. Jeder packt mit an und hilft wo und wann nur möglich. Opfern ihre Freizeit oder Urlaub. Und das Unentgeltlich. Wie auch das Auto, sind wir ein kleines aber echt feines Team. Alle Mitglieder verstanden sich auf Anhieb. Wir leben da tatsächlich noch den ursprünglichen Breitensportgedanken. Und wenn man Spaß, der bei uns neben dem Siegeswillen sehr großen Stellenwert hat, dann kommt auch der Erfolg.“

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Foto: L. Rodrigues

Auf dieser Teambasis lief die Saison 2018 nun ja auch sehr zufriedenstellend für Euch. Beim siebten Lauf der VLN konntet Ihr zudem einen Klassensieg einfahren.

Daniel Peter: „Ja, das war schon ein tolles Ergebnis für unser Team und zeigt, wenn es keinen Unfall gibt oder uns irgendwelche Pfennigartikel einen technischen Defekt verursachen, dann können wir durchfahren und den Mitstreitern Paroli bieten. Da spiegelt sich nun auch die Erfahrung über das Jahr wieder. Bis auf drei Veranstaltungen sind wir alle Rennen bisher mitgefahren. Die beiden Fahrer nahmen auf dem Nexen-Tire-Porsche auch am 24h-Rennen 2018 teil.“

Das bringt uns nun zu eurem großen Ziel für nächstes Jahr: das 24h-Rennen 2019 erfolgreich zu beenden.

Daniel Peter: „Ja, David Dombek hat sich und dem Team das Ziel gesetzt mit einem Mini auch beim 24h-Rennen am Nürburgring durchzufahren und wenn möglich natürlich auch die Klasse zu gewinnen. Das hat auch eine hohe Symbolkraft. Denn nächstes Jahr wird der Mini 60 Jahre. Der Mini zum Beispiel hat bei den 24h-Dubai 2012, 2013 und 2016 den ersten Platz in der Klasse eingefahren. Ebenso 2012, 2013 und 2014 bei den 24h-Barcelona. Das ist schon eine Ansage, allerdings fehlt wie gesagt noch das legendäre 24h-Rennen am Nürburgring. Daher nennen wir das Projekt auch „Project 24h -let’s make it true“.“ An einigen der genannten Erfolge des Mini sind u.a. David Dombek, sowie unsere beiden Fahrer Jürgen Bretschneider und Steven Fürsch nicht ganz unbeteiligt.
Also scheinen, alles in allem, die Vorzeichen für das Projekt gut zu stehen.“

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Foto: L. Rodrigues

Das definiert natürlich Euer großes Teamziel 2019. Wird das JCW (John Cooper Works) dafür kommendes Jahr eingesetzt?

Daniel Peter: „Bisher ist nur sicher, dass es ein Mini wird (lacht). Es steht noch nicht fest, ob es das Coupé oder ein Hatchback Mini werden wird. Immerhin wurde das dieses Jahr startende Fahrzeug bereits 2013 für Dubai 2014 aufgebaut und hat seitdem natürlich schon einige Rennkilometer auf der Uhr.“

Gehen Bestrebungen für nächstes Jahr auch in den Bereich an anderen Rennserien teilzunehmen?

Daniel Peter: „Dieses Jahr konzentrierten wir uns voll auf die VLN. Für nächstes Jahr, wie gesagt, neben der VLN, auch das 6h-Qualifikationsrennen und die 24h-Nürburgring. Ein Start bei einem weiteren 24h Rennen wie z.b. Silverstone sind nicht ausgeschlossen. Dazu müssen noch einige Verhandlungen abgeschlossen sein.“

Ihr konntet dieses Jahr auch überraschend einen weiteren Klassensieg außerhalb der VLN verbuchen. Wie kam es dazu?

Daniel Peter: „Wir sind im August auch einen RCN-Lauf gefahren. Diese Teilnahme war eigentlich nur zum Testen des Fahrzeugs gedacht. Da konnten wir dann überraschenderweise die Klasse gewinnen. Da wir zum Saisonbeginn Probleme mit den Antriebswellen hatten, wurde da Einiges getauscht. Um diese Änderungen auf der Nordschleife unter Rennbedingungen zu testen sind wir ganz kurzfristig zur RCN. Dass das Team dann am Ende ganz oben auf dem Podest stand war um so schöner und sicherlich eine große Motivation. Seitdem haben wir auch keine Probleme mehr mit der Antriebswelle, also ein doppelter Erfolg.“

Daniel, wir danken Dir für das Interview und die Einblicke in das Team. Wir wünschen Euch bei den Plänen weiterhin viel Erfolg und werden 2019 Racing4Emotion gerne weiterhin mit dem Mini begleiten.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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