Nachdem am vergangenen Wochenende sich nochmals unzählige Petrolheads zu den Touristenfahrten am Brünnchen trafen handelt nun die Bürgermeisterin der Gemeinde Herschbroich.

In der Facebook Gruppe „Brünnchen Platzfans“ tauchten Fragen von (uneinsichtigen) Mitgliedern auf, welche sich bereits „Sorgen“ um den Carfreitag machen. Diese Nachfrage wurde vom Ehemann der Bürgermeisterin, die selbst nicht bei Facebook aktiv ist, mit deutlichen Worten beantwortet. So schreibt Achim Korden:

„Ich würde Euch gerne einen guten Abend wünschen, doch leider ist es kein guter Abend. Ich bin furchtbar wütend und schrecklich enttäuscht, über einige Kommentare, die nach der Schließung des Brünnchen Platz kamen. Sagt mal, ist Corona für Euch immer noch weit weg. Habt ihr immer noch nicht kapiert, dass ihr nicht nur für euch selbst Verantwortung tragt? Wir leben doch nicht jeder für sich auf einer einsamen Insel.

Ja, ich habe eben den Platz dicht gemacht und ich fand es sehr traurig und ernüchternd, dass das überhaupt sein muss. Wie kann es möglich sein, dass in einer Zeit, wo Ärztinnen und Ärzte, Krankenpfleger und Krankenschwestern ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen um UNS ALLEN zu helfen, dass in einer solchen Situation Menschen weiterhin nur an sich selbst denken und jammern wenn ihr persönliches Vergnügen eingeschränkt wird. Ist es denn wirklich so schwer: sein eigenes Ego mal ne Stufe herunterzufahren und mal an andere zu denken, die im Moment gefährdet sind? Es mag ja sein, dass am Brünnchen vielleicht gerade keine älteren oder vorgeschädigten Mitbürger waren. Aber habt ihr euch wirklich informiert, ab wann man vorgeschädigt ist? JEDER RAUCHER zählt zur Risiko Gruppe, aber natürlich war auch kein einziger Raucher am Brünnchen. Zu einer Zeit, wo seit WOCHEN auf euch eingeredet wird, um auf die Gefahr hinzuweisen und darum gebeten wird doch mal einfach zu Hause zu bleiben. Wo uns die erschreckensten Bilder und Nachrichten aus der ganzen Welt erreichen.

Und was machen die verantwortungsbewussten und wie man meinen sollte erwachsenen Menschen: Kitas werden geschlossen – dann schleppt man die Kinder eben ins Spieleparadies. Schulen werden geschlossen, dann schickt man die Kinder halt auf den Spielplatz. Kneipen werden geschlossen, dann macht man eben Privatpartys oder trifft sich zu Hunderten auf dem Brünnchen Platz. Und wundert sich dann auch noch, dass man euch vor Euch selbst schützen muss. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass keiner der Besucher des Brünnchen Platz Eltern hat- die er dann gefährdet oder vielleicht einen älteren Arbeitskollegen oder oder oder.

Schaltet doch bitte mal das Gehirn ein bevor ihr solche Verschwörungstheorien in die Welt setzt. Und wenn ihr glücklicher Weise gerade nicht zur Risikogruppe gehört und auch noch gesund seid, dann tut bitte alles dafür, dass es so bleibt. Und wenn euch zu Hause die Decke auf den Kopf fällt dann fragt doch mal einen älteren Mitbürger ob ihr ihm helfen könnt. Geht mal für die einkaufen oder ne Runde mit dem Hund oder kocht ihnen mal was leckeres, denn die Leute sind wirklich isoliert und denen fällt vielleicht auch die Decke auf den Kopf und die müssen auch klar kommen und vielleicht würden sie trotz Alter oder Krankheit gerne noch ein bisschen weiterleben.

Wir alle könnten sehr gut auf Corona verzichten, aber es ist da und jetzt sollte jede und jeder von uns ALLES tun , dass es nicht so schlimm wird wie in China oder Italien oder Spanien oder oder . Wir haben die große Chance in der Krise vom Verhalten anderer zu lernen, so zu tun als ob es uns nichts angeht und einfach so weitermachen wie bisher ist KEINE OPTION. In diesem Sinne, bleibt gesund das wünsche ich Euch und Euren Lieben.“

Verfügung zur Sperrung des Brünnchens
Foto: Achim Korden Facebookgruppe Brünnchen Platzfans

Dem ist nichts hinzuzufügen. Bleibt zuhause und gesund – wir alle üben Verzicht und es gibt momentan wichtigeres als diesen Carfreitag am Karfreitag!

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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3 Kommentare zu “Das Brünnchen am Nürburgring ist gesperrt – Bürgermeisterin Korden reagiert

  1. Vielen Dank Herr Korden
    Gerne stimme ich ihnen voll und ganz zu.
    Egoismus und Verantwortungslosigkeit brauchen wir nicht.Echte Motorsportler sind solidarisch. Für mich war der Ring immer mein zweites zuhause,als Teilnehmer und als Zuschauer, aber man muss auch mal zurückstecken.
    Alles Gute und auf ein baldiges Wiedersehen. Bleiben Sie gesund!!!!

    1. Schon komisch, dass wir an allen Ecken und Enden mit Informationen von Virologen, Epidemiologen und so weiter bombardiert werden aber Aerosol Forscher nirgendswo Gehör finden. Sich draußen anzustecken ist so was von unwahrscheinlich. Ist doch völlig normal dass die Leute keine Lust mehr haben, einige der Maßnahmen wie eben diese sind vollkommen wirkungsloser Blödsinn. Es muss doch möglich sein die paar hundert oder meinetwegen tausend Leute auf verfluchte 20km zu verteilen ohne das man wie die Hühner auf der Stange hockt.

  2. Ja Herr Korden, Sie sprechen das aus, was die meisten von uns Normalbürgern über diese egoistischen ,,Hohlbirnen“ denken.
    Wenn alle einsichtig wären und sich an die vorgegebenen Regeln und Beschränkungen halten würden, wäre diese Corona-Krise auch schneller zu meistern.
    Bei den Hamsterkäufen ist es ja das gleiche Bild, die einen kaufen 10 Pakete Toilettenpapier, Mehl, oder Nudeln ein und die anderen gehen leer aus, dies hat mit Solidarität nicht zu tun.

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