Die VLN VV GmbH & Co. KG berichtete am 12. Mai 2020, dass das Hygienekonzept erstellt wurde. Zusammen mit dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn wurde eine ganze Liste an Maßnahmen ausgearbeitet und diese dann den Behörden der Landesregierung Rheinland-Pfalz und des Landkreis Ahrweiler vorgelegt, mit dem Wunsch die Rennsaison am 27. Juni 2020 aufzunehmen.

Das zumindest bis Ende August die Veranstaltungen als „Geisterrennen“ also ohne Publikum stattfinden ist so gut wie sicher. Wie sich das rund um die 20,4 Kilometer Nordschleife tatsächlich realisieren lässt ist offen, die Touristenfahrten zogen, trotz strenger Maßnahmen, auch viele Pilger in die Eifel. Beliebte Parkplätze wie am Brünnchen oder Pflanzgarten sind geschlossen und werden bewacht, um Ansammlungen von Personen zu verhindern. Für die Nürburgring Langstrecken-Serie wird wohl auch maßgeblich nach dem Rennen sein, ob die Fans so vernünftig waren und das Spektakel zuhause am Stream erlebten, oder doch versuchten an die Nordschleife zu gelangen.

So einige Ideen wurden von der Presse bereits überlegt, wie das Hygienekonzept aussehen könnte, dass ein Langstreckenrennen mit einem großen Starterfeld durchführbar ist. Wie LSR-Freun.de in den vergangenen Tagen von verschiedenen Quellen erfahren konnte, wird ein Teil der Maßnahmen ein komplett anderes Fahrerlager sein um die Arbeiten an den Autos sowie die Boxenstopps im Rennen möglich zu machen.

Das Auto soll dann in die Boxengasse einfahren und wird dort nur betankt. Anschließend geht es durch die Box nach hinten in den Paddock, wo jedes Team eine genau definierte Parzelle hat in der dann Reifen- und Fahrerwechsel sowie Reparaturen durchgeführt werden dürfen. Durch die für 2020 vorgesehenen Mindeststandzeiten für alle Klassen wäre das Zeitfenster für den weiten Weg durch das Fahrerlager und wieder zurück zur Strecke noch groß genug, um Fairness zu gewährleisten. Möglich wäre ebenfalls eine größere Pitlane durch das Fahrerlager, entlang dieser dann mit größerem Abstand die nötigen Arbeiten an den Fahrzeugen durchgeführt werden, dadurch hätte jedes Fahrzeug den selben Weg bei der Durchfahrt.

Die Nürburgring Langstrecken-Serie überlegt anscheinend weiterhin einen Testtag Mitte Juni anzubieten, vermutlich auch, um den Teams die Möglichkeit zu geben das Boxenstopp-Konzept im Fahrerlager zu praktizieren. Eine Bedarfsabfrage der VLN bei den Teams fand bereits statt, einen konkreten Termin hierzu gibt es noch nicht.

Soweit so gut, es kommt nun die Frage auf, wie die Teams dies annehmen werden. Denn durch dieses Konzept bedingt werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Lounges über der Boxengasse sowie die Räume für Medienvertreter geschlossen bleiben. Dies bedeutet, dass keine Besucher der Teams oder VIP-Partner oder Sponsoren dem Renngeschehen beiwohnen können. Doch gerade diese VIP-Gäste ermöglichen so manchem Team erst, am Rennen teilzunehmen. Der Sponsor von Teichmann Racing, proAct Consulting, äußerte sich vor Kurzem erst dazu.

Dieser Aspekt wirft die Frage auf, wie voll letztendlich die Teilnehmerliste dann zum ersten Lauf sein wird. Erschwerend steht dazu im Raum wieviel Teams, Pilotinnen und Piloten aus dem Ausland an den Nürburgring reisen dürfen. Auch wenn die Grenzen innerhalb der EU nun vorsichtig wieder öffnen so stehen Ausreiserestriktionen der Heimatländer noch im Raum. Nur eine geringe Zahl der Protagonisten wird in der Lage sein, 14 Tage vor Ausreise in Quarantäne zu bleiben oder nach dem Rennen zwei Wochen isoliert auf die Rückreise zu warten. Wobei bei Trackdays auf verschiedenen Rennstrecken in den letzten Tagen auch Teilnehmer aus dem Ausland zu sehen waren.

Die Konsequenz kurz vor dem 27. Juni 2020 wird sein, dass selbst wenn die Landesregierung grünes Licht für die Rennen gibt, es nicht sicher ist, ob sich genügend Teilnehmer einschreiben. In der Vergangenheit kursierte eine Zahl von 120 Teilnehmern mindestens damit sich eine VLN-Veranstaltung wirtschaftlich überhaupt lohnt. Wenn geschätzt 100 Autos starten würden wäre dies noch immer weit weg von einem kaufmännischen „Break-even Point“ und ein Minusgeschäft für den Veranstalter. Erschwerend kommt hinzu, dass durch fehlende Eintrittsgelder und deutlich höhere Kosten zur Durchführung des Hygienekonzepts bisherige Kalkulationen nur noch als Anhaltspunkt dienen können.

Wir wünschen uns auf jeden Fall, dass letztendlich die Saison startet und wir Motorsport wieder erleben können.

Von Seiten der Nürburgring Langstrecken-Serie wird morgen, Dienstag den 19. Mai 2020 eine offizielle Stellungnahme erwartet, in der dann das Konzept ausführlich dargelegt wird.

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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