Nach Ford, Lexus, Hyundai ist BMW der jüngste Hersteller, der an den Verhandlungen über die nächste Generation der DPi-Plattform der IMSA, beteiligt ist. Dabei werden kurz- und langfristige Programme evaluiert.

Wie die Kollegen von Sportscar365.com rausfanden, nahm der bayrische Hersteller, der aktuell mit dem Team RLL und dem BMW M8 GTE in der GTLM-Klasse angesiedelt ist, in der vergangenen Woche beim IMSA-Prototypentreffen in Daytona teil, um über das DPi-Reglement für das Jahr 2022 mit zu verhandeln.

Nach Angaben von BMW Motorsport-Direktor Jens Marquardt gäbe es jedoch derzeit keine Pläne, in die oberste Prototypenklasse einzusteigen, obwohl man offenbar eine aktive Rolle bei der Gestaltung der noch zu definierenden Plattform spielen möchte. „Wir haben mit dem ACO über neue Regeln diskutiert und wir haben mit der IMSA über neue Regularien verhandelt. Wir sind auf verschiedenen Ebenen daran beteiligt“, lässt Marquardt gegenüber Sportscar365 wissen.

„Wir hören zu. Und wo wir können, geben wir natürlich unseren Input. […] Selbst wenn dies nicht das heißeste Thema auf politischer Seite ist, ist das Bilden von Allianzen das Beste, was man tun kann, um die Voraussetzungen zu schaffen.“

Während im Fahrerlager die Gerüchte auf ein potenzielles kundenorientiertes DPi-Programm von BMW hinweisen – möglicherweise sogar schon für das Jahr 2020 – stellte Marquardt fest, der Hersteller gehe in der Prototypenlandschaft langfristig vor. „Es könnte (2020) passieren, aber es ist nichts, an dem wir derzeit aktiv arbeiten“, sagte der Motorsportchef.

Wie Ford auch, spricht sich Marquardt für das zukünftige Next-Gen Regulariums aus, welches mit Hybridantrieb in einem innovativen und dennoch kostengünstigen Format auftrumpft und die Kosten nicht in die Höhe treiben würde. „Aus meiner Sicht muss sich jeder der Top-Level-Hersteller irgendwann über Hybridisierung Gedanken machen“, sagte Marquardt. „Aber Hybridisierung auf intelligente Art und Weise und nicht auf die bisher bekannte eskalierende Art und Weise. Es gibt bereits zwei Hybridserien, die alles andere in den Schatten stellen. Die Formel 1 und eben LMP1, die im Grunde genommen daran kaputt gegangen ist.“

„Es gibt genügend gute Beispiele aus dem wirklichen Leben, die uns alle dazu bringen sollten darüber nachzudenken, da sich die Welt stetig verändert. Es gibt eben Dinge, die wir annehmen müssen. Und gleichzeitig müssen wir das intelligent machen. Wenn wir uns den Rennsport auf Herstellerebene anschauen, denke ich, wird Hybrid in den nächsten drei bis vier Jahren etwas sein, das man auf keinen Fall ignorieren kann.“

Laut Marquardt sei es im Moment zu früh, fest zu stellen ob ein mögliches DPi-Programm parallel zu dem bereits bestehenden werkseitigen GTLM-Programm in der WeatherTech-Meisterschaft laufen kann. „Als Erstes sollten die Verantwortlichen mal sich ein paar Regularien zusammenstellen und dann sehen wir, wohin das führt“, sagte Marquardt.

Gleichzeitig erklärte Marquardt, dass sich BMW noch nicht offiziell für die Saison der FIA WEC 2019/20 verpflichtet habe und erklärte, dass sich die Hypercar-Situation derzeit in einem „volatilen“ (Anmerk. d. Red.: unbeständig, sprunghaft) Zustand befindet und möglicherweise die Serie insgesamt beeinflussen könnte.

Neubewertung der WEC nach der Supersaison

BMW M8 GTE, WEC Spa 2018
Foto: M. Brückner

Den Einstand in die WEC Langstreckenweltmeisterschaft feierte BMW in der aktuellen Saison mit dem Team MTEK mit zwei BMW M8 GTE. Anders als in der IMSA-Weathertech Meisterschaft haben die Fahrzeuge hier aber schwer zu kämpfen, den Anschluss zu behalten. „Nach der Supersaison werden wir dann eine Entscheidung treffen“, sagte er.

Der Motorsportchef der Münchner betont weiter, dass man mit Sebring und Le Mans noch zwei große Events vor Augen habe, auf die man sich konzentrieren müsse. Folglich wolle man sich dann mit der Marketingabteilung zusammensetzen und die vergangenen Läufe und Meisterschaften bewerten. Man wolle sich nicht von der ganzen Hypercar-Diskussion ablenken lassen, sondern den Fokus auf die sportlichen Leistungen lenken.

„Sie sehen, wie wettbewerbsfähig das Auto hier (in der IMSA) ist. Das ist es, was wir brauchen!“ erklärt er gegenüber John Dagys von Sportscar365 abschließend.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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