Von Rückschlägen ließ sich das Team Racewerk Motorsports aus Adenau am Nürburgring noch nie beeindrucken. Doch beim Qualifikationsrennen zum 24h-Rennen am Sonntag den 9. Mai 2021 war der Ausfall schon sehr bitter. Das gesamte Wochenende begann für die Mannschaft von Christian Schotte unglücklich, so meldete im Training am Samstag der Motor bereits, dass es ihm zu heiß wurde. Das war vielleicht schon die unterschwellige Ankündigung für das Aus am Renntag.

Unter besten Wetterbedingungen ging der BMW 325i #105 am Samstag noch auf seine ersten Trainingsrunden durch die Grüne Hölle. Zur Vorbereitung stand natürlich die 25,4 Kilometer lange Streckenvariante aus Grand-Prix-Kurs und Nordschleife im 24h-Layout zur Verfügung. Leider endete das Training jedoch mit einem Motorschaden, der sich durch ein Hitzeproblem bemerkbar machte. Das private Team ging mit Herzblut über Nacht an die Arbeit und ersetzte die Maschine bis zum Morgengrauen. So stand „Franzi“, wie der seriennahe Rennwagen genannt wird, pünktlich am Muttertag-Morgen startklar in der Box.

Die Arbeit am Lenkrad für das Rennen in der #105 über sechs Stunden teilten sich dann Jörg Schönfeld, Serge Van Vooren, Hans-Joachim Legermann und Teamchef Christian Schotte. „Franzi“ kam beim Start gut im Feld durch. Auch der Motor zeigte vorerst keine Auffälligkeiten und die Renn-Uhr tickte herunter.

Racewerk Motorsports BMW 325i N24h Quali 2021
Foto: L. Rodrigues

Boxenstopps und Fahrerwechsel klappten routiniert, so dass das Team sich langsam auf das Rennende einstellte und mit dem Aufräumen begann. Dann kam die Hiobsbotschaft per Funk. 18 Minuten, also etwa zwei Runden vor Ablauf der Zeit versagte am Galgenkopf der frisch eingebaute Motor seinen Dienst und der BMW musste an der Einfahrt Döttinger Höhe abgestellt werden.

Racewerk Motorsports BMW 325i N24h Quali 2021
Foto: L. Rodrigues

Zerknirscht zieht Teamchef Schotte Bilanz: „Sehr schade, dass wir nach einer harten Nacht, in der der gesamte Motor getauscht wurde, nur wenige Minuten vor Schluss ausgefallen sind. Bis dahin verlief das Rennen für uns sehr gut, aber so sind Langstreckenrennen – Sie enden erst mit der Zieleinfahrt.“ Schotte ergänzt: „Nun müssen wir den Schaden analysieren, blicken aber positiv auf den Jahreshöhepunkt. Bis zum 24h-Rennen wird Franzi wieder bereit sein und das Team dann natürlich wieder angreifen. Meiner gesamten Mannschaft danke ich für den unermüdlichen Einsatz und die tolle Arbeit!“

Das 49. ADAC TOTAL 24h-Rennen auf dem Nürburgring wird vom 3. bis 6. Juni 2021 ausgetragen. Neben zahlreichen großen Werksteams und Rennställen mit Werksunterstützung werden auch die kleinen privaten Teams wie Racewerk Motorsports das härteste Rennen der Welt in der Eifel bestreiten. Ein wenig Hoffnung, dass Zuschauer auf den Tribünen dem Spektakel beiwohnen können flammt nun auch auf, der Veranstalter sowie der Nürburgring stehen hier in engem Dialog mit den Behörden des Landkreis Ahrweiler.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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