Die Saison 2018 verlief für Peter Posavac und seine Crew mit dem Z4 GT3 von Walkenhorst Motorsport mehr als bescheiden. Nun, zum siebten Lauf, ist frühzeitig Schluss für dieses Jahr.

Bereits der zweite Lauf der 2018er Saison kündigte an, was sich durch das ganze Jahr ziehen sollte. Technische Probleme sorgten für Ausfälle und unverschuldete Unfälle kamen noch dazu. Aus insgesamt acht Starts (5 x VLN + N24h Qualifikationsrennen und 24h-Rennen) konnte das Trio – Peter Posavac, Jörg Müller und Alex Lambertz – lediglich zwei Ankünfte verzeichnen. Das entspricht nicht dem Ergebnis, das man sich zu Beginn der Saison ausgemalt hat. Zwar konnte man zwischenzeitlich den moderneren GT3-Boliden Paroli bieten und die Pace mitgehen. Positionen in der Top-10 waren ohne weiteres realistisch, doch nützt das Ganze ohne Zieleinlauf nichts.

Jörg Müller, Peter Posavac, Alex Lambertz VLN 7 2018
Foto: L. Rodrigues
Peter Posavac, Foto: L. Rodrigues

So fasst Peter Posavac das vergangene Wochenende gegenüber LSR-Freun.de entsprechend zusammen. „Das Wochenende hat sich zum Schluss nahtlos in die bisher bescheiden verlaufene Saison eingefügt. Es begann doch recht zuversichtlich mit dem Qualifying Ergebnis. Alex hat uns hier einenhervorragenden zehnten Startplatz rausgefahren.“

Zerknittert setzt der Essener fort: „Eigentlich wollte ich dann mit unserer Taktik das Auto im Feld nach vorne bringen und habe auf der Einführungsrunde extrem spritsparend den Zetti bewegt um danach acht Rennrunden mit dem Tank zu fahren. Leider habe ich dadurch meine Reifen nicht warm genug bekommen, was sich direkt beim Start als großer Fehler herausstellte. Das Stück auf der Döttinger Höhe genügte einfach nicht, um die Gummis auf die nötige Temperatur zu bringen. So schossen ca. zehn/fünfzehn Autos nach der grünen Startampel an mir vorbei. Folglich war ich erstmal damit beschäftigt die Reifen warm zu bekommen und hatte umsonst Sprit gespart. Daher entschieden wir uns dann, die Taktik doch zu ändern und ich ging früher in die Box.“

„Dummerweise habe ich auch eine Code-60 Zone verpennt und war etwa 13km/h zu schnell, weil ich den Limiter falsch eingestellt hatte. Das brachte uns dann eine 30 Sekunden Standstrafe ein, welche uns somit weitere 45 Sekunden kostete.“

Jörg Müller saß die Strafe dann ab. Olli Martini schätzte die Zwangspause für Müller passend ein: „Ich kenne den Jörg Müller ja jetzt gut. Der ist am Kochen! Nicht wegen der Strafe an sich […], man muss da dreißig Sekunden im Auto sitzen und darf nicht losfahren. […] Dreißig Minuten im Stau sind für mich, wie 30 Sekunden Zeitstrafe für Jörg Müller.“

„Ansonsten konnten wir uns weiter nach vorne arbeiten.“ setzt Posavac fort. „Eventuell hätten wir auf Platz sechs, oder so, das Rennen beenden können. Kurz vor Rennende, auf Platz 10 liegend, versagte dann der V8 leider seinen Dienst.“

Für den Z4 und Peter Posavac ist damit die Saison gelaufen. Geschäftliche Termine verhindern einen weiteren Start in dieser Saison. „Wer den herrlichen Klang des Z4 GT3 dieses Jahr noch einmal hören möchte, am Freitag vor VLN 9 wird das GT3-Renntaxi die letzten Runden der Saison drehen. Wir werden 2019 auf jeden Fall wieder dabei sein und wieder angreifen, hoffentlich mit deutlich besseren Ergebnissen, denn mit zwei Ankünften bei acht gestarteten Rennen kann ich nicht wirklich zufrieden sein.“ schließt Posavac zerknirscht ab.

Aber der Agenturchef weiß auch, bei wem er sich bedanken muss. „Es war mir eine große Ehre und Freude mit meinen Piloten dieses Jahr zu fahren, wir hatten immer viel Spaß. Ich denke Alex und ich konnten auch viel von Jörgs Erfahrung für die Zukunft mitnehmen. Meinen Fahrerkollegen, dem Team Walkenhorst, den Sponsoren, meiner Truppe der PP-Group und ganz besonders den treuen Fans möchte ich für die phantastische Unterstützung danken. Wir werden noch stärker zurück kommen!“

Jörg Müller Walkenhorst Motorsport VLN 5 2018
Jörg Müller, Foto: D. Matschull

Auch Jörg Müller ist mit dem Ausgang des siebten Langstreckenmeisterschaftslauf nicht wirklich glücklich, obwohl Anfangs alles nach einem erfolgreichen Ausgang aussah. „Ich war eigentlich sehr zufrieden mit dem Wochenende. Wir konnten mit einer Zeit von 8:08.698 min im Qualifying einen ordentlichen zehnten Startplatz erreichen, was eine gute Ausgangsposition fürs Rennen war. Peter fuhr dann den Start mit nur einem kurzen Turn da wir die Taktik ändern mussten. Danach wechselte ich mich mit Alex ab, so das Peter den Schluss nochmals fahren konnte. Mein 8-Runden-Turn war eigentlich perfekt, da ich keinerlei Code-60 Phasen hatte. Es machte richtig Spaß. Leider ereilte Peter dann kurz vor Schluss der Motorschaden. Überraschend war das schon, da der Motor noch nicht so viele Kilometer gelaufen ist.“

„Schade das wir die Saison nun so beenden,“ setzt der ehemalige BMW-Werksfahrer fort. „Es hat mir super Spaß gemacht, im legendären BMW Z4 GT3 mit Peter Posavac und den anderen Herren wie Henry Walkenhorst, Alex Lambertz und Rudi Adams bei Walkenhorst-Motorsport dabei gewesen zu sein. Leider hatten wir dieses Jahr einfach zu viel Pech. Es war auf jeden Fall super, diese Unterstützung und Begeisterung der Fans für das Auto und uns Piloten, zu spüren. Vielen Dank an Peter Posavac, Walkenhorst Motorsport und all die Fans um die Strecke!“

Alex Lambertz, Walkenhorst Motorsport, 24h-Rennen
Alex Lambertz, Foto: M. Brückner

Alex Lambertz zieht ebenfalls ein durchwachsenes Fazit. „Für mich war es ein gutes Rennen. Ich konnte morgens in der Qualifikation die Push-Lap setzen und mich zudem gegenüber dem letzten Rennen noch einmal verbessern. Ich war richtig zufrieden damit. Zwei, drei Sachen hätten besser sein können, gerade im Überholprozess. Aber im Großen und Ganzen war das sehr gut aus meiner Sicht.“
Der Heinsberger setzt fort: „Auch im Rennen, als ich nach drei Runden ans Steuer durfte, hat es ein wenig gedauert, bis alles überzeugend funktionierte. Wir hatten Anfangs leichte Setup-Schwierigkeiten. Danach war alles super. Ich konnte zeitweise sogar dem M6 von Walkenhorst Motorsport ordentlich Paroli bieten.“

„Das wir am Ende mit technischem Defekt ausgefallen sind, war richtig schade. Wir hatten alle eine super Pace unterwegs. Zu diesem Zeitpunkt lagen wir auf Platz 10. Ohne die Strafe im Rennen und den Ausfall wären wir sicher weiter vorne rausgekommen.“

Ob und wie Müller und Lambertz in diesem Jahr in der VLN noch mal an den Start gehen, steht im Moment noch nicht fest. In weniger als zwei Wochen werden sich die Teilnehmer der Langstreckenmeisterschaft zum achten Lauf der Saison, dem 50. Barbarossapreis, am Nürburgring einfinden.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner
Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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