Wir fassen für euch die Rennberichte von Porsche, Audi und BMW vom ersten Rennen von sechs der ABB FIA Formula E Championship in Berlin Tempelhof zusammen. Das zweite Rennen findet bereits heute Abend statt und kann bei Eurosport um 19:00 Uhr live verfolgt werden.

Podium beim „Restart“: Platz zwei für Porsche und Lotterer in Berlin

Stuttgart. Erfolgreicher Auftakt in das Saisonfinale der Formel E beim Heimspiel in Berlin: André Lotterer (DE) hat dem TAG Heuer Porsche Formel-E-Team in seiner Premierensaison in der ABB FIA Formel-E-Meisterschaft den zweiten Podestplatz beschert. Beim sechsten Saisonrennen in Berlin (DE) überquerte er in seinem Porsche 99X Electric mit der Startnummer 36 die Ziellinie auf dem zweiten Rang. Dieselbe Position hatten Lotterer und das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team bereits beim Saisonauftakt in Diriyah (SA) belegt. Im zweiten Porsche 99X Electric mit der Startnummer 18 sah Neel Jani (CH) auf dem 13. Platz die Zielflagge und wurde nach der Disqualifikation bzw. der Bestrafung von zwei Konkurrenten als Elfter gewertet.

Das Qualifying
Einmal mehr zeigte Lotterer eine starke Pace im Qualifying. Der Pole-Setter des Mexico City E-Prix ging in der zweiten Start-Gruppe auf die Strecke und wurde mit einer Zeit von 1:07,454 Minuten Fünfter. Für Lotterer war dies gleichbedeutend mit der dritten Teilnahme an der Super Pole in Folge. Im Wettbewerb der schnellsten sechs Piloten setzte er in 1:07,235 Minuten die zwischenzeitliche Bestzeit. Obwohl er noch auf den dritten Platz zurückfiel, war dies eine vielversprechende Ausgangslage für das Rennen. Jani absolvierte seine schnelle Runde in der vierten Qualifying-Gruppe und erreichte in 1:08,014 Minuten den 18. Platz. Aufgrund einer Strafe gegen einen anderen Fahrer rückte der Schweizer in der Startaufstellung noch einen Rang vor.

Das Rennen

Formel E Berlin 2020 André Lotterer, Porsche 99X Electric, #36
Foto: Porsche

Am Start konnte Lotterer Position drei behaupten und auch in der Anfangsphase des Rennens verteidigen. Nach einem Unfall im Feld kam nach rund 15 Minuten das Safety Car auf die Strecke. Beim „Restart“ blieb Lotterer weiterhin auf dem dritten Rang, verlor diesen jedoch wenige Minuten später beim Versuch, seinen „Attack Mode“ zu aktivieren. Etwa 15 Minuten vor Schluss eroberte er den dritten Platz zurück und behielt ihn bis acht Minuten vor dem Ende, als er seinen zweiten „Attack Mode“ aktivierte und auf Platz fünf zurückfiel. Doch auch dieses Mal gelang es Lotterer, im Anschluss wieder Boden gutzumachen. In der letzten Runde sicherte er sich mit einem weiteren Überholmanöver endgültig den zweiten Platz.

Jani blieb nach dem Start zunächst auf dem 17. Platz. Nachdem er sich zwischenzeitlich um zwei Positionen verbessert hatte, fiel er auf Rang 17 zurück. In der Schlussphase kämpfte er sich nach vorn, kam als 13. ins Ziel und als Elfter in die Wertung.

Stimmen zum Berlin E-Prix

Amiel Lindesay (Einsatzleiter Formel E): „Ein fantastisches Ergebnis. Wir haben in den vergangenen Monaten sehr hart gearbeitet und wollten stark wieder auf die Rennstrecke zurückkehren. Das Ergebnis ist super für das gesamte Team. Wir wollten bis zum Saisonende ein Podium und hatten es gleich im ersten Rennen. Jetzt nach so einer langen Pause zurückzukommen und sofort wieder einen Podestplatz feiern zu können, das ist großartig. Wir können alle glücklich und stolz darauf sein, was wir erreicht haben. Ein großer Dank an alle im Team. Jetzt blicken wir nach vorn und freuen uns auf die fünf Rennen, die noch vor uns liegen.“

Neel Jani (Porsche 99X Electric, #18): „Im Qualifying hatte ich gehofft, in die Top-Ten zu kommen. Aber das hatte sich nach den ersten beiden Kurven leider erledigt. Im Rennen bin ich von weiter hinten gestartet und wollte einige Positionen gut machen, was mir dann kurz vor dem Ende gelungen ist. Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden und freue mich auf das Rennen morgen.“

Formel E Berlin 2020 André Lotterer, Porsche 99X Electric, #36
Foto: Porsche

André Lotterer (Porsche 99X Electric, #36): „Der Start war nicht perfekt, aber ich konnte meine Position halten. In den ersten Runden war die Pace nicht ganz so gut. So war ich viel damit beschäftigt, mich zu verteidigen. Dann habe ich aber einen guten Rhythmus gefunden. Beim Versuch, meinen ‚Attack Mode‘ zu aktivieren, ist mir ein Fehler unterlaufen. Ich musste daraufhin wieder die Konkurrenz hinter mir abwehren, was nicht einfach war. Aber wir haben als Team Ruhe bewahrt und konnten alles wieder unter Kontrolle bringen. Das lag auch daran, dass ich ein sehr gutes Auto hatte. Unsere Arbeit in der Rennpause hat sich wirklich ausgezahlt. Jetzt mit Platz zwei auf dem Podium zu stehen, fühlt sich fantastisch an. Man darf nicht vergessen, dass wir ein neues Team sind. Heute haben wir gezeigt, dass wir im Rennen sehr stark sein können. Das macht mich fast noch glücklicher als das Ergebnis an sich.“

Ausblick
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Fahrern und Team-Mitgliedern nach dem sechsten Saisonrennen nicht. Nur 24 Stunden nach dem „Restart“ der Formel E findet an selber Stelle der siebte Lauf statt. Gefahren wird dabei wieder in entgegengesetzter Richtung des regulären Formel-E-Kurses in Berlin-Tempelhof. Nach einem Ruhetag folgen die Saisonläufe acht und neun auf dem regulären Formel-E-Kurs in Berlin, ehe Saison 6 der ABB FIA Formel-E-Meisterschaft am 12. und 13. August mit einem weiteren „Double-Header“ auf einem neuen Streckenlayout abgeschlossen wird.

Quelle: Pressemitteilung Porsche

René Rast punktet auf Anhieb in der Formel E

Formel E, Berlin E-Prix 2020 René Rast, Audi e-tron FE06 #66
Foto: Audi MediaCenter

Audi Sport ABT Schaeffler hat im ersten Rennen der Formel E nach gut fünfmonatiger Pause mit beiden Autos Punkte gesammelt. Lucas di Grassi zeigte nach einem verpatzten Qualifying eine seiner typischen Aufholjagden. DTM-Champion René Rast holte bei seinem ersten Einsatz für Audi in der Elektrorennserie auf Anhieb einen Punkt.
Lucas di Grassi verlor die Chance auf ein Top-Ergebnis bereits im Qualifying. Nach starken Zeiten in den ersten beiden Sektoren leistete sich der Brasilianer im letzten Sektor einen Fehler. Statt in der „Super Pole“ der besten Sechs fand sich di Grassi auf Startplatz 20 wieder. „In der Formel E erreicht man nichts ohne Risiko“, sagte di Grassi. „Es war mein Fehler, für den ich mich gleich beim Team entschuldigt habe. Aber wir geben nie auf. Es war ein hartes Stück Arbeit von Platz 20 auf Platz acht. Morgen ist ein neuer Tag – da werden wir wieder angreifen!“

Formel E, Berlin E-Prix 2020 René Rast, Audi e-tron FE06 #66
Foto: Audi MediaCenter

René Rast zeigte bei seinem Debüt eine starke Leistung. Von Startplatz 13 fuhr der Deutsche in die Top Ten, obwohl er zeitweise bis auf Rang 17 zurückgefallen war. „Wie erwartet verlief mein erstes Rennen für Audi in der Formel E ziemlich chaotisch“, sagte Rast. „Safety Cars, Full Course Yellows, Unfälle vor und neben mir – ich habe heute sehr viel gelernt, Erfahrung gesammelt und gleich einen Punkt geholt. Ich hoffe, dass es morgen noch mehr werden.“

Formel E, Berlin E-Prix 2020 Allan McNish
Foto: Audi MediaCenter

„Das war ein typisches Formel-E-Rennen mit jeder Menge Action“, sagte Teamchef Allan McNish. „Am Ende gab es viele harte Kämpfe. Lucas und René sind beide heil durchgekommen und in die Top Ten gefahren. Aber natürlich wollten wir mehr Punkte holen. Und das wollen wir morgen und bei den weiteren Rennen tun.“

Sam Bird holte mit Platz drei ein Podiumsergebnis für das Audi-Kundenteam Envision Virgin Racing. Teamkollege Robin Frijns schied nach einem Mauerkontakt aus.

Quelle: Audi MediaCenter

Alexander Sims fährt im Auftaktrennen des Berlin-Finals der Formel-E-Saison in die Punkteränge.

Berlin (GER), 5th August 2020. ABB FIA Formula E Championship, season finale, Tempelhof, BMW i Andretti Motorsport, BMW iFE.20, Maximilian Günther.
Foto: BMW Group

Mit dem ersten von sechs Rennen auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof (GER) ist Saison 6 der ABB FIA Formula E Championship in ihr Finale gestartet. BMW i Andretti Motorsport Fahrer Alexander Sims (GBR) fuhr auf Platz neun und sammelte damit Punkte für die Fahrer- und Teamwertung. Maximilian Günther (GER) kam als Achter ins Ziel, wurde aber nachträglich disqualifiziert, weil er mehr als die im Rennen zulässige Menge an Energie verbraucht hatte. Schon am morgigen Donnerstag findet auf der gleichen Streckenvariante das nächste Rennen statt.

Nach guten Leistungen im Training – Günther beendete die zweite Session als Dritter – fanden beide BMW i Andretti Motorsport Fahrer im Qualifying nicht die optimale Pace. Am Ende standen die Startplätze zwölf für Günther und 16 für Sims zu Buche. Im Rennen zeigte sich einmal mehr die sehr gute Energieeffizienz des BMW i Antriebsstrangs. Während viele andere Piloten gegen Rennende Energie sparen mussten, konnten die BMW i Andretti Motorsport Fahrer in den letzten Runden noch einige Plätze gutmachen. Die Aufholjagd endete für Günther und Sims auf den Positionen acht und zehn, nach Günthers Disqualifikation rückte Sims noch um einen Platz auf. Der Sieg im sechsten Saisonrennen ging an den Führenden in der Gesamtwertung, António Félix da Costa (POR, DS Techeetah).

Reaktionen nach Rennen 6 in Berlin:

Roger Griffiths (Teamchef BMW i Andretti Motorsport, Teamwertung: 2. Platz): „Nach den Eindrücken aus dem Training dachten wir eigentlich, dass wir im Qualifying eine Chance auf die Superpole hätten. Leider war unsere Strategie mit zwei Aufwärmrunden für die Reifen im Nachhinein wohl nicht die beste. Wenn du dann von relativ weit hinten startest, wird es natürlich schwer, im Rennen ganz nach vorn zu kommen. Dank unseres effizienten Antriebs haben wir dennoch zunächst unser Ziel für heute, beide Fahrzeuge in die Top-10 zu bekommen, erreicht. Über die Disqualifikation von Maximilian Günther haben wir intensiv mit der FIA diskutiert, weil wir der Meinung sind, dass alles in Ordnung war. Aber wir akzeptieren natürlich die Entscheidung. Aus sportlicher Sicht müssen wir mit Blick auf die kommenden Rennen einen oder zwei Schritte nach vorn machen, um dorthin zu kommen, wo wir sein wollen: auf dem Podium.“

Berlin (GER), 5th August 2020. ABB FIA Formula E Championship, season finale, Tempelhof, BMW i Andretti Motorsport, BMW iFE.20, Alexander Sims.
Foto: BMW Group

Alexander Sims (#27 BMW iFE.20, Startposition: 16. Platz, Rennergebnis: 9. Platz, Punkte: 48, Fahrerwertung: 3. Platz): „Das war alles in allem ein harter Tag. Mit Platz sechs im ersten Training ging es für mich eigentlich gut los. Dann sind wir beim Set-up aber vielleicht etwas in die falsche Richtung gegangen und haben dadurch an Boden verloren. Im Rennen war unser Speed dann wieder ganz gut. Auch wenn die Balance nicht perfekt war, konnte ich mich bis in die Top-10 nach vorn arbeiten. Für die kommenden Rennen müssen wir auf jeden Fall an unserer Leistung im Qualifying arbeiten.“

Berlin (GER), 5th August 2020. ABB FIA Formula E Championship, season finale, Tempelhof, BMW i Andretti Motorsport, BMW iFE.20, Alexander Sims.
Foto: BMW Group

Maximilian Günther (#28 BMW iFE.20, Startposition: 12. Platz, Rennergebnis: DSQ, Punkte: 44, Fahrerwertung: 5. Platz): „Die Disqualifikation ist sehr schade, aber wir nehmen das so hin und konzentrieren uns auf das nächste Rennen. Heute war unser Energiemanagement wieder sehr gut und ich konnte mich im Rennen um einige Position verbessern, obwohl ich in einigen Rennsituationen mit dem ATTACK MODE Pech hatte und an Boden verloren habe. Generell war es aber großartig, wieder zurück im Rennauto zu sein.“

Quelle: Pressemitteilung BMW Group PressClub Deutschland

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