ROWE RACING hat bei seiner Renn-Premiere mit Porsche eine phasenweise beeindruckende Vorstellung gezeigt, sich beim Saisonstart des Blancpain GT Series Endurance Cup im italienischen Monza für die gute Leistung aber lediglich mit einem achten Platz belohnt. Porsche-Werksfahrer Dirk Werner aus Deutschland und die beiden Porsche Young Professionals Matt Campbell aus Australien und Dennis Olsen aus Norwegen hatten mit dem Porsche 911 GT3 R mit der #99 zwischenzeitlich als Vierte sogar an den Podiumsplätzen geschnuppert, mussten sich am Ende dann aber mit vier Meisterschaftspunkten zufrieden geben.

Noch größer war die Enttäuschung im Schwesterauto mit der #98. Der französische Porsche Young Professional Mathieu Jaminet und die beiden Porsche-Werksfahrer Sven Müller aus Deutschland und Romain Dumas aus Frankreich hatten nach einer starken Aufholjagd das Drei-Stunden-Rennen im verregneten „Königlichen Park“ vor der zweiten Boxenstopp-Runde sogar angeführt. Dann wurde das Trio im Schlussabschnitt nach der insgesamt dritten Safety-Car-Phase aber zunächst nach einigen harten Zweikämpfen und dann noch durch einen Reifenschaden auf den 21. Platz zurückgeworfen.

Schon am Morgen hatte heftiger Regen in Norditalien das Qualifying beeinflusst. Mehrere Rote Flaggen nach zum Teil heftigen Unfällen beeinträchtigten beide Fahrzeuge der Mannschaft aus St. Ingbert, die so ihre wahres Leistungsvermögen nicht zeigen konnten und von den Startplätzen 16 für die #99 und 17 für die #98 ins Rennen gehen mussten, das hinter dem Safety Car gestartet wurde. Bei immer noch verregneten Bedingungen arbeitete sich Dirk Werner in der #99 bis zur Öffnung des ersten Boxenstopp-Fensters bis auf Rang elf vor und war beim späten Fahrerwechsel zu Matt Campbell Sechster. Mathieu Jaminet übergab die #98 schön früh als Zehnter an Sven Müller, der nach Ende der ersten Boxenstopps auf Platz fünf lag – zwei Positionen vor Matt Campbell.

Sven Müller brauchte bei schwierigen Streckenbedingungen nur eine Runde, um sich auf Rang drei zu schieben, in der 42. Runde übernahm er Rang zwei, bevor die zweite Safety-Car-Phase das Feld wieder zusammenschob. Nach dem Restart in Runde 47 geriet Matt Campbell, bei dem das Team mit Trockenreifen gepokert hatte, unter Druck, weil die Reifen nicht schnell genug wieder die nötige Temperatur aufbauten. Während er vom zwischenzeitlichen vierten auf den siebten Rang zurückfiel, setzte sich Sven Müller dagegen mit einem starken Überholmanöver sogar an die Spitze des Feldes.

Nach den letzten Fahrerwechseln lagen Romain Dumas in der #98 und Dennis Olsen in der #99 auf den Plätzen drei und elf, als zum dritten Mal während des Rennens das Safety Car ausrücken musste.. Dennis Olsen kämpfte sich in der Schlussphase noch bis auf Rang acht vor. Romain Dumas dagegen wurde nach dem Restart erst von einem Überrundeten aufgehalten, danach fielen gleich mehrere Konkurrenten über ihn her. Er wurde nach mehreren Berührungen nach hinten durchgereicht, zudem zwang ein Reifenschaden hinten links auch noch zu einem weiteren Boxenbesuch.

Hans-Peter Naundorf, Teamchef ROWE RACING: „Unsere Renn-Premiere mit Porsche war eine echte Achterbahnfahrt. Im Qualifying haben uns die zahlreichen Roten Flaggen um die Chance gebracht, unser ganzes Potenzial zu zeigen. Beide Autos konnten im ersten Qualifying-Abschnitt keine Zeiten fahren, weil wir von unserer Position weit hinten in der Boxengasse nicht rechtzeitig auf der Strecke sein konnten, um vor dem nächsten Abbruch eine gezeitete Runde zu fahren. In den Abschnitten zwei und drei haben gezeigt, dass wir schon hier im Bereich der Top-5 hätten mitmischen können. Das haben wir dann nach starken Fahrten von Mathieu Jaminet und Sven Müller in der #98 sowie Dirk Werner und Matt Campbell, der unseren Taktikpoker mit Slicks im Regen sehr gut umgesetzt hat, in der #99 im Rennen nachgeholt. Dass wir gleich beim ersten Rennen mit dem für uns komplett neuen Auto um Podiumsplätze kämpfen können, hätten wir nicht erwartet. Das war eine großartige Team-Leistung. Dass wir dann in der Schlussphase diese Plätze nicht halten konnten, ist schade. Aber das Leben in einer so engen Serie wie dem Blancpain GT Series Endurance Cup ist hart. Die Leistungsdichte ist extrem hoch, und entsprechend eng geht es zur Sache.“

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