Schockstarre bei den Fans nach der Meldung am Montag, dass es in der Halle des Opel Manta von Olaf Beckmann einen Brand gab und das Kultfahrzeug mit Fuchsschwanz zu Schaden kam. Der „Kissling“ Manta war fertig vorbereitet für das 50. ADAC TotalEnergies 24h Nürburgring das vom 26. bis 29. Mai 2022 in der Eifel ausgetragen wird. Pilotiert wird der Opel traditionell von Peter Hass, Jürgen Schulten, Volker Strycek und Fahrzeugeigner Olaf Beckmann. Das Quartett wollte beim Jubiläumsrennen auch zum letzten Mal mit dem Manta starten. Wir sprachen mit ihm, wie es um den Manta steht.

Olaf Beckmann N24h 2021
Foto: L. Rodrigues

Beckmann schildert den Vorfall so: „Unser Folierer war gerade dabei die Aufkleber für das 24h-Rennen am Auto anzubringen, als er bemerkte wie aus dem Akku eine Stichflamme schoss und im Nu den Innenraum in Brand setzte. Schnell versuchte er selbst die Flammen zu löschen, rief dann jedoch – zum Glück – die Feuerwehr. Diese traf, Gott sei Dank, sehr schnell ein, schob das brennende Auto vor die Halle und löschte das Feuer.“

Fotostrecke des Mantas nach dem Brand

Wie Beckmann erklärte, handelt es sich um eine gängige Batterie eines namhaften Herstellers. Die Batterie ist seit 2020 im Auto verbaut und verfügt über die DMSB Zertifizierung sowie über eine Notabschalt-Funktion.

„Es handelt sich um einen technischen Defekt, dieser wird nun noch genau untersucht und analysiert. Natürlich wurde auch alles von der Polizei aufgenommen. Fakt ist, der gesamte Innenraum mit Sitz, Armaturenbrett, Leitungen und Kabeln ist verbrannt. Die Kunststoff-Fenster sind geschmolzen, so heiß wurde es. Wir können von Glück reden, dass der Brand so schnell entdeckt wurde, ansonsten wäre nicht nur das ganze Auto, sondern wohl die gesamte Halle mit weiteren Autos und unserem Truck in Flammen aufgegangen!“ erzählt Beckmann. Er unterstreicht: „Die Batterie war schon länger zuverlässig im Einsatz, tragisch, dass sie dann ihren Dienst so quittierte. Meinen Dank an die schnelle Reaktion unseres Folierers kann ich nur deutlich aussprechen, in diesem Fall ein Held, der schlimmeres verhindert hat. Natürlich ebenso großen Dank an die Feuerwehr!“

Opel Manta N24h 2019
Foto: L. Rodrigues

Noch sind die Eindrücke recht frisch, doch wer Olaf Beckmann kennt, der weiß: Der Manta kommt wieder. So sagte er gegenüber LSR-Freun.de nur wenige Stunden nachdem sein Auto brannte: „Der Motor, das Getriebe, sowie das ganze Heck blieben heil, das war der beruhigende Teil der ersten Begutachtung. In den nächsten Monaten müssen wir nun das Dach ersetzen und müssen schauen wie wir das Armaturenbrett und die gesamte Inneneinrichtung wieder installieren werden. Sicher ist, dass das Jahr 2022 somit für uns gelaufen ist. Aber ich bin ein Mensch, der nach vorne schaut und immer Ziele hat. Unser Ziel ist es, den Opel Manta für das nächste Jahr wieder komplett herzurichten und wieder auf der Nordschleife zu fahren!“

Der „Kissling“ Opel Manta von Olaf Beckmann startet seit 1998, bis auf eine Ausnahme, beim legendären 24h-Rennen auf dem Nürburgring und in der Langstreckenmeisterschaft. Der Bolide ist über die Jahre zum ausgereiften Rennwagen gewachsen und genießt seit jeher Kultstatus bei den Fans. Mit dem Serien-Opel hat Beckmanns Manta nur noch sehr wenig gemeinsam, daher ist jeder Aufbau nach einem Unfall oder einem größeren technischen Defekt extrem aufwändig.

Foto: M. Brückner

Von Rückschlägen hat sich das ganze Team jedoch nie abschrecken lassen. Allen in Erinnerung sind die letzten Minuten des 24h-Rennen 2019, in denen das in der Nacht verunfallte Auto nochmals für die Zieldurchfahrt raus auf die Strecke geschickt wurde, nachdem die Mannschaft den Manta notdürftig wieder instandgesetzt hatte. Großer Jubel auf den Rängen und in der Sprecherkabine sorgten für einen Gänsehautmoment. Olaf Beckmann darf sich gewiss sein, dass bei seinem nächsten Auftritt wieder der Jubel durch die Grüne Hölle schallt, wenn der Fuchsschwanz dann im Fahrtwind weht.

Beckmann wollte 2022 den Manta ein letztes Mal ins Grid des 24h-Rennen stellen, hierzu sagte er: „Das 24h Nürburgring ist inzwischen ein großes internationales Rennen mit einem Feld schneller GT3 Autos. Das ist sehr schön, doch unser Manta ist ein Fahrzeug für nationale Veranstaltungen. Daher wollten wir uns nochmals bei den Fans verabschieden. Ob wir dies im kommenden Jahr dann noch tun, dafür ist es jetzt zu früh um darüber nachzudenken.“

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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