Das dritte Rennen der 24h Series von Creventic fand auf dem legendären Formel 1-Kurs in SpaFrancorchamps, Belgien statt. Absolutes Neuland für das Team aus Wetzikon.

Nur drei Wochen nach dem Erfolg in Mugello war das Team am Mittwoch bereits wieder vollständig vor Ort. Mit Kristian Jepsen, Jan Sorensen und Fabian Danz war das Fahrertrio gleich aufgestellt wie in Mugello. Die Tests am Donnerstag ermöglichten dem Team, die Strecke und ihre Tücken kennen zu lernen sowie das ideale Fahrzeugsetup einzustellen. Soweit so gut.

Beim freien Training am frühen Freitagmorgen dann der Schock! Nach Meldungen von Kristian Jepsen, der komische Geräusche aus dem Motorraum wahrnahm, kam der Golf GTI TCR auf der Strecke zum Liegen. Die Uhr zeigte 09.30 Uhr an, das Qualifying war für 11.00 Uhr angesetzt. Es blieb nicht viel Zeit für grosse Arbeiten.

Nach kurzen Überlegungen war klar – es braucht einen neuen Motor. Mit dieser Entscheidung begannen die wohl spannendsten zweieinhalb Stunden der bisherigen Saison. Mit Adrian Wolf als Kopf schalteten Andi Kempf, Toni Hartmann, Patrick Ineichen, Sylvester Haas und Arton Selimi in den sogenannten „Beastmode“. Der konzentrierten Höchstleistung dieser Herren ist es zu verdanken, dass in dieser so kurzen Zeit der alte Motor aus- und der neue eingebaut werden konnte. Die Nachricht hatte im Fahrerlager die Runde gemacht und die Box füllte sich mit Schaulustigen. Die umliegenden Teams staunten nicht schlecht, als der Golf rechtzeitig zum Rennstart auf dem Starting Grid auftauchte. Das Qualifying hatte das Team aufgrund der Arbeiten verpasst, weshalb man mit dem letzten Startplatz vorlieb nehmen musste.

Adi Wolf: „Die Jungs haben einen überragenden Job gemacht. Das Team hat funktioniert und wie aus einem Guss gearbeitet. Jetzt hoffen wir auf einen erfolgreichen Start ins Rennen und vor allem, dass das Material hält. Gross Testen konnten wir ja jetzt nicht mehr.“

Um 14.05 Uhr Ortszeit begann ein Rennen, welches an Unfällen und Reifenschäden in der diesjährigen Saison alles überbot. Das Autorama Motorsport by Wolf-Power Racing Team konnte die Code 60-Phasen enorm gut nutzen und arbeitete sich sukzessive nach vorne. Nach zwei Stunden Racing fand man sich zur Überraschung aller bereits auf dem ersten Platz wieder. Die Konkurrenz schlief aber nicht und mit AC Motorsport und ihrem Audi RS3 kämpfte man mit einem alten bekannten um die Führung. Nach den ersten vier Stunden und dem sogenannten Intervention Break stellte das Autorama Team den Golf auf den zweiten Platz ab. Ein anstrengender und hochspannender Tag ging zu Ende, alles war bereit für den Samstag.

Der Samstag begann, wie der Freitag aufgehört hatte. Viele Unfälle, viele Code 60-Phasen. Das Rennstrategie-Team um Stefan Tanner, Patrick Liechti und Adrian Wolf war gefordert wie selten. Zusätzlich für Spannung sorgte ein intensiver Zweikampf zwischen dem Autorama-Golf und dem Audi von AC Motorsport. Mehrere Runden fuhren die beiden Fahrzeuge praktisch nebeneinander her. Aufgrund frischerer Reifen war der Golf in den Kurven schneller, auf den geraden Abschnitten der Strecke hatte aber der Audi die Nase etwas weiter vorne. Ein Crash konnte nur ganz knapp vom an
diesem Wochenende überragenden Kristian Jepsen verhindert werden. Als der Golf endlich am Audi vorbei zog, hatte sich von weit hinten der Cupra von Red-Camel angenähert. Kaum hatte man den ersten Zweikampf gewonnen, folgte bereits der nächste.

In den letzten vier Stunden des Rennens setzten sich sowohl der Autorama-Golf als auch der RedCamel-Cupra weiter und weiter von Rest des Feldes ab. Die Rennstrategen setzten nun auf alle möglichen Waffen, um einen Weg zu finden, den mittlerweile vorbeigezogenen Cupra wieder einzuholen. Des Weiteren sprach die Rennleitung diverse Zeitstrafen für beide Teams ohne Zeitangaben aus, was es zusätzlich erschwerte, geeignete Berechnungen über den genauen Rückstand anzustellen. Eine Stunde vor Schluss war allen klar, dass sich das Rennen beim letzten Boxenstopp entscheiden würde. Das Autorama-Team musste nur noch Tanken, das Red-Camel-Team Räder und Fahrer wechseln und ebenfalls Tanken. Das grosse Pokern zahlte sich zum Schluss nicht aus, der Zeitabstand war bereits zu gross geworden. Der Cupra aus den Niederlanden überquerte nach 12 Stunden Racing als erster die Ziellinie, ca. 50 Sekunden später folgte der Golf auf dem zweiten Platz.

Die Stimmung beim Autorama Motorsport by Wolf-Power Racing-Team war trotzdem hervorragend. Stefan Tanner: „Was für ein Wahnsinnsrennen. Wir haben dieses Wochenende richtig hart arbeiten müssen. Nach dem Wechsel des Motors und dem Start vom letzten Platz hätte wohl niemand mehr gedacht, dass wir bis zum Schluss vorne mitfahren würden. Wir sind aber mit diesem zweiten Platz sehr zufrieden. Wir hätten anfangs Saison alles dafür hergegeben, wenn man uns gesagt hätte, dass wir in den ersten drei Rennen der Saison drei Mal auf dem Podest landen, davon zwei Mal ganz
oben!“

Chefstratege Patrick Liechti gratulierte dem Mitbewerber für ein starkes Rennen: „Man muss schon sagen, Red-Camel hat mit dem Cupra vieles richtig gemacht. Bei gleich vielen Boxenstopps wie wir hatten sie dieses Mal das etwas glücklichere Händchen. Die Konkurrenz ist natürlich stark. Mit Rik Breukers (Red-Camel, zweifacher Sieger des 24H Rennens in Daytona, USA) und Vincent Rademecker (AC Motorsport) konnten unsere Kontrahenten auf Profifahrer zurückgreifen. Wir werden aber beim nächsten Rennen wieder alles versuchen, um am Schluss wieder vor allen zu stehen!“

Ein nervenaufreibendes, intensives und emotionales Rennen war zu Ende. Der zweite Platz fühlte sich am Schluss doch besser an als zuerst angenommen. Wenn berücksichtigt wird, wie das Team gearbeitet, gekämpft und aller Widrigkeiten zum Trotz dran geblieben ist. Das Rennen wird von den Teamchefs sicherlich nochmals aufgearbeitet werden.

Als nächstes geht es nach Tschechien. Am 24. und 25. Mai 2019 findet das 12H-Rennen auf dem Kurs in Brünn statt. Das Autorama Motorsport by Wolf-Power Racing-Team wird erneut alles daran
setzen, damit nach dem Rennen vor dem Golf GTI TCR die Positionstafel mit der Nummer 1 steht!

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