Die großen Festivals wie Rock im Park, Hurricane, Deichbrand, Southside und Rock am Ring wurden heute vom Veranstalter Eventim abgesagt. Für Rock am Ring war das Wochenende von Freitag den 11. Juni bis Sonntag den 13. Juni 2021 geplant, genau eine Woche nach dem Motorsporthighlight des Jahres dem ADAC TOTAL 24h-Rennen auf dem Nürburgring.

Nun lässt sich ein Musikfestival mit zigtausenden gedrängten Zuschauern, Moshpits und Pogopulk nicht direkt mit einer Rennveranstaltung vergleichen, da hier das Publikum für gewöhnlich auf den Tribünen sitzt und damit auch eine deutlich bessere Durchführung eines Hygienekonzepts machbar ist. Doch die Bedingungen auf den Campingplätzen sind durchaus ähnlich. Hunderte von Zelten auf den Wiesen gab es bei Rock am Ring sowie beim 24h-Rennen seit Jahrzehnten und sie gehören dazu wie das Brüllen der Motoren in der Nacht oder dem Wumms einer Bass Drum.

2020 wurde Rock am Ring und die dazugehörige parallel stattfindende Schwesterveranstaltung Rock im Park in Nürnberg abgesagt, bei zahlreichen Rennen auf dem Nürburgring waren jedoch Besucher auf den Tribünen zugelassen. Möglich war dies durch ein durchdachtes Hygienekonzept mit Registrierung und Abstand zwischen den Plätzen. Der AvD Oldtimer-Grand-Prix war das erfolgreiche Pilotprojekt.

Formel 1 Nürburgring 2020 FIA Pool
Foto: FIA Pool / Nürburgring

An das Konzept angelehnt konnten die Motorsportfans dann auch in begrenzter Anzahl die Rennen des ADAC GT Masters, der Nürburgring Langstrecken-Serie und auch beim 24h-Rennen das Geschehen von den Tribünen aus verfolgen. Auch bei der Formel 1 ging das Konzept auf und deutlich mehr Tribünen wurden geöffnet.

Noch ist es zu früh für die Veranstalter, um feste Aussagen zu treffen. Auf Nachfrage von LSR-Freun.de bei der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG wurde uns bestätigt, dass unter Hochdruck daran gearbeitet wird Besucher begrüßen zu können. Man stehe im engen Dialog mit den Behörden und Veranstaltern. Jedoch ist die Entwicklung der Corona-Pandemie, besonders durch die Mutanten, weiterhin dynamisch und noch immer kann quasi nur „auf Sicht“ geplant werden.

Ein Beispiel für die dynamische Situation sind die Touristenfahrten, welche noch bis zum Jahresende 2020 unter anderen Konditionen stattfanden wie nun seit letzten Samstag in diesem Jahr. Auch der Nürburgring ist letztendlich auf die Anweisungen der Regierung und des Landkreises angewiesen, selbst wenn ein Konzept besteht, welches sich bewährte und als Blaupause auch für andere Veranstaltungen dienen könnte.

Symbolfoto Brünnchen NLS 2020
Foto: L. Rodrigues

Für die anstehende Saison der Nürburgring Langstrecken-Serie gelten ebenfalls strenge Vorschriften, die Teams haben eine limitierte Anzahl an Helfern pro Auto und jeder der das Fahrerlager betreten möchte muss einen negativen Test nicht älter als 48 Stunden vorweisen. Pressevertreter werden nicht ins Fahrerlager gelassen, akkreditierte Fotografen dürfen sich nur rund um die Nordschleife bewegen.

Auch von Seiten der VLN wurde uns bestätigt, dass alles darangesetzt wird, um schnellstmöglich die Tribünen für eine begrenzte Anzahl an Personen zu öffnen. Sollte dies möglich sein wird es den Fans rechtzeitig bekanntgegeben. Bis dahin gilt weiterhin der dringende Aufruf: Bitte bleibt vernünftig und zuhause und verfolgt die Rennen am Bildschirm. Zuwiderhandlungen von unbelehrbaren Personen können die Durchführung weiterer Veranstaltungen gefährden und das wäre in diesem Jahr definitiv das Ende für einige Rennteams, die durch das erste Corona-Jahr schon in schwere Nöte geraten sind.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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