Yannick Mettler fährt in diesem Jahr beim 24h-Rennen der 24h-Series in Dubai den VW Golf GTI TCR #112 der Schweizer Equipe Autorama Motorsport. Nach seinem zweiten Stint stand uns der VLN GT4 Champion für ein Interview bereit und schildert seine Erlebnisse zum bisherigen Rennen.

Wie sind Deine Eindrücke nach Deinem zweiten Stint hier in Dubai?
Es hat richtig Spass gemacht, weil das Auto sehr gut ausbalanciert ist für die aktuellen Verhältnisse. Es ist jetzt etwas kühler von der Temperatur her, als zum Start. Das Auto ging deutlich besser. Insofern hat es auch mehr Spass gemacht, weil man auf die Zeiten gekommen ist ohne groß zu kämpfen. Das Auto fuhr quasi fast von alleine.

Die aktuelle Herausforderung in der Nacht ist der Verkehr. Es ist schwieriger in der Nacht, weil man nur die Lichter sieht und nicht einschätzen kann, wie schnell die sind. Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass nur noch GT3s auf der Strecke sind. Vier oder fünf Runden hatte ich etwas Ruhe, sonst war immer was los. In zwei Stunden Fahrzeit ist dann die große Schwierigkeit, keine Fehler zu machen.

Autorama Motorsport VW Golf 7 GTI TCR #112
Foto: Oliver Selzer

Du bist nun zum ersten Mal mit einem Fronttriebler unterwegs, im Gegensatz zu dem sonst heckgetriebenen Fahrzeug. Wie groß war denn die Umstellung für Dich?
Es ging eigentlich von Anfang an ganz gut. Klar, man muss sich umgewöhnen. Aber damit habe ich mich im Training bereits ganz gut auseinandergesetzt. Das Quali habe ich dann ebenfalls ganz gut hinbekommen. Vorhin beim Start war es noch mal etwas ungewöhnlich, weil es so heiß war. Da war noch mal so eine Lernphase, weil das Auto von der Technik her einfach noch diffiziler ist. Nach acht Jahren Heckantrieb läuft man schnell die Gefahr, dass man dann in ein gewisses Schema zurückfällt. Aber jetzt während der Nachtzeit lief es wieder richtig gut.

Gab es Momente, in denen Du Dir den Heckantrieb gewünscht hättest?
Ja! Sicher! In den Momenten, wo der Reifen vorne dann einfach abgibt (sic), dann ist wirklich extrem viel Geduld am Gaspedal gefragt. Ich kann das, wenn es sein muss. Aber ich geb natürlich lieber viel Gas. (lacht)
Nein, Spass beiseite. Es gehört natürlich dazu, sich da anzupassen und darauf einzustellen. Aber in manchen Momenten habe ich mir dann schon gedacht: „Ach komm, jetzt noch länger warten mit Gas geben, das geht doch nicht.“

Das ist ein ziemliches Kontrastprogramm, was den Antrieb angeht. Ein anderes Kontrastprogramm ist die Rennumgebung die wir hier haben, im Vergleich zur Nordschleife, wo Du ja auch schon 24h-Rennen gefahren bist. Wie fällt da für Dich der Vergleich aus?
Du hast diesen Faktor Nordschleife nicht. Dieses, „alles ist riesig und schnell und dunkel“. Es ist hier, rein vom Fahren her, alles etwas entspannter. Ich habe hier das Gefühl, dass man mehr sieht. Es ist heller. Es ist ja auch besser beleuchtet. Dann hat man auch mehr Platz auf der ganzen Strecke – und auch daneben, wenn es mal sein muss. Dennoch hat man ungefähr die Hälfte der Fahrzeuge auf einem Fünftel der Streckenlänge. Und das ist hier die große Herausforderung. Mit den ganzen Autos hier zu fahren, die gleichzeitig unterwegs sind.

Man sieht ja auch an den Unfällen, dass es eine natürliche Selektion gibt. Es muss, bei der Anzahl an Teilnehmern, einfach krachen. Und dann werden es eben immer weniger und weniger. In den letzten Stunden ist dann um ein vielfaches angenehmer zu fahren. Vorher ist halt immer „Overload“.

Jetzt haben wir es gleich halb zwei (Ortszeit). Du bist sicherlich müde und gehst gleich schlafen?
(lacht) Ähhm, nein! Es kommt immer anders, als man plant. Aktuell fahren wir zu dritt durch die Nacht, momentan sogar nur zu zweit, um zu versuchen etwas Boden gut zu machen. Wir lassen jetzt die erfahreneren Fahrer die Nacht durch fahren, um Meter und Zeit gut zu machen. Tagsüber haben wir die Möglichkeit nicht. Deswegen wollen wir die Nacht jetzt nutzen. Ich darf also gleich noch mal starten.

Das Interview führte Oliver Selzer für LSR-Freun.de vor Ort in Dubai.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Michael Brückner ist seit Jahren begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Außerdem sammelt er wissbegierig allerlei Informationen und arbeitet diese dann auf. Warum also nicht alles unter einen Hut bringen und der Welt zur Verfügung stellen. So entstand LSR-Freun.de. Neben der fotografischen und redaktionellen Arbeit kümmert sich Michael auch um die technischen Aspekte des Internetauftritts.
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