Da die FIA WEC im Jahr 2022 ihr zehnjähriges Bestehen feiert, werfen wir einen Blick auf einige der wichtigsten Unterschiede zwischen dem letzten Jahr und der neuen, bevorstehenden Saison. Auch in diesem Jahr stehen sportliche Fairness und Kostenkontrolle bei allen Änderungen des Reglements im Vordergrund.

Im Folgenden haben wir einige der wichtigsten Änderungen vor der WEC-Saison 10 hervorgehoben.

Foto: Porsche AG

Kraftstoff

Die WEC wird ab 2022 einen neuen erneuerbaren Kraftstoff verwenden: Excellium Racing 100. Dieser von TotalEnergies hergestellte Kraftstoff, der zu 100 % aus erneuerbaren Energien besteht, wird auf der Basis von Bioethanol aus Weinresten der französischen Landwirtschaft und ETBE hergestellt, das in der TotalEnergies-Raffinerie in Feyzin bei Lyon (Frankreich) aus Rohstoffen gewonnen wird, die ebenfalls aus der Kreislaufwirtschaft stammen. Dies ermöglicht Einsparungen bei den Treibhausgasemissionen von mindestens 65 % im Vergleich zu herkömmlichen fossilen Kraftstoffen.

Testtage

Die Zahl der Testtage in der Kategorie Hypercar wird ab dieser Saison begrenzt. Sie sind im Folgenden zusammengefasst:

SCG 007 FIA WEC 2021 Portimao
Foto: SCG

– Maximal 10 Tage (geschlossene und offene Tests) pro Fahrzeug, das an der Meisterschaft teilnimmt
– Maximal 20 Tage (geschlossene und offene Tests) pro Teilnehmer
– Jeder Teilnehmer hat maximal vier Tage für geschlossene private Tests zur Verfügung.

Auch für die Hypercar-Tests wurden Trockenreifen begrenzt. Die Beschränkungen für private Tests gelten jedoch nicht für Teilnehmer, die mit einem Fahrzeug antreten, dessen Modell sich in der ersten Saison nach dem Datum der Homologation befindet.

Rookie-Test

Foto: FIA WEC

Das geänderte Reglement sieht nun vor, dass ein Auto jedes homologierten Modells in der Hypercar-Kategorie am offiziellen WEC-Rookie-Test teilnehmen muss. Außerdem wird festgelegt, dass jedes siegreiche Wettbewerbsfahrzeug in jeder Kategorie mit mindestens einem Fahrzeug am Test teilnehmen und während des Tests mindestens 30 Runden absolvieren muss.

Fahrzeiten pro Rennen

Foto: Porsche AG

Dieser Bereich wurde für 2022 vereinfacht und besagt nun, dass in allen Kategorien jeder Fahrer, der insgesamt weniger als eine Stunde gefahren ist, keine Punkte in der Meisterschaft erhält, zusätzlich zu den nach diesem Reglement geltenden Strafen. Die Fahrerzeiten für Sechs- und Acht-Stunden-Rennen wurden ebenfalls geändert. Bei einem Sechs-Stunden-Rennen beträgt die Mindestfahrzeit für einen Fahrer mit Silber- oder Bronzewertung in der LMP2 1 Stunde 15 Minuten und in der LMGTE Am 1 Stunde 45 Minuten. Bei einem Acht-Stunden-Rennen beträgt die Mindestfahrzeit für Silber- und Bronze-Fahrer in der LMP2 zwei Stunden und in der LMGTE Am 2 Stunden 20 Minuten.

Boxengasse, Boxenstopps und Eingriffe am Auto

WEC 8h of Portimao 2021 Porsche 911 RSR, Team Project 1 (#56), Egidio Perfetti (N), Matteo Cairoli (I), Riccardo Pera (I)
Foto: Porsche AG

Die Sicherheit steht auch 2022 im Vordergrund. Daher wurden einige Regeln verfeinert, damit die Offiziellen mögliche Verstöße besser beurteilen können. So dürfen die Teams nun Skates (Rollbretter) verwenden, um das Auto korrekt in der Arbeitsspur zu platzieren. Auch die Position des Fahrerhelfers wurde wieder eingeführt, was bedeutet, dass ein bestimmtes Crew-Mitglied beim Fahrerwechsel helfen darf.

Slow Zones

Diese werden in der WEC nicht mehr gelten (außer bei den 24 Stunden von Le Mans).

Kostensparende Maßnahmen


FIA WEC Prolog Spa Francorchamps 2021
Foto: FIA WEC

Im Rahmen der laufenden Bemühungen um Kostensenkungsmaßnahmen werden die Wettbewerber in der Hypercar-Klasse auf 20 Mitarbeiter pro Auto beschränkt bzw. auf 22, wenn es sich um ein mit ERS homologiertes Auto handelt. Im zweiten Jahr in Folge wird die Saison 2022 über eine geringere Anzahl von Rennen (sechs) als in den Vorjahren ausgetragen.

Strafen am Ende des Rennens

Diese wurden für die neue Saison gestrafft. Das Reglement sieht vor, dass, wenn in den letzten fünf Runden des Rennens eine Strafe auf den Zeitmessungsbildschirmen angezeigt wird und das Fahrzeug die Strafe nicht absitzt, eine 30-Sekunden-Strafe für eine Durchfahrtsstrafe und 35 Sekunden für eine Stop & Go-Strafe hinzukommen. 



Quelle: FIA WEC

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