Am 5. Februar 1971 startete Walter Röhrl bei seiner ersten Rallye, was danach folgte ist sicherlich unvergleichbar und nicht umsonst wird er bis heute als „Ein Genie am Lenkrad“ bezeichnet. Diesen Titel gab ihm kein geringerer als Niki Lauda. Der 1947 geborene Rennfahrer erinnert sich heute an die Rallye mit der alles begann:

Winterrallye Marktredwitz 1971
Foto: Archiv Walter Röhrl

Ein echtes Jubiläum: vor genau 50 Jahren war der eigentliche Beginn meiner Profi-Karriere. Nachdem mein Freund und Beifahrer Herbert Marecek es geschafft hatte, daß Herr Kranefuss von Ford uns ein Auto zur Verfügung stellt, starteten wir zum Auftakt der Deutschen Meisterschaft bei der Winterrallye Marktredwitz, auch „Mini-Monte“ genannt. Ernie Kleint, der die Autos und Einsätze für Ford organisierte, setzte uns auf einen braven, seriennahen Capri und seinen Bruder Jochi samt neuen Beifahrer Jochen Berger auf den leistungsstärkeren Grp.2-Capri.

Fahrtleiter Hans Schwägerl, seines Zeichens Rallye-Papst, organisierte den Großteil der Rallye auf tschechischen Straßen. Nach einer kurzfristigen Absage musste er und sein Team in Windeseile Ersatzstrecken im Fichtelgebirge, Oberpfälzer Wald und Bayr. Wald installieren. Der Hans Schwägerl war schon ein Meister seines Faches. Deshalb gaben sich auch fast 170 Teams die Ehre, darunter natürlich die Deutsche Meisterschafts-Elite.

Winterrallye Marktredwitz 1971
Foto: Walter Röhrl Archiv

Das gemischte Wetter brachte anspruchsvolle Spezial-Etappen und Sonderprüfungen mit sich. Walch/Rothfuß gaben mit einigen Bestzeiten auf ihrem Porsche 911 schon mal die Richtung vor. Achim Warmbold, der den Vorjahressieger und Deutschen Meister Helle Bein bei BMW beerbte, begab sich sofort in den Zweikampf, holte am Ende auch den Gesamtsieg. Auch Jochi mit seinem Grp.2-Capri blieb bei der Musik. Meiner Ankündigung als Geheimtipp wollte ich natürlich gerecht werden und beeindruckte die Konkurrenz mit sehr guten, ja sogar Bestzeiten.

Als normale Ausweis-Fahrer belegten Herbert und ich mit unserem Kino-Capri (Herbert Völker-Ausspruch) trotz hoher Startnummer im Ziel auf Anhieb den 5. Platz im Gesamt. Für ein Grp.1-Auto eine echte Überraschung. Und plötzlich waren wir mitten im Geschehen der Deutschen Meisterschaft.

Am Wochenende habe ich mal ein uraltes Fotoalbum herausgesucht. Tolle Erinnerungen.

Quelle: Facebookseite Walter Röhrl

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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