Mit 20 Jahren ist Ricardo Feller einer der jüngsten Fahrer im Feld des ADAC GT Masters. Nach seinem Debütsieg 2019 will er nun ganz vorn angreifen. 2017 feierte der Schweizer als jüngster Fahrer überhaupt sein Debüt in der „Liga der Supersportwagen“. Seitdem hat sich Feller in jedem Jahr deutlich gesteigert. Bisheriger Höhepunkt: der Premierensieg 2019 in Zandvoort. Nach einer Saison mit Montaplast by Land-Motorsport kehrt der Eidgenosse in diesem Jahr zu BWT Mücke Motorsport zurück, wo er sich einen Audi R8 LMS mit Stefan Mücke teilt.

Warum starten Sie in dieser Saison wieder für BWT Mücke Motorsport?

Ricardo Feller: „Stefan und Peter Mücke haben einfach nicht lockergelassen und sich sehr um mich bemüht. Sie wollten unbedingt wieder mit mir arbeiten und mir ging es umgekehrt genauso. BWT Mücke Motorsport war daher einfach die beste Option für mich. Ich kenne das Team ja bereits aus der ADAC Formel 4. Ich mag es sehr, denn es ist dort alles sehr familiär und die Arbeitsweise hat mir immer sehr gefallen. Auch wenn Mücke 2019 im ADAC GT Masters kein einfaches Jahr hatte, bin ich zuversichtlich. Ich habe viel Vertrauen in die Umstrukturierungen, die vorgenommen wurden – wie zum Beispiel den Einsatz von nur noch zwei statt drei Autos.“

Mit Stefan Mücke haben Sie einen sehr routinierten Partner. Was erwarten oder erhoffen Sie sich von ihm?

Stefan Mücke
Foto: ADAC GT Masters

„Ich denke, wir passen sowohl menschlich als auch fahrerisch sehr gut zusammen. Denn wir sind zum Beispiel beide über die Distanz sehr konstant. Ich bin immer noch ziemlich jung, habe aber mittlerweile einiges an Erfahrung gesammelt. Ich weiß, dass man im ADAC GT Masters nicht immer mit dem Messer zwischen den Zähnen agieren darf, sondern auch mal zurückstecken muss. Es ist wichtig, immer möglichst viele Punkte zu sammeln und mit dieser Einstellung geht auch Stefan in die Rennen. Wir wissen beide, um was es geht. Ich hoffe zudem, dass ich auch von seiner Erfahrung profitieren kann.“

Sie haben 2019 ihren ersten Sieg im ADAC GT Masters geholt. Wie wichtig war dieser Erfolg für Sie?

„Er war gut für mein Selbstbewusstsein. Leider haben wir 2019 aus verschiedenen Gründen nicht die Ziele erreicht, die wir uns eigentlich vorgenommen hatten. Und wenn man dann endlich solch ein Ergebnis einfährt, tut das natürlich gut.“

Sie sind in diesem Jahr erstmals nicht mehr der jüngste Fahrer im Feld. Ändert sich dadurch etwas für Sie?
„Es war schon cool zu wissen, der jüngste Fahrer zu sein. Aber wir werden ja alle älter, deswegen war es klar, dass sich das mal ändern würde. Mit jetzt 20 Jahren bin ich natürlich immer noch einer der Jüngsten im Feld. Aber am Ende spielt das Alter keine Rolle, es sind die Resultate, die zählen.“

Wenn Sie auf Ihre drei bisherigen Saisons im ADAC GT Masters zurückblicken, in welchem Bereich haben Sie sich am meisten weiterentwickelt?

Ricardo Feller
Foto: ADAC GT Masters

„Meine Erfahrung macht sicherlich den größten Unterschied. Mit fast 50 Rennen habe ich da schon etwas angesammelt. Ich bin zahlreiche Starts gefahren, habe viele Runden gedreht und kenne auch alle Strecken. Es gibt in jeder Rennserie kleine Tricks oder Dinge, auf die man achten muss, um zum Beispiel keine Strafen zu bekommen. Dabei spielt die Erfahrung eine große Rolle. Ich habe gelernt, mit Ruhe und Bedacht und nicht mit der Brechstange zu fahren. Denn im ADAC GT Masters kommt es nicht nur auf die Schnelligkeit an. Die Leistungsdichte ist extrem hoch, und wer am Ende die wenigsten Fehler macht, gewinnt das Ding.“

Gehen Sie mit Ihrer größeren Erfahrung heute ein Rennen anders an als früher und sind weniger nervös?

„Eigentlich war ich, seitdem ich im ADAC GT Masters fahre, vor den Rennen immer ziemlich ruhig – auch schon in meiner Debütsaison mit 16 Jahren. Natürlich bin ich mit größerer Erfahrung noch ruhiger geworden, denn man weiß einfach, was einen erwartet, kennt den Ablauf, die ganze Prozedur. In der Kartzeit war das ganz anders. Damals war ich extrem nervös und konnte vor den Rennen kaum etwas essen. Ich bin im ADAC GT Masters bisher noch nicht aus der ersten Reihe gestartet. Ich hoffe, dass das dieses Jahr das eine oder andere Mal passieren wird. Mal sehen, vielleicht bin ich dann wieder vor dem Start etwas nervöser. Am Ende des Tages will jeder im ADAC GT Masters gewinnen und mit dem besten Resultat wieder nach Hause fahren. So sehe ich das auch. Unser Ziel ist vielleicht sehr hochgesteckt, aber wir haben das Paket, um um den Sieg in der Gesamtwertung mitzukämpfen. Wir wollen so viele Podeste und hoffentlich auch Siege wie möglich einfahren.“

Wie schätzen Sie die Konkurrenz ein?

„Ich denke, sie ist in diesem Jahr noch mal härter geworden. Jemanden speziellen herauszupicken, das kann man daher nicht. Das gefällt mir sehr am ADAC GT Masters. Ich wäre überrascht, wenn die Meisterschaftsentscheidung wie 2019 vorzeitig fällt. Ich rechne damit, dass das Titelrennen bis zum Ende offen bleibt.“

Quelle: ADAC GT-Masters

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