Kurt Strube ist Geschäftsmann. Seine Heimat ist das beschauliche Emsland, genauer gesagt die Stadt Lingen. Hier befindet sich auch die Firma des 57-jährigen Motorsport-Aficionado. Das Unternehmen WWS Kurt Strube GmbH, gegründet 1983 ist spezialisiert auf Wach- und Sicherheitsleistungen im Bereich Kunst und Museen und hat mittlerweile fast 1500 Mitarbeitern. Strube selbst ist bekennender Kunstliebhaber und hat, das gibt er offen zu, einen Faible für schnelle Fahrzeuge.

Im Rennoverall tritt er seit Jahren in der VLN Langstreckenmeisterschaft an und feierte so manchen Klassenerfolg. Strube ist mit dem Team Manheller Racing aus Meuspath eng verbunden, so steigt er nicht nur ins Cockpit der BMWs von Manheller, er ist auch einer der Hauptsponsoren.

Kurt Strube Mannheller Racing
Foto: R. Schäfer

Doch auch an ihm und seiner Firma geht die Ausnahmesituation seit Corona nicht spurlos vorbei. Wir sprachen mit ihm über seine Situation und die Beziehung zu Mannheller Racing.

Hallo Kurt, wie geht es dir und deiner Familie unter den aktuellen Umständen?

Hallo liebe Leserinnen und Leser, meiner Familie und mir geht es gesundheitlich gut. Wir führen momentan ein stark entschleunigtes Leben. Viele lieb gewonnene Dinge kann man momentan nur eingeschränkt wahrnehmen, aber es hat auch seine guten Seiten: Ich kümmere mich vielmehr um die Familie als es sonst der Beruf zulassen würde.

Das freut uns zu hören, dass ihr alle wohlauf seid. Wie sieht es da bei deiner Firma aus? Aufgrund eurer Spezialisierung auf den Kunst- und Ausstellungsbereich traf euch der Lockdown wohl besonders stark, oder?

Uns hat die Corona Krise sehr hart getroffen. Ab Mitte März waren praktisch 90 % meiner Mitarbeiter ohne eine Tätigkeit. Zum Glück hat die Bundesregierung richtig reagiert und uns Unternehmen die Möglichkeit gegeben, die Belegschaft schnell und sicher in die Kurzarbeit zu führen. So konnte ich auf Entlassungen verzichten, trotzdem hat dieser Lockdown ein tiefes Loch in die Kasse gebrannt.

Die Kontakteinschränkungen und die vorläufigen Verbote von Veranstaltungen jeder Größe kamen genau eine Woche vor dem Beginn der Nürburgring Langstrecken-Serie 2020. Wie sah dein ursprünglicher Plan für 2020 aus?

Der Plan war, dass wir bei der kompletten Nürburgring Langstrecken-Serie und auch am 24 Stunden Rennen antreten.

Du bist nicht nur Fahrer beim Team Manheller Racing, auf den Autos ist das Logo der WWS präsent. Wie und wann kam deine Verbindung zu der familiären Truppe rund um Marcel und Stefan Manheller zustande und wie sieht in eurem Fall ein solches Sponsoring aus?

Manheller Racing
Foto: L. Rodrigues

Die Firma Manheller betreibt auch eine große Kfz- und Karosseriewerkstatt am Nürburgring. Ich habe dort regelmäßig meine Corvette Z06 von Manheller warten und reparieren lassen. Die Rennfahrzeuge in Der Halle dort haben mich fasziniert und ich habe bei Manheller angefragt, ob ich nicht einmal ein Rennen mitfahren kann. Ab 2014 bin ich dann regelmäßig mit dem E 46 BMW M3 an der Seite von Teamchef Stefan Manheller in der SP 6 gefahren.

Ein Rennen mit Manheller wird dir sicherlich in besonderer Erinnerung sein, welches?

Manheller Racing N24h 2019
Foto: L. Rodrigues

Es gibt unzählig viele schöne Erinnerungen. Mein bisheriges Highlight war das 24 Stunden Rennen von 2019, bei dem ich zusammen mit Yutaka Seki, Martin Owen und Markus Fischer den Klassensieg in der V2T gewonnen habe.

Ein geplatzter Motor gleich im ersten Rennen der Saison gehört zu den weniger schönen Erfahrungen.

Wir hörten von einer Geschichte, dass du auf der Nordschleife schon Walzer getanzt hast, ist da was dran?

Ja, dieser Tanz war aber eher unfreiwillig. 2018 bin ich mit dem eingesetzten Rennwagen von Manheller beim 24 Stunden Rennen nachts und bei strömendem Regen auf der Nordschleife unterwegs gewesen. In der der Mutkurve hat sich der Wagen nach Aquaplaning mehrfach um die eigene Achse gedreht. Ein Highspeed-Dreher zum Glück ohne Folgen. Ich konnte das Rennen unversehrt fortsetzen.

Auch privat bist du ein „Speed Junkie“, welche Fahrzeuge zieren deine Garage, du bist ja auch Zweirad-Fan?

Ohja. Gegenwärtig steht dort ein M5 Competition und ein Porsche GT 3. Dazu eine Ducati Panigale 1299s und eine Triumph Rocket TFC.

Welches aus dieser Kollektion ist dein Lieblingsfahrzeug?

Das ist ein E-Bike: Stromer ST2S

Durch diese Leidenschaft für schnelle Straßenfahrzeuge bist du auch Teil der Track & Drivers CON. Was ist das genau?

Bei dem Track & Drivers CON treffen sich Petrolheads aus ganz Deutschland, um bei Benzinduft und Motorenklang ihrer Leidenschaft zu frönen. Ich bin als Schirmherr aktiv an der Organisation des Events beteiligt und die Firma WWS unterstützt durch Spenden diese Charity-Veranstaltung. Wir sammeln als Motorsport Freunde jedes Jahr Geld für die TAFEL Lingen. 2019 sind dabei knapp 34.000 € rausgekommen.

Nicht nur für die Tafel bist du am Spenden sammeln, deine Firma hatte vor kurzem selbst etwas gespendet, was und wem?

Ein Nieren-Zentrum hat von uns zu Beginn der Corona Krise unseren Notvorrat an Schutzmasken bekommen, um die Blutwäsche bei den Patienten weiter sicher durchführen zu können.

Zurück an den Nürburgring und zu Manheller Racing. Vorläufig steht der 27. Juni als Termin für das erste Rennen im Plan. Wirst du weiterhin bei allen Rennen ins Lenkrad greifen und auch als Sponsor dem Team treu bleiben?

Kurt Strube Manheller Racing
Foto: R. Schäfer

Ja, ich habe vor die Saison bzw. alle veranstalteten Rennen komplett zu fahren.

Ein Museum ist nicht direkt vergleichbar mit einer Veranstaltung am Nürburgring. Jedoch hat sich deine Firma WWS auf individuelle Konzepte spezialisiert die auch andere Dienstleistungen beinhalten. Ihr bietet ja neben dem Sicherheits- und Schutzpersonal auch Lösungen von der Reinigungskraft bis zur Kassenbesetzung und Ticketkontrollen reichen. Wie realistisch siehst du, dass ein 24h Rennen 2020 als Geisterrennen, jedoch mit mindestens 100 Autos starten kann? Gäbe es aus deiner Sicht ein machbares Konzept?

Die Anzahl der eingesetzten Rennwagen wird sicher geringer sein. Bei den Teams, Fahrern und Sponsoren fehlt in diesem Jahr eine Menge Geld. Nach der aktuellen Berichterstattung liegt zumindest für die Nürburgring Langstrecken-Serie bereits ein Sicherheitskonzept zur Genehmigung vor.

Deine Pilotenkollegen sind internationale Gentlemen. Auch wenn die Nürburgring Langstrecken-Serie beginnt, welche Hürden werden diese Kollegen erwarten?

Ich denke, dass wir ab Herbst wieder mit internationaler Beteiligung rechnen können.

Kurt, herzlichen Dank für das Gespräch. Wir freuen uns darauf dich bald wieder in der Startaufstellung zu treffen. Bleib gesund!

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Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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