Maximilian Götz kehrt mit dem Haupt Racing Team in die DTM zurück. In den Jahren 2015 und 2016 startete der Uffenheimer bereits für Mercedes-AMG im Deutschen Tourenwagen Masters als Werkspilot, nachdem er im GT3-Bereich mit Siegen und Titeln überzeugt hatte. Nach seiner DTM-Zeit zählte der heute 35-Jährige zu den absoluten Top-Piloten in den verschiedenen GT3-Serien.

In dieser Saison tritt Götz mit HRT in der neu geschaffenen GT3-DTM mit einem Mercedes-AMG GT3 an. LSR-Freunde erwischte den Franken auf dem Weg zu den offiziellen Testfahrten in Hockenheim und konnte ausführlich mit ihm über seine zweite DTM-Chance reden.

Hallo Max, du hast gerade bekannt gegeben, dass du nach vier Jahren wieder in die DTM zurückkehrst. Wie fühlt sich das an?

Foto: Christopher Otto / C.O. Mediavision

Maximilian Götz: Ich freue mich unheimlich, wieder in der DTM zu starten. Es ist sehr spannend, diesen Neustart mitzumachen und dabei zu sein. Vieles wird neu gemischt und es wird sicherlich eine ganz andere Geschichte als zuvor. Aber der große Name bleibt und auch die harte Competition, die ganz sicher herrschen wird. Die DTM ist eine der größten Rennserien der Welt und hier wieder dabei sein zu dürfen, ist einfach mega!

Deine erste Phase in der DTM vor vier Jahren ist sicher nicht ganz so gelaufen, wie du dir das vorgestellt hast. Nun ist die Serie mit der neuen GT3-Basis und der Fokussierung auf die reine Performance dir als einem der besten GT3-Piloten ja wie auf den Leib geschneidert. Was hast du für Erwartungen?

Foto: Christopher Otto /C.O. Mediavision

Natürlich ist mein Anspruch, um den Titel mitzufahren. Das sieht auch Hubert Haupt als mein Teamchef nicht anders, der auch immer erfolgreich sein will. Wir haben ein Paket geschnürt, mit dem wir ganz vorne mitmischen dürften. Für mich persönlich treffen hier zwei Welten aufeinander. Zum einen kenne ich die DTM und ihre Abläufe sehr gut, ebenso die Boxenstopps, die ja hier auf Zeit gemacht werden. Auf der anderen Seite ist mir natürlich auch das GT3-Auto sehr vertraut und auch die Strecken kenne ich sehr gut. Die Michelin-Reifen sind für alle neu, da wir diese sonst nur auf der Nordschleife fahren. Eine weitere Ungewissheit steht über dem Thema BoP (Balance of Performance, d. Rd.), die hier völlig neu entwickelt wird. Aber ich glaube fest daran, dass wir ganz vorne mitfahren können.

Es starten neben gestandenen GT3-Profis ja auch viele Top-Piloten aus der „alten“ DTM, die auf den GT3-Autos allerdings noch nicht so viel Erfahrungen haben. Was erwartest du von Leuten wie Paffett, Glock oder Rockenfeller?

Foto: Christopher Otto / C.O. Mediavision

Na ich hoffe schon, dass sie sich erstmal schwertun (lacht). Aber in der DTM waren schon immer nur Vollprofis unterwegs und ich denke, dass auch diese Jungs ziemlich schnell sehr gut performen werden. Allgemein glaube ich, dass es in diesem Jahr sehr sehr eng werden wird und die Top-Jungs alle auf einem Level fahren werden. Es wird ein toller Mix: Die alten Hasen aus der DTM, die GT3-Cracks und die neuen Leute, die dazu stoßen; das wird sicher sehr spannend zu sehen, wie die Kräfteverhältnisse da letztendlich aussehen.

Zusammen mit Gary Paffett kehrt ja ein Team in die DTM zurück, mit dem auch du deine erste Saison bestritten hast: Mücke Motorsport. Was sagst du dazu?

Ich habe mich mega gefreut für die Truppe. Ich war auch die ganze Zeit in Kontakt mit dem Peter (Mücke) und wusste, dass sie da was vorhaben. Mich verbindet viel mit diesem Team und ich drücke ihnen natürlich die Daumen. Für den Gary freut es mich auch sehr, dass er als zweimaliger Champion nochmal zurückkommt. Wir waren ja nicht nur in der DTM Teamkollegen, sondern sind auch im GT3 zusammen in Spa beim 24h-Rennen gefahren.

Der größte Unterschied zu allen anderen GT3-Serien ist in der DTM die Tatsache, dass ihr Piloten euch das Auto nicht teilen müsst. Wie groß ist denn der Vorteil dadurch bzw. wie groß sind die Kompromisse, die man sonst hinsichtlich eines Teamkollegen eingehen muss?

Maximilian Götz
Foto:Mercedes-AMG Motorsport Communications

Der einzige Unterschied ist, dass ich beim Boxenstopp sitzen bleiben kann (lacht). Nein, im Ernst: Grundsätzlich finde ich es immer sehr schön, mit Teamkollegen zu arbeiten. Natürlich kann man ein Auto nur für sich alleine vielleicht noch ein bisschen spezieller abstimmen, aber der Unterscheid ist nicht allzu groß. In den Top-Rennserien wie dem GT Masters sind alle Autos sehr spitz, also auf maximale Performance abgestimmt, weil man sonst in diesem Feld keine Chance hat. Aber das Thema Boxenstopp ist tatsächlich ein großer Unterscheid. Nicht nur weil ich sitzenbleiben kann, sondern weil hier keine Mindeststandzeit wie in den anderen Serien vorgeschrieben ist. Hier kann man also auch noch mit den Jungs an den Abläufen feilen und ein bisschen Zeit rausholen. Und spannend als Fahrer ist es obendrein. Überhaupt wird es extrem wichtig sein, dass man sich perfekt aussortiert und vorbereitet.

Du warst und bist ja ein Fahrer, dem die Fans immer sehr wichtig waren und der den Umgang mit den Zuschauern sehr genossen hat, was diese immer sehr honoriert haben. Wie schwer trifft es dich, dass auf absehbare Zeit keine Fans an die Strecke dürfen?

Foto: Christopher Otto / C.O. Mediavision

Ich habe ja schon ein paar Mal gesagt, dass mich das sehr traurig macht. Die Fans gehören einfach dazu, egal ob auf der Tribüne, im Fahrerlager oder bei Autogrammstunden. Die „neue“ DTM hat es sich ja zur Aufgabe gemacht, die Fans wieder näher heranzulassen und die Fahrer wieder sichtbarer zu machen. Die Leute aus dem GT-Sport kennen das ja genau. Ich hoffe, dass im Laufe der Saison wieder Fans an die Strecke dürfen. Es war hart, im letzten Jahr fast die ganze Zeit ohne Fans unterwegs gewesen zu sein. Sie gehören dazu wie die Butter aufs Brot! Mir persönlich fehlt das sehr!

Lass uns noch einen Ausblick auf die Saison werfen. Du hast jetzt die DTM und das Nordschleifen-Programm mit Getspeed. Kommt da noch mehr?

Ja, ein paar interessante Sachen sind noch in Planung, die ich aber noch nicht verraten darf. Aber man muss auch sagen, dass die beiden Projekte DTM und 24h Nürburgring schon die volle Aufmerksamkeit erfordern. Das sind keine Dinge, die man im Vorbeigehen erledigt. Da muss man sich schon voll darauf fokussieren. Ich bin mega happy mit meinem Programm und freue mich, dass ich in beiden Fällen voll angreifen kann.

Max, vielen Dank für deine Zeit. Wir wünschen viel Erfolg und drücken dir im Namen unserer Leser die Daumen.

Ich danke euch auch. Viele Grüße an alle Leser und bis bald!

 

 

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Seit vielen Jahren ist Christopher Otto als Fotograf und Journalist im Rennsport unterwegs und hat dabei nicht nur für unzählige Medien, sondern auch für viele Teams und Fahrer gearbeitet. Ob Tourenwagen, Formelsport oder GT3-Boliden - Motorsport ist seine Welt. Mit seinem umfangreichen Netzwerk, mitreißenden Fotos und fundiertem Wissen liefert er Beiträge, die nicht an der Oberfläche kratzen, sondern in die Tiefe gehen.
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