Mit 29 Jahren kann sich Nicolaj Møller Madsen aus Dänemark als einer der besten und gefragtesten europäischen GT-Sport Experten bezeichnen. Starts im ADAC GT Masters sowie in der Langstrecke auf dem Nürburgring im Audi R8 LMS GT3, Erfolge in der Blancpain GT Serie, der GT4 Europe und der Champions-Titel 2020 in der ADAC GT4 Germany zeichnen seinen Weg. Seine ersten Ausrufezeichen setzte er im VW Scirocco R-Cup als Junior-Champion und im Deutschen Audi TT Cup als Vizemeister zwischen 2013 und 2015 in den Markenpokal-Serien.

Foto: L. Rodrigues

2022 kehrt Møller Madsen mit AVIA W&S Motorsport in die ADAC GT4 Germany zurück und will im Porsche 718 Cayman GT4 RS Clubsport erneut ein Wörtchen um den Titel mitreden. Beim Team aus dem schwäbischen Ofterdingen griff er im vergangenen Jahr bereits ins Lenkrad des Space-Drive Porsche Cayman beim Saisonfinale auf dem Nürburgring, hier fuhr er zwei Mal aufs Podium. Das Team wird er auch bei der GT4 European Series begleiten, jedoch nicht im Cockpit, sondern als Coach. Der schnelle Däne hat dazu weitere Saisonpläne. Themen genug um sich mit ihm in zwei Teilen hierüber zu unterhalten.

Hallo Nicolaj, wir freuen uns, dass Du dir Zeit für ein Gespräch nimmst. Bevor wir auf die kommende Saison im neuen Cayman zu sprechen kommen blicken wir nochmals zurück. Nach der Trennung von Allied Racing in der laufenden Saison 2021 hattest Du dein Comeback im ADAC GT4 Germany im BMW M4 GT4 von AVIA Sorg Rennsport auf dem Hockenheimring. Wie war der Markenwechsel für dich, kanntest Du den M4?

Letztes Jahr war ein hartes Jahr, ich habe viel Arbeit reingesteckt, indem ich die Junior Academy von null an für mein altes Team aufgebaut habe und nach dem Sommer war es nicht die schönste Trennung vom Team.

Foto: L. Rodrigues

Aber ich war superglücklich, dass viele Teams offen für mich waren und ich das Rennen in Hockenheim mit Sorg Rennsport fahren konnte. Der BMW ist schwer zu fahren und ich habe großen Respekt vor den Piloten, die ihn fahren, aber wir beendeten das Wochenende als bester und schnellster BMW. An diesem Wochenende hatten alle BMW zu kämpfen. Wir haben viel gelernt und im Laufe des Wochenendes ein wirklich starkes und konkurrenzfähiges Auto gebaut und es war eine große Freude, mit Sorg zu fahren.

Anfang November war dann auf dem Nürburgring deine Rückkehr ans Steuer des Porsche 718 Cayman GT4 bei W&S Motorsport. Doch auch dieses Fahrzeug unterschied sich von den herkömmlichen Modellen. Ausgestattet war es mit der Steer-by-Wire Technik von Schaeffler Paravan. Was genau war der Unterschied?

Foto: L. Rodrigues

Wieder waren viele Teams sehr offen und W&S Motorsport war ein Team, in das ich mich wirklich verliebt habe – ein Profiteam und nochmal ein viel höheres Niveau als das, von dem ich kam. Als sie mir dann den Platz am Nürburgring anboten, gab es keinen Zweifel, dass ich mit ihnen fahren wollte. Es war auch eine große Ehre, mit dem Schaeffer Paravan-System zu fahren, das ich seit meinen Jahren bei Phoenix Racing verfolge. Das System ist sicherlich anders, aber ich bin sehr überrascht, wie gut Schaeffler Paravan dieses übernommen und zu einem wirklich konkurrenzfähigen System gemacht hat. Wir waren in der Lage, das ganze Wochenende über der schnellste Porsche zu sein und zwei Mal einen Podiumsplatz zu erreichen, was ein großer Erfolg für alle Partner war.

Du bist, besonders über die Wintermonate, in deiner Heimat Dänemark sehr engagiert beim Race Club. Was zeichnet diesen Club aus?

Foto: L. Rodrigues

Ich habe den Race Club seit 2013 aufgebaut, so dass er im Jahr 2022 10 Jahre alt wird. Wir sind heute ein professionelles Unternehmensnetzwerk, das mehr als 50 Netzwerkveranstaltungen für mehr als 200 Unternehmen in ganz Dänemark organisiert. Wir heben uns von allen anderen Clubs ab, weil wir das, was wir tun, auf einem wirklich hohen Niveau tun und es schaffen, ein Gleichgewicht zu finden. Das geht, indem wir zu Netzwerkveranstaltungen einladen, bei denen die Geschäftsleute kommen und sich entspannen und unsere Abende genießen können und trotzdem mit einem Geschäft oder einem größeren Netzwerk nach Hause gehen. Wir haben viele neue Dinge in der Pipeline, mit denen wir uns als das nächste Netzwerk in Dänemark profilieren – und ich bin sehr stolz auf diese Arbeit, die wir in den letzten 9 Jahren geleistet haben.

Es sind mit AVIA W&S Motorsport auch ambitionierte Pläne in der Pipeline für 2022 – darüber werden wir dann in Kürze im zweiten Teil sprechen und es wird sicherlich spannend.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Lutz Rodrigues Do Nascimento wurde in den 70er Jahren vom Motorsport-Virus infiziert, sein Onkel war im Porsche-Werk Weissach tätig und nahm ihn damals schon mit zu den Rennfahrzeugen. Seit 2011 ist er regelmäßig am Nürburgring bei der VLN mit der Kamera vor Ort und konnte sich somit ein Netzwerk an Bekanntschaften zu Teams, Fahrern und der Streckensicherung knüpfen. Seit März 2017 ist Lutz Teil der LSR-Freun.de und gilt als unser Draht zu den Teams und Fahrern. Mit Fotos und Stories aus den engsten Kreisen sorgt er immer wieder für staunende Gesichter.
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