Bei den Testtagen der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft in Valencia zündet das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team die letzte Stufe seiner Vorbereitung auf die neue Saison. Auf dem Circuit Ricardo Tormo absolvieren die elf Teams und 22 Fahrer der ersten Elektrorennserie der Welt vom 29. November bis 2. Dezember insgesamt fünf Testsessions. Nicht zuletzt wegen geplanter Neuerungen bei Qualifying und Rennen ist Valencia eine wichtige Standortbestimmung vor der Saison 8, die mit zwei Läufen am 28. und 29. Januar im saudi-arabischen Diriyah beginnt. Insgesamt stehen 16 Rennen auf vier Kontinenten im Formel-E-Kalender 2021/2022.

Foto: Porsche AG / Hoch Zwei

Das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team bereitet sich nach 2019 und 2020 zum dritten Mal in Valencia auf den Saisonstart vor. Als Stammfahrer werden, wie schon in der Vorsaison, André Lotterer (GER/Startnummer 36) und Pascal Wehrlein (GER) mit seiner neuen Startnummer 94 im Einsatz sein. Auf der Strecke, auf der in der Saison 7 wegen pandemiebedingter Kalenderänderungen zwei Rennen ausgetragen wurden, werden sie den Porsche 99X Electric einem letzten Härtetest unterziehen. Beim ersten Elektrorennwagen von Porsche wurde die Software von den Ingenieuren in Weissach weiterentwickelt. Am Antriebsstrang gibt es keine Veränderungen. Die FIA hatte beschlossen, dass wegen der Pandemie aus Kostengründen für die Saisons 7 und 8 nur ein Antrieb homologiert werden darf.

„Dieser Test wird uns wichtige Hinweise geben, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen“, sagt Amiel Lindesay, Einsatzleiter Formel E. „Danach wollen wir zwei Rennautos haben, die perfekt vorbereitet sind für einen erfolgreichen Saisonstart.“

Fragen und Antworten zum Test in Valencia

Amiel Lindesay, Einsatzleiter Formel E

Wie wichtig ist dieser Test und wie sehr freut sich das Team auf die Rückkehr an die Rennstrecke?

Foto: Porsche AG

„Dieser offizielle Test ist die Generalprobe für den Saisonstart in Diriyah und wird uns Aufschluss darüber gehen, wo wir im Vergleich zur starken Konkurrenz stehen. Das Team hat in der Vorbereitung hart gearbeitet und freut sich auf die Saison 8. Nach Valencia werden wir für Diriyah bestens gerüstet sein. Wir sind zuversichtlich, dass wir unseren Konkurrenten einen harten Kampf um den Weltmeistertitel liefern werden.“

Wie sieht euer Arbeitsprogramm für Valencia aus?

Foto: Porsche AG / Hoch Zwei

„Wir nutzen den Test als Shakedown unserer Porsche 99X Electric für das erste Rennen. Neben der Erprobung von neuen Teilen wollen wir auch sicherstellen, dass das Team wie im Vorjahr als verschworene Gemeinschaft funktioniert. In der neuen Saison erwarten uns einige größere Änderungen bei Qualifying und Rennformat. Diese werden wir simulieren, um einen ersten Vorgeschmack davon zu bekommen, was da auf uns zukommt. Das ist ein wichtiger Punkt auf unserem Arbeitsplan. Valencia ist die einzige Testmöglichkeit vor der Saison mit unseren Rennautos. Deshalb müssen wir die zur Verfügung stehende Zeit konstruktiv nutzen.“

Welche Erkenntnisse erhofft ihr euch von diesem Test? Was sind eure Ziele?

„In Anwesenheit aller Teams ein Qualifying und ein Rennen zu simulieren, ist nicht nur für uns und unsere Konkurrenten hilfreich. Auch die FIA und die Formel E können daraus im Hinblick auf die Neuerungen im Reglement wichtige Erkenntnisse ziehen und eventuelle Ungereimtheiten bis zum ersten Rennen bereinigen. Wir haben in der Pause einige Software-Updates an unseren Autos vorgenommen, die wir im Simulator getestet haben. Trotzdem ist es immer gut, sich auch die Bestätigung auf der Rennstrecke zu holen.“

André Lotterer, Porsche-Werksfahrer (#36):

Was versprichst Du Dir vom Test in Valencia und wie groß ist die Vorfreude?

Foto: Porsche AG

„Ich freue mich sehr darauf, wieder im Auto zu sitzen und mit dem Team zusammen zu sein. Auch wenn die Strecke in Valencia nicht extrem relevant ist für die Formel E, so erhoffen wir uns doch wichtige Erkenntnisse. Unsere Ingenieure haben den Porsche 99X Electric nach der vergangenen Saison im Softwarebereich weiterentwickelt. In Valencia geht es jetzt darum, sicherzustellen, dass die Updates nicht nur im Simulator, sondern auch auf der Strecke gut funktionieren.“

Wie hast Du die Pause verbracht, beruflich und privat?

„In Weissach haben wir viel am Simulator gearbeitet. Im Fokus stand dabei neben der Software auch die Strategie. Gemeinsam haben wir nach den besten Lösungen für uns und die Ingenieure gesucht, um noch effizienter zu sein und noch mehr Performance aus unseren Autos herauszuholen. Privat war ich beim Goodwood-Revival, habe meinen 40. Geburtstag gefeiert – und habe rund um mein Ferienhaus Oliven gepflückt.“

Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#94):

Die Autos haben sich im Vergleich zur Saison 7 nicht groß verändert. Was bringt unter diesen Umständen der Test?

Foto: Porsche AG

„Der Test ist wichtig, denn auf der Softwareseite gibt es durchaus Neuerungen. Ich freue mich darauf, sie auszuprobieren und zusammen mit den Ingenieuren sogar noch zu verbessern. Wir haben zwar viel im Simulator getestet, doch auf einer realen Rennstrecke zu fahren ist etwas ganz anderes. Die Pause war für mein Empfinden recht lang. Ich kann es kaum erwarten, dass es jetzt wieder losgeht.“

Die Saison 7 ging Mitte August zu Ende. Was hast Du danach gemacht? Hattest Du etwas Zeit für Dich?

„Nach dem letzten Rennen standen in Weissach die üblichen Analysen und Besprechungen auf dem Programm. Richtig zu Ende war die Saison für uns also erst Anfang September – und im Oktober haben wir schon wieder mit der Vorbereitung am Simulator begonnen. Die Zeit dazwischen habe ich genutzt, mich mit anderen Dingen zu beschäftigen und die Batterien aufzuladen. Vor allem habe ich in diesen Wochen mein Fitnesstraining intensiviert. Das kommt während der Rennsaison durch den Zeitdruck manchmal etwas zu kurz.“

Du gehst mit der neuen Startnummer 94 in die Saison 8. Wie kam es dazu?

„Ganz einfach: Seit ich Rennen fahre, hatte ich immer die 94. Die Zahl ist mein Geburtsjahr. Doch die war in der letzten Formel-E-Saison bereits vergeben. Als sie jetzt für die Saison 8 frei wurde, haben wir natürlich zugegriffen.“

Die Strecke

André Lotterer, TAG Heuer Porsche Formel-E-Team Valencia 2021
Foto: Porsche AG

Die Streckenführung auf dem Circuit Ricardo Tormo wird beim Test so sein wie beim Valencia E-Prix 2021. Der 3,376 Kilometer lange Kurs mit seinen 15 Kurven weist einige Schlüsselstellen auf wie die enge Doppel-Rechts (Kurven 9 und 10) und die Bus-Stop-Schikane (Kurven 13 bis 15). Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Der offizielle Formel-E-Test findet bereits seit 2017 und damit zum fünften Mal in Valencia statt.

Der Porsche 99X Electric

Foto: Porsche AG / Hoch Zwei

Mit dem Porsche 99X Electric kehrte Porsche 2019 nach mehr als 30 Jahren in den Formel-Sport zurück und feierte mit dem zweiten Platz beim Auftaktrennen im saudi-arabischen Diriyah ein erfolgreiches Debüt. Der Elektrorennwagen mit dem Porsche E-Performance Powertrain, dem in Weissach entwickelten Antriebsstrang, dient zugleich als Entwicklungsträger für Elektro-Serienfahrzeuge des Sportwagenherstellers. Energiemanagement und -effizienz sind sowohl in der Formel E als auch in der Serienentwicklung wichtige Erfolgsfaktoren. Die maximale Leistung des Porsche 99X Electric in der Saison 2021/2022 beträgt bis zu 250 kW im Qualimodus und 220 kW (Vorsaison: 200 kW) im normalen Rennmodus. Sie kann im Attack Mode auf 250 kW (Vorsaison 235 kW) gesteigert werden. Die maximale Rekuperation liegt bei 250 kW, die nutzbare Batteriekapazität beträgt 52 Kilowattstunden.

Quelle: Pressemitteilung Porsche AG

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