Heute möchten wir euch mit einer absoluten Powerfrau bekannt machen. Diese Energie schriftlich festzuhalten stellte für mich als Interviewer eine gewisse Herausforderung dar, schließlich sprudeln gern auch mal Sätze aus ihr heraus, die direkt für die Nachwelt festgehalten werden müssen. Ihren Weg durch die Motorsportwelt bestreitet sie ebenso auf ganz eigene Weise. Ein Beispiel gefällig? Sie hat sich erst im Alter von 24 Jahren und damit ungewöhnlich spät zu dieser Sportart entschlossen. Bereits seit über elf Jahren investiert sie jeden Euro, der irgendwo übrig ist – und jede Menge Zeit – in ihre Leidenschaft: Rennen fahren. Inzwischen mischt sie in der RCN, einem Langstrecken-Cup an der Nürburgring Nordschleife, mit. Im Gegensatz zu manchem Fußballer, der in diesem Alter bereits ans Ende seiner Karriere denkt, hat sie aber noch große Ziele. Diese und noch vieles mehr über die so ehrgeizige wie charismatische Offenbacherin erfahrt ihr in diesem Interview. Eine motivierende Zitatesammlung findet ihr übrigens direkt im Anschluss.

Wie kamst du überhaupt zum Rennsport?

Laura Luft
Foto: O. Selzer

Bereits als Kind war ich motorsportbegeistert und habe schon mit zehn Jahren alles „aufgesaugt“, was ich nur konnte: Formel Eins, Nascar, DTM, IRL, Rallye und so weiter. Mit einem guten Freund habe ich Statistiken darüber geführt, wer in welcher Meisterschaft wieviele Punkte eingeheimst hat. Jedoch bin ich bis dahin nie selbst zum Kartfahren gekommen, auch, da ich nicht aus einer Motorsportfamilie stamme. Dann kam der Tag, an dem ich gefragt worden bin, warum ich dies noch nie ausprobiert habe – schließlich liebe ich das Autofahren! Somit habe ich mit stolzen 24 Jahren zum ersten Mal im Kart gesessen. Meinen Kumpel, der mich dazu inspiriert hat, habe ich auf Anhieb besiegt – und er fand es gar nicht lustig! [lacht] Danach habe ich mich in ein paar Rennen eingebucht, wobei ich mich stetig steigern konnte. Am Anfang waren dies kleine Sprintrennen, wenig später ging es in meine erste Outdoor-Saison. Dort wurden wir als Team sofort Dritter in der Gesamtmeisterschaft.

Wenn du wie ich von diesem „Virus“ infiziert bist, hast du keine Heilungschancen. Und damit gab es nur eine Konsequenz: Ich muss ins Rennauto! Selbst, wenn es nur einmal im Leben ist. Jedoch wurde mir auch sehr schnell bewusst, dass mir einmal nicht genügen würde und ich herausfinden musste, wie ich mir zu mehr Renneinsätzen im Auto verhelfen kann.

Was war bisher dein größter Erfolg?

In erster Linie die Erfolge im Kart. Beim 24-Stunden-Rennen in Italien habe ich zusammen mit meinem Team den ersten Platz errungen. Ich durfte sogar den Schluss-Stint fahren – das Überqueren der Ziellinie war wahnsinnig emotional! Denn man kämpft gemeinsam für ein Ziel und wenn dies gelingt, ist das ein bombastisches Erlebnis. Bis heute bin ich bei verschiedenen 24h-, einem 77h- und einem 99h-Rennen an den Start gegangen, und besonders Letzteres war gigantisch für mich: eine ganze Woche lang Kart fahren! Dies führte mich zu einer weiteren Konsequenz: weiter Langstrecke zu fahren. In letzter Zeit konnte ich regelmäßig Podiumsplätze auf verschiedenen Karts und Strecken bei unterschiedlichen Meisterschaften einfahren. Auch drei dritte Plätze habe ich mir im Auto gesichert. Zudem bin ich im Sim-Sport aktiv und habe dort letztes Jahr meinen ersten Meisterschaftstitel gewonnen.

Du trainierst somit selbst mit Rennsimulationen? Wenn ja, mit welchen?

Ja, seit mehr als einem Jahr, und zwar mit Assetto Corsa. Dies hat sich eher durch Zufall ergeben und aktuell nutze ich einen Motion Simulator als Trainingsgerät. Da dort die Bewegungen und Reaktionen des Fahrzeugs sehr gut herüberkommen und die Simulation die Rennstrecke sehr detailliert abbildet, genießt man meiner Meinung nach ein deutlich realistischeres Fahrgefühl als an einer statischen Simulation.

Mit welchem Auto hattest du bisher am meisten Spaß auf der Rennstrecke?

Ich hatte kürzlich die einmalige Möglichkeit, den BMW M4 GT4 zu testen. Das hat bis jetzt alles andere getoppt! Dieses Auto ist bisher einfach das beste, das ich je gefahren bin. Natürlich macht der M240i, den ich aktuell fahre, auch Spaß – aber man darf ja auch noch Träume haben, oder? [lacht]

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