Verschmitztes Lachen, selten schlecht gelaunt und immer für ein Späßchen zu haben. Zuschauer-Liebling Indy Dontje pilotierte die bekannte MANN-FILTER Mamba im ADAC GT Masters zusammen mit Maximilian Götz im letzten Jahr.

Dieses Jahr wird er im GT Masters nicht mehr an den Start gehen. Warum sich seine Fans allerdings trotzdem freuen dürfen und wie seine 2021er Pläne aussehen, verriet der 28-Jährige im Interview:

Hallo Indy! Schön, dass Du Dir Zeit genommen hast. Erzähl doch mal: Wie sehen Deine Pläne für die Saison 2021 aus?

Foto: Christopher Otto / C.O. Mediavision

Indy Dontje: Bis jetzt steht erstmal nur das GT4-Programm mit HTP Winward und Russel Ward. Ich bin aber noch dran, etwas zu finden in Europa. Im Moment ist es sehr schwierig wegen Corona.

Vor kurzem ist die Meldung rausgegangen, dass weder Du noch Maxi Götz bei MANN-FILTER im ADAC GT Masters fahren werden. Erzählst Du uns, warum?

Der Punkt ist, dass man für das ADAC GT Masters viel Zeit braucht. Das ist immerhin die härteste GT3-Serie der Welt. Am Ende habe ich zusammen mit MANN-FILTER entschieden – auch wegen Corona – dass ich nicht meinen vollen Fokus auf diese Rennserie legen kann.

Du warst als Mamba-Fahrer sehr bekannt. Bist Du traurig darüber, dass die Connection zu MANN-FILTER jetzt weg ist?

Ich bin immer noch off-track für MANN-FILTER unterwegs und helfe bei einigen Marketing Projekten. Wenn dieses Jahr wieder Zuschauer erlaubt sind, werde ich Pitwalk- oder Pittouren machen. Also bin ich nicht ganz weg.

Weil Du es gerade ansprichst: Du bist sehr beliebt unter den Fans. Wie schaffst Du das?

Foto: Christopher Otto / C.O. Mediavision

Ich mag es, dass die Fans – vor allem im ADAC GT Masters – so nah dran sind. Mit dem Eintrittsticket kann man überall hin gehen, auch in die Box. Außerdem gefällt es mir, dass der GT3 Rennwagen sehr speziell ist und ich den Zuschauern viel erklären kann. Es ist sogar möglich, dass sich die Fans ins Auto setzen können! Motorsport ist meine Leidenschaft und das teile ich auch gerne. Die Leute sehen, wie glücklich mich die Rennerei macht. Das mögen die. Außerdem bin ich sehr offen und nicht arrogant.

Wie ist das mit den Zuschauern in Amerika im Vergleich zu Deutschland?

Leider dürfen sie dort nicht überall hin. Manchmal kommen sie im Pregrid auf einen zu und dann rede ich natürlich gerne mit ihnen. Man hat Fans, die das ganze Wochenende kommen mit ihren Campern – ähnlich wie beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Das ist richtig cool in Amerika.

Und das Racing in Amerika? Ist da auch ein Unterscheid zu Deutschland?

Foto: Christopher Otto / C.O. Mediavision

Ja ein bisschen. In Amerika fahren wir zweistündige Rennen und es gibt die Mindeststandzeit beim Pitstop nicht. Außerdem ist die Tankfüllung reduziert. Wir können also viel strategischer fahren. Das macht es schon spannender. Es gibt viel mehr Berührungen und nicht für alles gibt es direkt eine Strafe vom Race Direktor. Im ADAC GT Masters hat man nur ein bisschen Kontakt und man bekommt direkt eine Verwarnung.

Ein anderes Thema…wie siehst Du aktuell die Entwicklung rund um die DTM?

Ich finde das schon sehr geil. Die DTM ist eine coole Meisterschaft. Sie ist sehr prominent. Aber trotzdem heißt sie ja „Deutsche Tourenwagen“ und auf einmal kommen McLaren und Ferrari und viele andere Marken. Das wird schon einiges verändern. Die alten DTM Autos waren unglaublich schöne Rennwagen. Sehr speziell vor allem in der Aerodynamik. Und jetzt kommt GT3. GT3 ist auch cool – keine Frage. Aber es ist eben kein „richtiges“ DTM Auto. Ich bin mal gespannt, wie sich die Rennserie entwickelt.

Wäre die DTM denn auch eine Option für Dich?

Foto: Christopher Otto / C.O. Mediavision

Ja, aber das würde auch mit den Terminen mit Amerika nicht passen. Ich war jetzt auch nicht direkt interessiert an der DTM.

Und was möchtest Du in dieser Saison alles erreichen? Welche Pokale müssen ins Regal?

In Amerika ist das Ziel ganz klar: Die GT4 Meisterschaft gewinnen! Wir müssen schlau sein und viele Punkte holen. Ich würde auch gerne irgendwo im Endurance Cup fahren. Das würde mit den Terminen in Amerika sehr gut passen. Und Nordschleife! Ich bin da schon dran, einen Platz irgendwo zu bekommen. Das ist nicht ganz so leicht aktuell aber das Ziel wäre schon, wieder beim 24-Stunden-Rennen dabei zu sein.

Danke Indy für das interessante Interview! Gibt es noch etwas, dass Du Deinen Fans mitteilen möchtest?

Ja, klar: Vielen Dank für die Unterstützung! Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder auf der Rennstrecke. Letztes Jahr war das sehr langweilig ohne die Fans. Ich würde mich freuen, wenn wieder Zuschauer zugelassen werden. Das habe ich vermisst.

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Dieser Beitrag wurde von verfasst.

Früher Kart gefahren - heute Texte schreiben. Jennifer „Jenny“ Falkner ist seit 2014 regelmäßig an den Rennstrecken Europas anzutreffen. Unter dem Namen „Jensationel Motorsport Media“ arbeitete und arbeitet sie auch heute noch für viele Teams und Rennfahrer im PR-Bereich. Dank des Journalismus-Studiums bleibt sie den Nachrichtenmagazinen aber nach wie vor treu. Denn scharfe Fragen stellen gehörte schon immer zu ihren besten Fähigkeiten. 2021 schloss sie ihr zweites Studium (Fahrzeugtechnik) ab und ist im Motorsport neuerdings auch als (angehende) Dateningenieurin - wie auch ihr Bruder Andreas - anzutreffen.
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